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Präziser und schonender: Modernstes Herzkatheterlabor Europas eröffnet

Untersuchung eines Patienten im neuen Herzkatheterlabor (Bild: Uniklinikum Erlangen)

Untersuchung eines Patienten im neuen Herzkatheterlabor (Bild: Uniklinikum Erlangen)

Das modernste Herzkatheterlabor Europas wird am Mittwoch, 16.10.13, an der Medizinischen Klink 2 – Kardiologie und Angiologie (Direktor: Prof. Dr. Stephan Achenbach) des Universitätsklinikums Erlangen eröffnet. „Die neue Technik ermöglicht uns die exakte Darstellung haarfeiner Strukturen des Herzens“, sagt Prof. Achenbach. Außerdem werde die Strahlenbelastung um bis zu 60 Prozent reduziert. Im Erlanger Herzkatheterlabor haben die Kardiologen im vergangenen Jahr rund 4.300 diagnostische und therapeutische Eingriffe am Herzen vorgenommen. Bei der Langen Nacht der Wissenschaften am 19.10.13 und einem Tag der offenen Tür am 23.11.13 kann das neue Labor besichtigt werden.

Im Herzkatheterlabor wird ein millimeterdünner, flexibler Schlauch (Katheter) unter Röntgenkontrolle durch die Blutgefäße zum Herz vorgeschoben. Auf diese Weise lassen sich Herzerkrankungen sehr genau diagnostizieren und immer häufiger auch behandeln. Das betrifft meistens Patienten mit Herzinfarkt und mit koronarer Herzerkrankung. Engstellen und Verschlüsse der Herzkranzgefäße können exakt lokalisiert, Engstellen mit kleinen Ballons aufgedehnt und Gefäßaussackungen mit Gefäßstützen (Stents) behandelt werden. „Aber auch immer mehr andere Herzerkrankungen lassen sich mit Kathetern im Herzkatheterlabor therapieren – so zum Beispiel Herzrhythmusstörungen und einige Herzklappenfehler“, erläutert Prof. Achenbach. Gemeinsam mit den Kollegen der Herzchirurgischen Klinik (Direktor: Prof Dr. Michael Weyand) und der Kinderkardiologischen Abteilung (Leiter: Prof. Dr. Sven Dittrich) werden in teilweise technisch aufwändigen Prozeduren auch sehr schwerwiegende Herzerkrankungen behandelt.

Kombination von Herz-Ultraschall- und Röntgenbildern für präzise Diagnostik

Um optimale technische Voraussetzungen auch für komplexe Eingriffe zu schaffen, hat das Universitätsklinikum jetzt in die neue biplane Herzkatheteranlage des Typs „Siemens Artis Q.zen“ investiert. Die Gesamtkosten betragen etwa 1.5 Millionen Euro. „Durch die Kombination von besonders ausgefeilter Gerätetechnik – zum Beispiel hochempfindliche Röntgendetektoren auf der Basis von Siliziumkristallen – und modernsten Softwareverfahren zur Bildverarbeitung, wie sie in bisher keinem anderen Herzkatheterlabor zu finden sind, können die Eingriffe mit besonders guter Bildqualität und bei gleichzeitig niedriger Strahlenexposition durchgeführt werden“, erläutert Prof. Achenbach. Dadurch lassen sich Gefäßstützen in den Herzkranzgefäßen besonders exakt positionieren. Außerdem können dreidimensionale Bilder des Herzens angefertigt werden, die für manche Eingriffe hilfreich sind. Schließlich lassen sich zum Beispiel auch Ultraschallbilder aus dem Inneren des Herzens in Röntgenbilder so integrieren, dass krankhafte Veränderungen besonders genau lokalisiert werden können.

Das neue Herzkatheterlabor steht für die Versorgung von Patienten mit Herzinfarkt und anderen akuten Erkrankungen rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche im Internistischen Zentrum des Uni-Klinikums (Ulmenweg 18) zur Verfügung. Weitere Informationen unter: www.medizin2.uk-erlangen.de, Tel.: 09131/85-35300

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Stephan Achenbach
Tel.: 09131/85-35301
stephan.achenbach@uk-erlangen.de

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