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Forschern über die Schulter blicken

Einblicke bei der Langen Nacht der Wissenschaften (Bild: FAU)

Einblicke bei der Langen Nacht der Wissenschaften 2011 (Bild: FAU)

Anschauen, zuhören, experimentieren:

Ein Musikinstrument, das man spielen kann, ohne es anzufassen, einen operationserfahrenen Roboter, einen Crashkurs in arabischen Schriftzeichen und noch vieles mehr – das können interessierte Besucher bei der Langen Nacht der Wissenschaften an der FAU erleben. Mit zahlreichen Demonstrationen, Experimenten und Führungen, aber auch einer großen Auswahl spannender Vorträge laden die Forscherinnen und Forscher im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen dazu ein, für eine Nacht selbst zum Wissenschaftler zu werden. Wer sich von den erstaunlichsten Effekten in Natur und Technik verzaubern lassen will, kommt ebenso wenig zu kurz wie die Liebhaber von Sprachen und Literatur – oder diejenigen, die einen tieferen Einblick in unser Wirtschaftsleben gewinnen möchten. Institute und Lehrstühle aller fünf Fakultäten der FAU, das Uni-Klinikum sowie andere universitäre Einrichtungen öffnen zur Wissenschaftsnacht ihre Türen und freuen sich auf neugierige Nachtschwärmer.

Alle zwei Jahre ist sie das Highlight im Veranstaltungskalender der Region: die Lange Nacht der Wissenschaften. Mit ihren über 35.500 Studierenden und mehr als 3.000 Wissenschaftlern ist die FAU naturgemäß einer der größten Projektpartner – und fährt auch diesmal wieder das volle Programm auf. In Nürnberg präsentieren sich vor allem der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FAU, die erziehungswissenschaftlichen Fächer sowie die Energieforscher, die auf AEG ihren Sitz haben. In Fürth treten die Experten für neue Materialien auf den Plan. In Erlangen schließlich reicht das Spektrum von den Ingenieuren über die Naturwissenschaftler und Mediziner bis hin zu den Vertretern der Geisteswissenschaften. Ein Besuch lohnt sich überall.

Im Erlanger Schloss heißen Markgraf Friedrich und Markgräfin Wilhelmine die Gäste willkommen, welche die Schaltzentrale der Universität kennenlernen wollen. Ab 18 Uhr findet jeweils einmal pro Stunde für Gruppen bis zu 25 Personen eine Führung mit dem Uni-Archivar statt. Bei der zentralen Ankerveranstaltung im Audimax ab 18.15 Uhr kommen Themen aus sehr unterschiedlichen Fachgebieten zur Sprache. Zunächst geht es um den freien Willen aus der Sicht neuester Erkenntnisse der Hirnforschung. Danach werden „Monster im Weltall“ vorgestellt: schwarze Löcher. Mit Erfahrungen aus der Praxis wird anschließend belegt, was sich gegen religiösen Hass tun lässt. Schließlich steht das Licht im Blickpunkt – in dem mit Experimenten angereicherten Vortrag wird die gesamte Bandbreite der Optik präsentiert, welche die Grundlage für die heutigen Forschungen des Erlanger Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts bildet.

Wirtschaft für alle

Wie funktionieren eigentlich Versicherungen? Habe ich das Zeug zum Manager? Und was muss passieren, damit Frauen in den Führungsetagen angemessen repräsentiert sind? Antworten auf Fragen wie diese gibt es auf dem Gelände des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften. Besucher können erfahren, wie Menschen in Deutschland wirklich über Steuerhinterziehung denken – und in einem kleinen Fallbeispiel die eigenen moralischen Maßstäbe testen. Ob beim Nachhaltigkeitsquiz oder bei verhaltensökonomischen Experimenten – immer wieder zeigt sich: Wirtschaft geht alle an, nicht nur Industriebosse und Marketing-Theoretiker. Zu Gast ist außerdem der US-Generalkonsul, der gemeinsam mit FAU-Experten in einer Podiumsdiskussion die zweite Amtszeit von Präsident Barack Obama analysiert. In der Findelgasse steht außerdem das Thema Menschenrechte auf dem Programm: Auskunft dazu geben zum Beispiel Amnesty International, das Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg oder das Nürnberger Menschenrechtszentrum, die am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften zu Gast sind.
(Nürnberg, Programm (PDF, 24 MB) S. 171 – 178)

