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Telemedizinisches Netzwerk für Epilepsie startet

Eine Fernberatung für Epilepsiekranke soll schneller für die nötige Hilfe sorgen können. (Bild: Uni-Klinikum Erlangen)

Eine Fernberatung für Epilepsiekranke soll schneller für die nötige Hilfe sorgen können. (Bild: Uni-Klinikum Erlangen)

Das Telemedizinische Netzwerk für Epilepsie in Bayern (TelEp) wurde am Donnerstag, 21. März 2013, von der bayerischen Gesundheitsstaatssekretärin Melanie Huml mit einer Live-Konsultation zwischen der Neurologischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan Schwab) des Universitätsklinikums Erlangen und der Neurologischen Klinik (Chefarzt: Dr. Johannes Mühler) des Leopoldina-Krankenhauses Schweinfurt gestartet.

Ein epileptischer Anfall und Epilepsien können ohne das nötige Fachwissen – insbesondere, wenn keine Verkrampfung auftritt – leicht übersehen werden. „Ein epileptischer Anfall bzw. eine Anfallsserie muss aber je nach Ausprägung innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden wirkungsvoll behandelt werden, um lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden“, sagte Prof. Dr. Hajo Hamer, Leiter des Epilepsiezentrums am Uni-Klinikum Erlangen, beim Start des Netzwerks. „Die Erfolgschance einer Therapie ist umso größer, je früher sie eingesetzt wird.“

Das Fachwissen zur präzisen Diagnose und Therapie des vielschichtigen Krankheitsbilds ist aber häufig nur in wenigen überregionalen Spezialzentren gebündelt. Deshalb soll jetzt mit dem neuen Netzwerk, das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit gefördert wird, das Spezialwissen in die Fläche exportiert werden. „Ich bin stolz, dass wir mit TelEp im fränkischen Raum starten und Erlangen dabei eine besondere Expertenrolle einnimmt. Die Telemedizin soll den direkten Kontakt zum Patienten nicht ersetzen“, sagte Staatssekretärin Huml. „Wir haben telemedizinische Projekte in ganz Bayern bisher mit 12 Mio. Euro gefördert und wollen auch in Zukunft weiter in diese Technologie investieren.“

Mehr Lebensqualität für Betroffene und Kosteneinsparung möglich

„Durch eine rechtzeitige und umfassende Therapie können in Bayern stationäre Krankenhauskosten eingespart werden, die durch verspätete oder nicht zielgenaue Therapien entstehen“, schätzt Prof. Hamer. „Entscheidend ist aber vor allem die Verbesserung der Lebensqualität für Betroffene, die nun durch die Telemedizin auch flächendeckend den Zugang zu einem Spezialzentrum haben.“ Nach dem Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt und dem Bezirkskrankenhaus Bayreuth sollen in den nächsten Monaten weitere Kliniken an das Netzwerk angeschlossen werden.

Epilepsien gehören zu den häufigsten chronisch-neurologischen Erkrankungen. In Bayern sind mehr als 65.000 Menschen aus allen Altersstufen davon betroffen. Es existieren mehr als 50 verschiedene Formen der Epilepsie, die zumeist zu Anfällen mit phasenweisem Bewusstseinsverlust oder auch einer allgemeinen Verkrampfung mit Sturzfolge führen.

Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Hajo Hamer
Tel.: 09131/85-39116
hajo.hamer@uk-erlangen.de

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