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Gunther Oschmann

Gunther Oschmann, Müller Medien Unternehmensfamilie, Unternehmer

Der Unternehmer im Interview

Gunther Oschmann, geboren 1940 in Nürnberg, studierte von 1960 bis 1965 Betriebswirtschaftslehre an der FAU. Bereits im Alter von 25 Jahren übernahm er nach dem Ableben seines Großvaters die von ihm gegründete Fernsprechbuch-Verlag Hans Müller KG. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen schnell zu einem der größten Telefonbuchverlage Deutschlands.

Der MüllerVerlag bedeutet heute die Basis der Müller Medien, die zusammen mit einem Netzwerk aus starken Partnern eine zukunftsorientierte Unternehmensfamilie in der Medienbranche bildet. Neben dem Kerngeschäftsbereich Verzeichnisse zählen hierzu regionale und nationale Radio- und Fernsehstationen, Buch- und Wochenzeitungsverlage sowie Onlinefirmen im In- und Ausland. Mit fünf Geschäftsbereichen ist die Nürnberger Unternehmensfamilie Müller Medien auch außerhalb Deutschlands vertreten.

Sie haben in den 60er Jahren Wirtschaftswissenschaften an der FAU, damals noch Handelshochschule Nürnberg, studiert. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Studienzeit?

Ich denke besonders gerne an die Professoren zurück. Vor allem an Erich Schäfer und Georg Bergler, die mir nicht nur aufgrund ihrer Intelligenz sondern auch aufgrund ihres menschlichen Auftretens in positiver Erinnerung geblieben sind. Eine Besonderheit an der Handelshochschule Nürnberg war außerdem die familiäre Kultur, von der das Miteinander geprägt war. Sowohl zwischen den Studenten als auch zu den Professoren.

Ich muss sagen, wir waren schon stolz auf unsere Hochschule, wenn wir uns mit Studenten anderer Universitäten unterhalten oder getroffen haben. Und das konnten wir auch sein mit der Reputation eines Wilhelm Vershofen, Erich Schäfer oder Ludwig Erhard. Diese haben nicht nur die Lehre an der Handelshochschule geprägt, zu einem ihrer nachhaltigsten Erfolge gehörte 1934 auch die Gründung der späteren Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Mitarbeiter aus, was müssen Absolventen mitbringen, die bei Müller Medien Karriere machen wollen?

Besonderen Respekt haben wir vor Absolventen, die den zweiten Bildungsweg absolviert haben und sich im Idealfall für ein Studium mit Ausrichtung Vertrieb und Marketing entscheiden. Darüber hinaus sind Eigenschaften wie Neugier, Innovationsfreude und Durchsetzungswille gefragt sowie die Fähigkeit, sich und andere für gemeinsame Ziele und Projekte zu begeistern.

2006 haben Sie die Ehrenmedaille der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät erhalten und sind mit Ihrer Alma Mater durch Ihre Mitwirkung im Kuratorium der FAU nach wie vor verbunden. Welche Bedeutung hat dies für Sie?

Mein Bekenntnis zur FAU, meiner Ausbildungsstätte, ist stark ausgeprägt. Nicht nur wegen der hohen Reputation, sondern auch wegen des Standorts und ihrer Bedeutung für die Metropolregion. Ich habe mich bis zum heutigen Tag stets gefreut über die Auszeichnung, weil sie zeigt, wie die „Altvordern“ und die junge Studentengeneration zusammenhalten. Dieser Austausch überzeugt mich.

Sie engagieren sich seit vielen Jahren gesellschaftlich und sozial. 2011 haben Sie sich als einer der ersten Unternehmen in der Region entschieden, Deutschlandstipendien an drei begabte Studierende der FAU zu vergeben. Was hat Sie dazu motiviert?

Es war schon immer ein Anliegen unserer Unternehmensfamilie, motivierte junge Menschen zu fördern, die Freude daran haben, in ihre eigene Bildung zu investieren. Mit ihrer hervorragenden Qualifikation leisten sie einen wesentlichen Beitrag, um den Standort Deutschland zu stärken. Wir sind ein Exportland und die besten Interessensvertreter, die man sich vorstellen kann, sind engagierte Studentinnen und Studenten, die hier ausgebildet werden.

Gibt es etwas, was Sie der heutigen Studierendengeneration gerne mit auf den Weg geben würden?

Immer wieder den Blick über den Tellerrand schweifen lassen, versuchen, Einblicke in möglichst viele Branchen zu bekommen. Ich plädiere auch dafür, stets aufgeschlossen zu bleiben für die Ideen und Sichtweisen anderer und eine hohe Kommunikationsfähigkeit zu entwickeln; diese kann man sich durchaus erarbeiten.

Interview: Martina Weber

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