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Eine glatte Eins für praxisnahe Lehre

Jutta Schirmer-Roggenhofer, Leiterin des DATEV-Informationszentrums in Nürnberg, überreicht Prof. Dr. Wolfram Scheffler, Inhaber des FAU-Lehrstuhls Betriebswirtschaft, insbesondere Steuerlehre die Urkunde "Best Practice Education". (Bild: DATEV eG/Kurt Fuchs)

Jutta Schirmer-Roggenhofer, Leiterin des DATEV-Informationszentrums in Nürnberg, überreicht Prof. Dr. Wolfram Scheffler, Inhaber des FAU-Lehrstuhls Betriebswirtschaft, insbesondere Steuerlehre die Urkunde „Best Practice Education“. (Bild: DATEV eG/Kurt Fuchs)

FAU-Lehrstuhl Betriebswirtschaft, insbesondere Steuerlehre mit „Best Practice Education“-Siegel ausgezeichnet

Wenn Wissenschaft und Wirtschaft kooperieren, haben sie dafür viele gute Gründe. Einer der wichtigsten: die ideale Vorbereitung der Studierenden auf das spätere Berufsleben. Wie das genau geht, zeigte der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Steuerlehre an der FAU und wurde dafür von der DATEV eG mit dem Siegel „Best Practice Education“ ausgezeichnet.

Grau ist alle Theorie – das ist eine Binsenweisheit. Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen setzen aber genau deshalb seit einigen Jahren verstärkt auf eine Zusammenarbeit. Studierende sollen nicht nur sattelfest in den wissenschaftlichen Inhalten ihres Fachs sein, sondern auch eine Vorstellung davon haben, was die Berufspraxis erfordert, wenn sie die Uni verlassen.

Was vielerorts noch als Novum gefeiert wird, ist für die FAU seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit. Seit 1989 unterhält der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre eine Bildungspartnerschaft mit der DATEV. Sein heutiger Inhaber, Prof. Dr. Wolfram Scheffler, blickt persönlich auf eine noch längere Verbindung mit dem Nürnberger IT-Unternehmen zurück. Er kam bereits 1983, als er noch an der Universität in Mannheim war, das erste Mal mit DATEV in Berührung. „Damals ging es um aktuelle Steuerinformationen, die wir von der DATEV auf Papier erhalten hatten“, erinnert er sich.

Einige Universitäten wollten das Know-how der DATEV für ihren Lehrbetrieb nutzen. Anfang der achtziger Jahre war das in der Satzung der Genossenschaft der steuerberatenden Berufe aber noch nicht vorgesehen, denn Zugang zu ihren Produkten und Dienstleistungen sollten ausschließlich Berufsangehörige haben. „Dr. Sebiger, der Gründer der DATEV und erste Vorstandsvorsitzende, hat sich darum gekümmert, dass Ausnahmen gemacht wurden“, berichtet Scheffler.

„Führerschein“ macht fit für die Praxis

Seitdem hat sich viel getan: Aus den Ausnahmen wurde die DATEV-Partnerschaft für Bildung mit inzwischen rund 2000 Kooperationen an Berufsschulen, Hochschulen und privaten Bildungseinrichtungen. Und auch in der Wissensvermittlung an den Hochschulen hat sich viel geändert. An der FAU können BWL-Studierende einen sogenannten DATEV-Führerschein machen, der sie näher an das spätere Berufsleben als Steuerberater heranführt – wenn sie sich vorher entsprechend qualifiziert haben. „Die FAU legt großen Wert auf gute Vorleistungen der Studierenden. So müssen sie sowohl im Fach „Buchführung“ als auch in „Jahresabschluss“ gute Noten vorweisen“, erklärt die Leiterin des Nürnberger Informationszentrums der DATEV, Jutta Schirmer-Roggenhofer. „Das ist deshalb wichtig, weil gerade die Bedeutung der Basiskompetenz „Buchen“ von vielen Studierenden unterschätzt wird. Später im Beruf müssen sie das aber können.“

Durch diese Vorauswahl der Teilnehmer ist das Niveau sehr hoch – auf 70 Interessenten kommen 25 Plätze pro Semester. Zuletzt benötigten die Studierenden einen Notenschnitt von 1,7 in der Buchführungsklausur, um zugelassen zu werden. Wer dann teilnehmen darf, erhält unter anderem eine Einführung in diejenigen Programme, die in den meisten der deutschen Steuerberatungskanzleien zum Einsatz kommen. Darüber hinaus gehören an der FAU Vorlesungen des Vorstandsvorsitzenden der DATEV, Prof. Dieter Kempf, zu diesem Programm, das mit einer Prüfung abschließt. „85 Prozent der Teilnehmer bestehen den Test“, berichtet Schirmer-Roggenhofer, die ihrerseits Vorlesungen an der Technischen Hochschule Nürnberg sowie an den Universitäten Bamberg und Würzburg gibt, die mittlerweile ebenfalls Bildungspartnerschaften mit der Genossenschaft unterhalten und den „Führerschein“ anbieten.

Ausgezeichnete FAU

Die FAU gehörte bereits zum Kreis der Pilothochschulen für das Programm. Deshalb, aber insbesondere auch aufgrund des langjährigen Engagements für den Kanzleinachwuchs jenseits der klassischen universitären Inhalte und wegen des hohen Niveaus der Teilnehmer, zeichnete die DATEV den FAU-Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre jetzt mit dem Siegel „Best Practice Education“ aus. Bundesweit haben bereits elf Lehrstühle diese Auszeichnung erhalten. „Wir wollen mit dem Siegel Aufmerksamkeit dafür schaffen, wie ideenreich und praxisnah einige Unis und Fachhochschulen heute dafür sorgen, dass ihre Studierenden fit für ihre spätere Karriere werden“, erklärt Schirmer-Roggenhofer, „und natürlich zum Nachahmen anregen“.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Wolfram Scheffler
Tel.: 0911/5302-346
scheffler@steuerlehre.com

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