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FAU-Wissenschaftler für exzellente Forschung in Partikeltechnologie und Verfahrenstechnik ausgezeichnet

Prof. Peukert und Prof. Meier

Professor Dr.-Ing. Wolfgang Peukert, Lehrstuhl für Feststoff- und Grenzflächenverfahrenstechnik, FAU (links) und Dr. Andreas Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Solvay GmbH (rechts). Bildquelle: Solvay GmbH

Renommierter Ernest-Solvay-Preis geht an Prof. Dr. Wolfgang Peukert

Für seine wegweisenden Arbeiten im Bereich der Partikeltechnologie und Grenzflächenverfahrenstechnik wurde Professor Wolfgang Peukert, Inhaber des Lehrstuhls für Feststoff- und Grenzflächenverfahrenstechnik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) am 11. Oktober 2012 in Hannover mit dem Ernest-Solvay-Preis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und gehört zu den renommiertesten deutschen Auszeichnungen auf dem Gebiet der Verfahrenstechnik.

Partikelsysteme in Form von Pulvern, Emulsionen, Nanopartikeln, Schäumen werden in nahezu allen Industriezweigen als Zwischen- und End­produkte genutzt. Nanopartikeln sind die Bausteine der Nanotechnologie, sie liegen fein verteilt vor und können wie Legobausteine zu hierarchischen Strukturen zusammengebaut werden. Funktionale Partikelsysteme weisen chemische und physikalische Eigenschaften auf, welche sie höchst interessant für neue Hochleistungsmaterialien wie etwa druckbare Elektronik und Solarzellen, Membranen und Elektroden von Brennstoffzellen und Batterien machen. Es gibt aber auch zahlreiche Anwendungen in den Lebenswissenschaften wie z.B. der Lebensmitteltechnik, der Pharmazie, der Nanomedizin und der Biotechnologie.

Interdisziplinärer Ansatz macht Partikelsysteme vielseitig einsetzbar
Im Zentrum von Peukerts Arbeiten stehen grenzflächenbestimmte Partikelsysteme und die damit verbundene verfahrenstechnische Forschung und Lehre. Dies umfasst Methoden zur Herstellung, Formulierung und Charakterisierung von Partikeln. Er untersucht funktionale Partikelsysteme als Bausteine neuartiger Hochleistungsmaterialen, deren Produkteigenschaften entlang von Prozessketten für viele High-Tech-Anwendungen maßgeschneidert werden. Sein interdisziplinärer Ansatz öffnet der Verfahrenstechnik neue Anwendungen in der chemischen Industrie, aber auch in physikalisch bestimmten Feldern wie der Keramik, der druckbaren Elektronik und der Energietechnik. Seine Ansätze sind ebenfalls anwendbar in den Biowissenschaften: Beispiele sind die Grenzflächen in Lebensmittelschäumen (z.B. Schlagsahne) und pharmazeutische Formulierungen neuer Wirkstoffe. Wolfgang Peukert gelingt es so, Grundlagenforschung und universitäre Lehre mit aktuellen Fragestellungen in der Industrie zu verbinden.

Über den Preisträger
Prof. Dr. Wolfgang Peukert ist seit Frühjahr 2003 Inhaber des Lehrstuhls für Feststoff- und Grenzflächenverfahrenstechnik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seit 2007 koordiniert er darüber hinaus den Exzellenzcluster Engineering of Advanced Materials an der FAU, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Lücke zwischen Grundlagenforschung und Anwendung moderner Funktionsmaterialien zu schließen, und den er erfolgreich in seine zweite Förderperiode bis Ende 2017 führte. Im Rahmen des Exzellenzclusters baut er das Interdisziplinäre Zentrum für Funktionale Partikelsysteme auf.

2005 erhielt er mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis den höchstdotierten deutschen Forschungsförderpreis und wurde 2008 in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) und 2009 in die deutsche Akademie für Technikwissenschaften (acatech) berufen. Vor seinem Wechsel an die FAU hatte der heute 54-jährige den Lehrstuhl für Verfahrenstechnik an der Technischen Universität München inne. Zuvor war er in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Hosokawa Konzerns in Deutschland und Japan tätig.

Über Solvay und die Solvay Stiftung
Solvay ist ein internationales Chemieunternehmen mit Hauptsitz in Brüssel. Es bietet vielfältige Produkte und Lösungen, die zu höherer Lebensqualität beitragen. Die Solvay-Gruppe beschäftigt weltweit rund 29.000 Menschen, davon in Deutschland über 3.000 Mitarbeiter in den Unternehmensbereichen Chemie, Kunststoffe und Rhodia.

Die 1980 gegründete Ernest-Solvay-Stiftung geht auf Ernest Solvay (1838-1922) zurück, den belgischen Industriellen und Gründer des gleichnamigen Chemieunternehmens Solvay. Stiftungsziel ist es, herausragende Forschungsvorhaben zu ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt auf den Förderbereichen Bio- und Chemieingenieurwesen. Die Stiftung verleiht alle zwei Jahre den mit 20.000 Euro dotierten Ernest-Solvay-Preis an einen herausragenden Wissenschaftler einer nicht-industriellen Forschungseinrichtung aus dem Bio- und Chemieingenieurwesen. Voraussetzung ist, dass der Preisträger dabei das Fachgebiet in eigener Lehre vertritt. Informationen zum Preis und zur Stiftung finden sich im Internet unter www.solvay.de und www.solvay-stiftung.de.

Weitere Informationen
Professor Dr.-Ing. Wolfgang Peukert
09131/85-29400
wolfgang.peukert@lfg.fau.de
www.lfg.uni-erlangen.de

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