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Aktiv gegen Depression

Marie-Luise D. bei der Bouldertherapie. (Bild: Uni-Klinikum Erlangen)

Marie-Luise D. bei der Bouldertherapie. (Bild: Uni-Klinikum Erlangen)

Projekt „Klettern und Stimmung“ geht in die zweite Runde – Teilnehmer gesucht

„Der erste Kurs unseres Studienprojekts „Klettern und Stimmung – aktiv gegen Depression“ war ein voller Erfolg“, sagt PD Dr. Katharina Luttenberger aus der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Johannes Kornhuber) des Universitätsklinikums Erlangen. Über 40 Patientinnen und Patienten konnten bisher an dem neuen vielversprechenden Therapieansatz in der Boulderhalle Erlangen-Dechsendorf teilnehmen. Der nächste Kurs beginnt im April. Interessenten können unverbindlich zu einem Informationsabend am Mittwoch, 12.03.2014, um 18.00 Uhr oder am Mittwoch, 19.03.2014, um 11.00 Uhr in die Kopfkliniken des Uni-Klinikums Erlangen, Schwabachanlage 6, kommen oder ein Infogespräch unter den Telefonnummern 09191/3550412 und 09131/9745451 vereinbaren.

Menschen, die an einer Depression leiden, haben ab Donnerstag, 10. April 2014, und ab Donnerstag, 26. Juni 2014, jeweils von 10 bis 13 Uhr wieder die Möglichkeit, kostenlos an einer achtwöchigen Bouldergruppe in Erlangen-Dechsendorf teilzunehmen. Bouldern ist das spielerische Klettern ohne Seil in Absprunghöhe. Es gibt unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, weshalb die Sportart individuell abgestimmt werden kann. „Damit ist Bouldern gerade auch für Menschen geeignet, die noch nie viel Sport gemacht haben“, sagt Dr. Luttenberger. Vor und nach dem Klettern gibt es außerdem eine Achtsamkeitsrunde. „Vorkenntnisse oder ‚Sportlichkeit‘ sind also nicht erforderlich!“

Die Boulderhalle „Blockhelden“ unterstützt die Gruppe nicht nur mit einem Nachlass auf den Gruppeneintrittspreis: „Da wird auch noch mal ein Tritt zusätzlich angeschraubt, wenn Not am Mann ist“, berichten die Bouldertherapeuten Stefan Först und Matthias Schopper. Kletterschuhe steuert der Outdoorausrüster Edelrid bei. „Unsere Erfahrungen aus den letzten Gruppen und mit anderen Projekten zeigen, dass Klettern und Bouldern eine wirksame Therapie für Menschen mit Depression sein kann“, so Dr. Luttenberger. Um diese Erfolge nachzuweisen, wird das Projekt wissenschaftlich begleitet. Dazu füllen die Teilnehmer zu Beginn des Projekts und dreimal nach je acht Wochen kurze Fragebögen aus. Selbstverständlich werden die Angaben der Patienten streng vertraulich behandelt.

PD Dr. Katharina Luttenberger unterstützt Patienten beim Klettern (Bild: Uni-Klinikum Erlangen)

PD Dr. Katharina Luttenberger unterstützt Patienten beim Klettern (Bild: Uni-Klinikum Erlangen)

Seit April 2013 wird die Bouldertherapie über die Ambulanz der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen angeboten. Dadurch lernen Menschen mit Depressionen, spielerisch positive Erfahrungen zu sammeln und ihre Grenzen wahrzunehmen, anzuerkennen, aber auch über sich selbst hinauszuwachsen und ihre Erfolge wertzuschätzen. „Die Resonanz auf die Gruppe ist überwältigend“, sagt die Studienleiterin. Viele Teilnehmer sind begeistert vom wertschätzenden Umgang der Therapeuten und von Kameradschaft sowie Vertrauen in der Gruppe. Außerdem spüren die Patienten, dass „Klettern und Stimmung“ ihnen dazu verholfen hat, ihren Alltag wieder besser zu bewältigen und selbstbewusster zu werden. Ein Teilnehmer beschreibt seine Erfahrungen so: „Zunächst fühle ich mich körperlich besser und geistig aktiver und ausgeglichener. Außerdem hat mir (uns) die Teilnahme auch zu Erfolgserlebnissen verholfen und damit auch mein Selbstvertrauen wieder aufgerichtet. Aus eigenem Antrieb hätte ich mich nie an diese Sportart herangewagt.“ Nicht zuletzt deshalb hat sich das Team um die beiden Bouldertherapeuten Stefan Först und Matthias Schopper sowie die betreuende Wissenschaftlerin PD Dr. Katharina Luttenberger dazu entschieden, die Studie zu verlängern.

Weitere Informationen:

PD Dr. Katharina Luttenberger
Tel.: 09131/85-34650
katharina.luttenberger@uk-erlangen.de

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