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Malen und kreatives Schreiben grundlegend für den Menschen

Ausstellung_Das-Selbst-und-die-Anderen (Bild: FAU)

Malen und kreatives Schreiben sind in allen Lebensphasen von überaus großer Bedeutung. (Bild: FAU)

FAU-Forscher untersuchen erstmals die Bedeutung von der Kindheit bis ins hohe Alter

Malen und Schreiben stellen ein wichtiges Potenzial der Kreativität des Menschen dar, das zur kulturellen Bereicherung und zur sinnerfüllten Lebensgestaltung in allen Lebensphasen beitragen kann. Sie sind wesentliche Bestandteile zwischenmenschlicher Kommunikation und Ausdrucksformen der Persönlichkeit. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind erstmals der Frage nachgegangen, warum Menschen zu Stift und Pinsel greifen.

In dem Projekt „Malen und Schreiben in der Biographie“ beleuchtet ein interdisziplinäres Team (Prof. Dr. Michael v. Engelhardt, Prof. Dr. Susanne Liebmann-Wurmer, Susanne Butz, Andi Sontheimer, Catharina Schubach) unter Leitung von Prof. Dr. Michael von Engelhardt, Institut für Soziologie, und Prof. Dr. Susanne Liebmann-Wurmer, Lehrstuhl für Kunstpädagogik, warum sowohl bildnerisches Gestalten als auch kreatives Schreiben von der Kindheit bis ins hohe Alter von essenzieller Bedeutung für den Menschen sind. Sie untersuchen, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren malen und schreiben, in welchen Situationen, wie und mit welchen Mitteln sie das tun. Ein besonderes Interesse gilt dabei der Frage, welche Rolle bildnerisches Gestalten und kreatives Schreiben bei der Auseinandersetzung des Menschen mit sich selbst und mit seiner Umwelt spielen.

Die Ergebnisse machen insgesamt deutlich, wie wichtig gerade in der modernen Leistungsgesellschaft die Förderung des Potenzials von Malen und Schreiben für die Lebensgestaltung ist. In der Kindheit leisten Malen und Schreiben einen Beitrag zur Entwicklung von Sprache und Wahrnehmung, fördern Fantasie und Selbsttätigkeit und eröffnen den Zugang zur kulturellen Welt der Kunst und Literatur. Das gilt natürlich ebenso für alle nachfolgenden Lebensphasen. Im Jugendalter erleben manche Heranwachsende wahre Kreativitätsschübe im Malen und Schreiben: Sie werden zu Aktivitäten, denen eine grundlegende Bedeutung bei ihrer Suche nach einer eigenständigen Identität zukommt. Beim Übergang ins Erwachsenenalter nehmen diese kreativen Betätigungen häufig ab. Allerdings stellen Malen und Schreiben in dieser Altersphase oft einen wichtigen Ausgleich zu den Anforderungen in Beruf und Familie dar und helfen – wie in den anderen Lebensphasen auch –, Lebenskrisen und -umbrüche zu bewältigen. Nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben gewinnen sie eine neue Bedeutung als bereichernde Tätigkeiten, die die Teilnahme am kulturellen Leben fördern und nicht selten der Rückbesinnung auf das vergangene Leben dienen.

Insgesamt haben an der Untersuchung 180 Personen aller Altersgruppen teilgenommen. Mit diesen Personen führten die Wissenschaftler biographische Interviews, um sowohl die Bedeutung von Malen als auch von Schreiben in ihrem Leben herauszufinden. Außerdem wurden die Teilnehmer zu einem Mal- bzw. einem Schreibworkshop eingeladen, um die Praxis des bildnerischen Gestaltens und des kreativen Schreibens sowie deren Niederschlag in Bildern und Texten zu erfassen. Das Projekt ist Teil des interdisziplinären Forschungsverbunds „Die Bedeutung des Schreibens und kreativen Gestaltens für die Entwicklung des Menschen“ der FAU, der von der Staedtler-Stiftung gefördert wird.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Michael von Engelhardt
Tel.: 09131/85-22378
michael.v.engelhardt@soziol.phil.uni-erlangen.de

Prof. Dr. Susanne Liebmann-Wurmer
Tel.: 0911/5302-522
susanne.liebmann-wurmer@ewf.uni-erlangen.de

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