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Erste Leberteilresektion mit DaVinci-OP-Roboter in Deutschland

Da Vinci Roboter

Der DaVinci-OP-Roboter in Aktion. (Bild: Universitätsklinikum Erlangen)

Günther Kühnel (69) aus Gößweinstein/Kleingesee ist der erste Patient in Deutschland, dem mit Hilfe des DaVinci-OP-Roboters ein Teil seiner Leber entfernt werden konnte. „Mit dieser Operation haben wir gezeigt, dass die moderne, roboterassistierte Chirurgie auch bei Lebereingriffen sehr erfolgreich ist“, sagte Prof. Dr. Roland Croner aus der Chirurgischen Klinik (Direktor Prof. Dr. Dr. h. c. Werner Hohenberger) des Universitätsklinikums Erlangen nach dem Eingriff. Der Vorteil für Patienten: kaum Blutverlust, kleine OP-Narben und kürzerer Aufenthalt im Krankenhaus.

Nur fünf kleine Schnitte auf der Bauchdecke verraten, dass Günther Kühnel vor wenigen Tagen operiert wurde. Bei der Nachkontrolle konnte Operateur Prof. Dr. Croner seinem Patienten eine erfreuliche Nachricht überbringen: „Das Tumorgewebe wurde komplett entfernt und alles ist optimal verheilt – ab morgen können Sie wieder Holzhacken.“ Vor zwei Wochen sah es noch ganz anders aus. Der Patient wurde aus dem Krankenhaus Pegnitz ins Leberzentrum des Universitätsklinikums Erlangen verlegt, da bei einer Lungenembolie-Behandlung durch Zufall ein Tumor an den Gallengängen erkannt wurde. „In der Regel werden solche Tumore erst bemerkt, wenn es zu spät ist und die Patienten gelb werden“, weiß Prof. Croner.

Ultraschall

Erfolgreich operiert: Prof. Dr. Roland Croner entfernte einen Teil der Leber von Günther Kühnel mit Hilfe des DaVinci-OP-Roboters. (Bild: Universitätsklinikum Erlangen)

Kühnel hatte doppeltes Glück: Der Tumor wurde in einem frühen Stadium entdeckt und konnte mit Hilfe des DaVinci-OP-Roboters schonend operiert werden. In die Bauchdecke des Patienten wurden dabei fünf kleine Öffnungen geschnitten, durch welche dann die Greifarme und das Endoskop des technischen OP-Assistenten geschoben wurden. Anschließend konnte der Operateur von einer Konsole aus den Patienten operieren. „Das fühlt sich an, wie wenn der Operateur im Bauch des Patienten sitzt und mit höchster Präzision das Gewebe operiert“, beschreibt Prof. Croner das neue OP-Verfahren. Der Vorteil für Patienten: Es wird weniger Blut verbraucht, die OP-Narben verheilen in der Regel rasch, es entstehen weniger Schmerzen, und die Patienten können schon nach wenigen Tagen wieder nach Hause. „Bei herkömmlichen Leberoperationen muss die gesamte Bauchdecke über einen 30-40 cm langen L-Schnitt geöffnet werden und Patienten müssen fast zwei Wochen im Krankenhaus verbringen.“ Kühnel konnte bereits wieder nach sechs Tagen nach Hause. „Ich hatte nach der OP keinerlei Beschwerden“, sagte er.

Das neue OP-Verfahren kommt nicht für jeden Patienten in Frage. „Es hängt von der Tumorausdehnung, Größe und der Anatomie des Patienten ab, welche OP-Technik angewendet werden kann“, erläuterte Prof. Croner. Mit den Operationen sei es wie mit Tabletten – für jeden Menschen müsse die passende Methode gefunden werden. Die DaVinci-OP-Methode bei Lebereingriffen erweitert das Spektrum der Leberchirurgie jetzt am Uni-Klinikum Erlangen. Der nächste Eingriff ist schon in wenigen Tagen geplant.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Roland Croner
Tel.: 09131/85-33296
roland.croner@uk-erlangen.de

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