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Planet der Menschen: Kartenwelten fürs neue Jahrtausend

Montag, 21.Oktober, 18.30 Uhr, Kleiner Hörsaal, Bismarckstraße 1, Erlangen

Unser Raumverständnis verändert sich mit unserer Wahrnehmung der Welt. Diese Veränderungen wirken sich auch auf die Darstellungen von geographischen Karten aus. Am Montag, 21. Oktober, stellt Dr. Benjamin Henning von der University of Oxford an der FAU neuartige Kartenprojektionen vor: Seine Visualisierungsmethode illustriert eine Welt im 21. Jahrhundert, die an vielen Orten durch den Menschen geprägt ist. Organisiert wird der Vortrag von der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (FGG) und dem Institut für Geographie der FAU. Der Eintritt beträgt 3 Euro (ermäßigt 1,50 Euro), für Mitglieder der FGG ist der Eintritt frei.

Schon immer spielten Globalisierungsprozesse eine wichtige Rolle für das Raumverständnis und die Wahrnehmung der Welt. Dies schlug sich auch in Karten nieder. Die Mercator-Projektion steht symbolhaft am Anfang dieser Entwicklungen: Auf ihnen kommt dem physischen Raum eine zentrale Bedeutung zu, man kennt sie aus gewöhnlichen Atlanten. Mercator-Projektionen markieren den Beginn der großen Entdeckungsreisen und die Eroberung von – aus europäischer Sicht – unbekannten Welten.

Zur letzten Jahrtausendwende riefen Geologen ein neues geologisches Zeitalter aus: das Anthropozän. Es umfasst den Zeitabschnitt, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren geworden ist.  Es wird bis heute auf Mercator-Projektionen gezeigt. Unser Verständnis vom Raum hat jedoch im Zuge der vielfältigen Verflechtungen von Mensch und Umwelt erheblich an Komplexität gewonnen, so dass diese Karten nicht mehr geeignet sind als Erklärungsversuche des globalen Wandels zu dienen.

In seinem Vortrag stellt Dr. Henning alternative geographische Visualisierungsmethoden anhand neuer so genannter anamorpher Kartenprojektionen vor – scheinbar gewölbte und verzerrte Kartendarstellungen. Die vielfältigen Beispiele illustrieren eine Welt im 21. Jahrhundert, die an vielen Orten erheblich durch den Menschen geprägt ist – und die trotz vielfältiger Globalisierungsprozesse gleichzeitig noch Raum für ganz neue Entdeckungsreisen in neue Welten bietet.

Dr. Benjamin D. Henning ist Senior Research Fellow an der School of Geography and the Environment, University of Oxford. Er hat Geographie, Bodenkunde, Soziologie und Verkehrswissenschaften in Köln und Bonn studiert. Im Jahr 2011 promovierte er an der University of Sheffield. Dr. Henning wurde vielfach ausgezeichnet: 2012 mit dem Deutschen Studienpreis der Körber Stiftung, zuletzt mit dem Springer Thesis Prize for scientific excellence and impact on research.

Weitere Informationen zur Veranstaltung: www.fgg-erlangen.de

Ansprechpartner:

Christiane Sell
Tel.: 09131/85-27681
christiane.sell@fau.de

 

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