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Schlüsselloch-OP für Leberpatienten

Chirurgie des Uni-Klinikums etabliert neue Operationsmethode

Paula V. (59) aus Erlangen ist die zehnte Patientin, die von einem neuen Operationsverfahren in der Chirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Werner Hohenberger) des Universitätsklinikums Erlangen profitiert hat. Ein Fuchsbandwurm hatte ihre Leber angegriffen. Bei einer Routineuntersuchung war eine verkalkte Leberzyste entdeckt worden, die jetzt entfernt werden musste. Ein OP-Team unter Leitung von Prof. Dr. Roland Croner entfernte die kranken Teile der Leber (Leberresektion) mit einer laparoskopischen Operationsmethode, die er zuvor in New York und Paris kennengelernt hatte und die nun in der Europäischen Metropolregion Nürnberg erstmals angewendet wurde. Nach nur einer Woche Klinikaufenthalt konnte Paula V. jetzt nach Hause entlassen werden.

Bislang wurden Leberresektionen am Uni-Klinikum Erlangen auf herkömmliche Weise durchgeführt: Dabei wird über einen längeren Schnitt im Bauchbereich die Leber freigelegt und operiert. In den weltweit führenden Zentren für minimalinvasive Chirurgie in Paris und New York wurde vor einigen Jahren eine Methode entwickelt, die Leberresektion über eine Schlüsselloch-Operation durchzuführen. Dabei werden am Oberbauch vier maximal 1 cm große Öffnungen geschaffen, durch die Endoskope und das Operationsbesteck in den Körper eingeführt werden. Über einen weiteren Mini-Schnitt, der wie bei einem Kaiserschnitt über dem Schambein liegt, wird das abgetrennte Lebergewebe entfernt. In mehreren Studien ist belegt, dass die neue Operationsmethode keine Nachteile gegenüber dem herkömmlichen Verfahren hat. „Im Gegenteil – während der Operation verlieren die Patienten weniger Blut, sie haben anschließend weniger Wundheilungsstörungen und kaum Schmerzen“, sagt Prof. Croner. „Da die Operationswunden nicht genäht, sondern geklebt werden, müssen keine Fäden mehr gezogen werden. Die relativ kleinen Schnittwunden verheilen recht schnell und es bleiben nur kleine, kaum sichtbare Narben zurück“, erklärt Prof. Croner. In der Regel können die Patienten innerhalb einer Woche nach dem Eingriff die Klinik wieder verlassen.

Erhöhte Lebensqualität für Patienten – Erlangen leitet internationale Studiengruppe zur Etablierung des Verfahrens

Die Voraussetzungen, um die neue Methode am Uni-Klinikum Erlangen einzuführen, waren gut: Die Chirurgische Klinik verfügt über Operateure mit langjähriger Erfahrung in der Leberchirurgie. Außerdem stehen modernste bildgebende Verfahren zu Verfügung. Das ist wichtig, denn in der Leber sind einige große Blutgefäße, die bei der teilweisen Entfernung von Gewebe nicht beschädigt werden dürfen. Vor dem Eingriff wird deshalb in Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem Radiologischen Institut (Direktor: Prof. Dr. Michael Uder) anhand von CT- und MRT-Aufnahmen des Bauchraums die Anatomie der Leber präzise analysiert. „Dadurch können wir genau planen, wie und an welchen Leberschichten entlang das kranke Gewebe entfernt werden soll“, erläutert Prof. Croner. Während der Operation wird eine laparoskopische Ultraschall-Aufnahme der Leber gemacht, um die Lage der Lebertumoren exakt zu bestimmen, damit diese dann vollständig entfernt und gleichzeitig das gesunde Gewebe maximal geschützt werden kann. „Die laparoskopischen Techniken sind auch für Patienten nach offenen chirurgischen Eingriffen geeignet“, sagt Prof. Croner. Für den Austausch über die neue minimalinvasive Leberoperationsmethode und ihre Etablierung in Kliniken hat Prof. Croner jetzt mit Kollegen in New York und Paris einen internationalen Arbeitskreis gegründet.

Weitere Informationen über die Lebersprechstunde der Chirurgischen Klinik des Uni-Klinikums Erlangen: Tel.: 09131 85-33100 (Anmeldung: Montag und Mittwoch, 8 – 13 Uhr)

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Roland Croner
Tel.: 09131 85-42007
roland.croner@uk-erlangen.de

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