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Lebertransplantationszentrum: Politik muss Entscheidungsgrundlage zur Neustrukturierung überdenken

Gestern (13.06.13) war ein guter Tag für das Leberzentrum des Universitätsklinikums Erlangen. Die Diskussion im Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Bayerischen Landtages hat die Entscheidungsgrundlage des bayerischen Wissenschaftsministeriums und des Gesundheitsministeriums zur Schließung des Erlanger Lebertransplantationszentrums ins Wanken gebracht. Die Vorwürfe gegenüber dem Erlanger Zentrum im Hinblick auf die im Vergleich zu den anderen bayerischen Zentren schlechtere Ergebnisqualität des Lebertransplantationsprogramms können nicht mehr aufrecht erhalten werden.

„Wir hoffen, dass die Ministerien ihre Entscheidungsgrundlage im Hinblick auf eine optimale Versorgungsstruktur für Leberpatienten jetzt noch einmal kritisch überprüfen“, sagte der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Heinrich Iro in einer ersten Stellungnahme. „Eine Schließung des Erlanger Lebertransplantationszentrums hat weitreichende Folgen für die Metropolregion. So eine Entscheidung sollte nicht auf Grund eines zweifelhaften Gutachtens ohne Überprüfung im Hauruck-Verfahren getroffen werden.“

Aus Sicht des Universitätsklinikums Erlangen gibt es drei gute Gründe, das Erlanger Lebertransplantationszentrum nicht zu schließen:

1. Die Empfehlung zur Schließung des Erlanger Lebertransplantationsprogrammes im so genannten „Mühlbacher-Bericht“ ist nach Aussage seines Verfassers Prof. Dr. Ferdinand Mühlbacher  heute im Umwelt- und Gesundheitsausschuss nur  seine „persönliche Stellungnahme“. Seine Aussagen über die unterschiedliche Ergebnisqualität der bayerischen Lebertransplantationsprogramme seien „nicht der Weisheit letzter Schluss“. Dazu hätte eine statistische Bewertung durchgeführt werden müssen, in der neben der Krankheitsschwere von transplantierten Patienten auch viele weitere Faktoren hätten eingehen müssen (risikoadjustierte statistische Bewertung). Wie der Sonderprüfer der Prüfungs- und Überwachungskammer aus  der Landesärztekammer Berlin Prof. Dr. Gerd Otto  dem Gesundheits- und Umweltausschuss weiter erläuterte, könne aus den von Prof. Mühlbacher erhobenen Daten nicht gefolgert werden, dass die Ergebnisqualität des Lebertransplantationszentrums Erlangen schlechter sei, als in den übrigen bayerischen Zentren. Ohne eine solche risikoadjustierte statistische Bewertung würden „Äpfel mit Birnen verglichen“, sagte Prof. Otto.

2. Das Uni-Klinikum Erlangen liegt im Hinblick auf die Bevölkerungsdichte im Herzen der Europäischen Metropolregion Nürnberg – der zweitgrößten Region Bayerns. Eine Schließung aus strukturpolitischen Gründen ist nicht plausibel. Im Gegenteil: Prof. Mühlbacher lobte in seinem Bericht die „sehr gute von Fakultät und Krankenhaus unterstützte Struktur des Zentrums“.

3. Am Uni-Klinikum Erlangen gab es keine Verfehlungen im Zusammenhang mit dem Organspendeskandal.

Weitere Informationen:

Johannes Eissing
Tel.: 09131 / 85-36102
presse@uk-erlangen.de

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