Schul-Satiren und mathematische Schönheiten

Dem Ernst des Lebens, der mit dem ersten Schultag beginnt, begegnen Pädagogen und Erziehungswissenschaftler auf dem Campus Regensburger Straße der FAU auch mit Ironie und Satire. Karikaturen spiegeln schulische Probleme wider, die Simpsons und Co. äußern sich zum Thema Erziehung. Nachdenklich wird es, wenn gefragt wird: Was gibt Kindern beim Schulanfang Selbstbewusstsein – und welchen Herausforderungen sind Lehrer heute manchmal ausgesetzt? Im historischen Rückblick ergibt sich, wie wir von der Tontafel zum Smartphone in der Lehre gekommen sind. Die Kunstpädagogik stellt Projekte in der  Wohnsiedlung Rangierbahnhof vor. Und nicht zuletzt soll eine große Frage beantwortet werden: Kann Mathematik Spaß machen – und schön sein? Mit kuriosen Rechenaufgaben, Filmen und Zaubertricks treten Mathematik-Pädagogen der FAU den Beweis an.
(Nürnberg, Programm (PDF, 24 MB) S. 202 – 207)

Energiebündel im Haus

Auf AEG hat sich die FAU mit ihren Energie-Forschern und Produktionsexperten angesiedelt – und zeigt im Energie Campus Nürnberg (EnCN) beispielsweise ein interaktives Modell, das ein Haus mit Photovoltaikanlage und Batteriespeicher simuliert. Besucher können die Werte für Strompreis, Einspeisevergütung, Größe der Photovoltaikanlage oder Kapazität der Batterie einstellen und beobachten, was sich ergibt. Kann der selbst erzeugte Strom vollständig in den Eigenverbrauch fließen? Können Hauseigentümer sogar einen Gewinn erzielen? In größerem Maßstab geht es um die Strom- und Wärmeversorgung zusammenhängender Siedlungen – und um die Energiewende in ganz Bayern. Dabei kommen neue Technologien wie die chemische Speicherung von Wasserstoff ins Spiel, die am EnCN entwickelt werden.
(Nürnberg, Programm (PDF, 24 MB) S. 128, 131, 138)

Im Flug durch den Reaktor

Ein Elektronenstrahl wandert über Metallpulver und schmilzt die Partikel exakt dort zusammen, wo später eine feste Struktur sein soll, mehrere Male, Schicht für Schicht. Im Anwenderzentrum „VerTec“ in der Fürther Uferstadt, Technikum 2, ist zu verfolgen, wie komplizierte Bauteile, ähnlich wie im 3D-Drucker, heranwachsen. Solche Bauteile sind etwa für chemische Reaktoren nötig, die es möglich machen, regenerative Energien zu speichern. In flüssigen Trägermedien wird dabei Wasserstoff aufbewahrt, der erst bei Bedarf wieder Energie liefert. Ein begehbares, hundertfach vergrößertes Modell und ein virtueller 3D-Flug machen das Reaktorinnere zugänglich. Im Technikum 1 ist eines der größten Rasterelektronenmikroskope der Welt zu bewundern.
(Fürth, Programm (PDF, 24 MB) S. 126)

Feuerwerk der Technik

Im Südgelände der FAU in Erlangen machen Ingenieur- und Naturwissenschaften mit ihrem umfassenden Angebot die Entscheidung nicht leicht. Soll man sein musikalisches Hochfrequenz-Talent testen und das „Theremin“ ausprobieren, ein Instrument, das zum Spielen keine Berührung braucht? Bilder von van Gogh zum Leben erwecken, Tierkommunikation nach Mustern durchforschen, sich selbst mittels Signalverarbeitung dreidimensional wahrnehmen? Oder in der Hochspannungstechnik einen Blitzstoßversuch wagen? Wie viel Lärm eine Windkraft-Kleinanlage macht, wäre genauso interessant, oder auch der dreidimensionale Druck einer Beinprothese. Die Werkstoffwissenschaftler suchen die heißesten Besucher, aus deren Wissens-Energie mit dem weltweit ersten thermoelektrischen Generator auf Diamantbasis am meisten Strom gewonnen werden kann – und belohnen sie mit Diamantschmuck. Von der Glühbirne, die eigentlich gar nicht glüht, sondern leuchtet, ist der Weg nicht allzu weit bis zu der Gießmaschine, die in dieser Nacht keine Aluminiumbauteile, sondern Schokoladen-Kostproben fertigt. Forschungsprojekte der INI.FAU mit AUDI in Ingolstadt zeigen, was die Wissenschaft für die Automobilindustrie tun kann. Und das ist noch lange nicht alles.
(Erlangen, Programm (PDF, 24 MB) S. 71 – 96)

