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FAU-Forscher gleich zweimal ausgezeichnet

Forschungspreise für frühzeitigere Erkennung und Behandlung von rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen

Zwei mit insgesamt 87.000 € dotierte Pfizer Speciality Care Forschungsförderpreise gehen an die Rheumatologie der Medizinischen Klinik 3 des Universitätsklinikums Erlangen. Eine unabhängige internationale Jury zeichnete damit zwei klinische Forschungsprojekte unter der Leitung von Dr. Jürgen Rech für ihre innovativen Ansätze zur Verbesserung der frühzeitigen Erkennung und Behandlung von rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen aus. Innerhalb der wissenschaftlichen Studien werden Patienten mittels neuster Bildgebungsverfahren untersucht, um rheumatisch-entzündliche Erkrankungen bereits in einem frühen Krankheitsstadium diagnostizieren und gezielt therapieren zu können.

Entzündliche Gelenkerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis und Psoriasis Arthritis gehören zu der Gruppe der Autoimmunerkrankungen und befallen hauptsächlich die kleinen Gelenke, wobei sie im Krankheitsverlauf zu Beeinträchtigungen des gesamten Bewegungsapparates führen können. Warum das Immunsystem den eigenen Körper attackiert, ist noch weitgehend unbekannt. Die entzündete Gelenkinnenhaut verdickt sich, die Gelenke schwellen an und schmerzen. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es häufig zu strukturellen Veränderungen der Gelenke und Knochen, was starke Einschränkungen der Mobilität zur Folge hat. Wird die Erkrankung aber bereits in einem frühen Stadium diagnostiziert und eine gezielte medizinische Behandlung begonnen, kann das Fortschreiten gehemmt und teilweise sogar gestoppt werden.

Hochauflösende Bildgebungsverfahren wesentlich für die Früherkennung
Die Erforschung rheumatologisch-entzündlicher Erkrankungen hat in den vergangenen Jahren bereits große medizinische Fortschritte erzielt und Patienten geholfen, die noch bis vor Kurzem behandlungsresistente Krankheitsverläufe hatten. „Wir wissen bereits, dass Autoimmunerkrankungen schon vor dem Auftreten der ersten körperlichen Symptome Veränderungen aufzeigen, die im Blut nachgewiesen werden können. Dabei handelt es sich um Antikörper gegen körpereigenes Gewebe,  sogenannte citrullinierte Proteine (ACPA-Antikörper)“, erklärte Dr. Rech. Ob aber bereits strukturelle Knochenveränderungen bei einem positiven Nachweis von ACPA-Antikörpern aufgetreten sind, ist bisher unbekannt. Mit der Vergabe des Pfizer Specialty Care Forschungspreises wird eine präklinische Studie gefördert, in der ein Team von Rheumatologen (Dr. Jürgen Rech, Arnd Kleyer, Stephanie Finzel) mittels hochauflösender Computertomografie (Mikro-CT) untersucht, ob und zu welchem Prozentsatz Patienten mit Autoantikörpern bereits Knochenveränderungen aufweisen.

Patienten mit einer Schuppenflechte entwickeln laut Literatur in bis zu 30 Prozent ihres weiteren Krankheitsverlaufs eine Psoriasis Arthritis (PsA). Häufig zeigen diese Patienten bereits in einem frühen Krankheitsstadium Knochenveränderungen ohne klinische Symptome, wie Schmerzen, Schwellungen oder Gelenksversteifungen (Ergebnisse Forschungsförderpreis 2011). Die Fortsetzung dieser Studie ist dieses Jahr mit einem weiteren Pfizer Speciality Care Forschungspreis ausgezeichnet worden. Unter Leitung von Dr. Rech und Prof. Dr. Michael Sticherling (Hautklinik des Uni-Klinikums Erlangen) werden Patienten mit bereits vorhandenen Knochenveränderungen mittels einer Magnetresonanztomografie untersucht, um festzustellen, ob bereits Entzündungen an den Gelenken vorhanden sind. Die Ergebnisse beider Studien können damit einen wesentlichen Beitrag zur Früherkennung von rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen leisten, sodass frühzeitig mit einer Therapie begonnen und Folgeerscheinungen vermieden werden können.

Weitere Informationen:

Sandra Jeleazcov
Tel.: 09131 85-39109
sandra.jeleazcov@uk-erlangen.de

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