Sprach- und Lauscherlebnisse

Tatort Mittelalter: Ein fränkischer Edelmann wird kaltblütig ermordet, doch die Spurenlage ist äußerst unklar. Dieses Schauspiel zum Mitmachen bieten die Historiker den nächtlichen Gästen – und laden außerdem zum Umtrunk in ihre Schenke. Und da Fremdsprachen sexy machen: Wie wäre es, im Sprachlern-Parcours ungeahnte Fähigkeiten zu entdecken? Auch unter dem Zeichen des Nordlichts locken Sprachen in der Philosophischen Fakultät der FAU zum Kennenlernen: Norwegisch, Schwedisch oder Isländisch. Eine zweiteilige, musikalisch begleitete Reise führt vom Goldenen Tor in Jerusalem über das Tal Josaphat zum Ölberg. Theaterwissenschaftler fordern dazu heraus, sich im Labyrinth zu verirren; bei den studentischen Initiativen „unimax“ und „Klangtapete“ gibt es Cocktails über den Kopfhörer und das minutenschnelle Lauscherlebnis Hunderter von Buchseiten. Sinologen präsentieren eine Szene aus einem modernen chinesischen Theaterstück, und nicht weit davon ist beispielsweise zu erfahren, warum Japaner Angst vor Geistern haben.
(Erlangen, Programm (PDF, 24 MB) S. 52 – 61, 65 – 66)

Den Krankheiten die Stirn bieten

Das Universitätsklinikum lädt in seinem Hörsaalzentrum zu vier parallel laufenden Vortragsreihen. Hier können sich die Besucher wahlweise über Augenerkrankungen und Tumoren, Depressionen, Stammzellforschung, Organspenden, Epilepsie, Zahnmedizin, neue Impfstoffe, Trojanische Antikörper, über Würmer im Einsatz zum Schutz vor Allergien und vieles mehr informieren. Mehrere Kliniken und Institute der Medizinischen Fakultät bieten Führungen, Demonstration und Mitmach-Aktionen an.
(Erlangen, Programm (PDF, 24 MB)  S. 43 – 51)

Im Nano-Wunderland

Warum kann der Gecko an der Decke laufen? Um das zu begreifen, muss man Nanometer kennenlernen – also gedanklich einen Meter in eine Milliarde gleicher Teile zerschneiden. Im Miniatur-Maßstab verbergen auch Pflanzen ihre Geheimnisse: Die Lotusblume lässt Schmutz einfach abtropfen, und Kohlrabiblätter stehen ihr nicht nach, wie kleine Forscher beim Exzellenzcluster Engineering of Advanced Materials (EAM) erleben können. Der Mensch folgt der Natur in die winzigsten Regionen und baut selbst Nano-Strukturen – Tüftler unter den Kindern können das nachahmen und einen Buckyball basteln.

Außerdem haben Institute der FAU von 14 bis 17 Uhr für die jüngeren Wissenschafts-Fans unter anderem Origami-Faltkurse, Theater-Mitspielaktionen und eine Tierparade vorbereitet, die Frösche, Fische und Insekten auf ihrem Weg zum erwachsenen Tier begleitet. Der Nachwuchs kann ein Knatterboot zu Wasser lassen, Halloween-Schmuck anfertigen und verstehen lernen, wie Inlineskates oder Schlittschuhe funktionieren. Die Erziehungswissenschaftler in Nürnberg haben ebenfalls ein buntes Kinderprogramm auf Vorrat.
(Erlangen, Programm (PDF, 24 MB) S. 224 – 228; Nürnberg, S. 235 – 238)

Für Groß und Klein ist also sowohl am Nachmittag als auch in der Langen Nacht 2013 bestens gesorgt. Die Espressobar beim Neubau der Universitätsbibliothek und die Cafeteria in der Erlanger Kochstraße sorgen für das leibliche Wohl; in Nürnberg swingt die WiSo-Band im Büro für Internationale Beziehungen, wo es auch frische Drinks gibt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der FAU möchten viele Menschen bei sich begrüßen, die offen für Neues sind und sich begeistern lassen.

Informationen für die Medien:

Blandina Mangelkramer
Tel.: 09131/85-70210
presse@fau.de

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