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FAU-Wissenschaftler kommen Entstehung von Asthma auf die Spur

Arzt hört Kind ab (Bild: Uni-Klinikum Erlangen)

Bild: Uni-Klinikum Erlangen

Protein BATF trägt zu asthmatischen Reaktionen bei

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Heilen können Ärzte die Krankheit bisher jedoch nicht. Wissenschaftlern des Universitätsklinikums der FAU ist es nun gelungen, ein Eiweiß zu identifizieren, das für die Entstehung von Asthma mitverantwortlich ist. Ihre Erkenntnis könnte dabei helfen, neue Therapien zu entwickeln, um Asthma dauerhaft zu heilen.

Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die bei den Betroffenen zu schwerer Atemnot und vermehrter Schleimproduktion in den Bronchien führt. Mediziner unterscheiden zwischen der allergischen und der nicht-allergischen Variante der Krankheit, abhängig von ihrem Auslöser. Die FAU-Wissenschaftler um Prof. Dr. Dr. Susetta Finotto und Nina Sopel konnten in ihrer Studie nun ein Eiweiß nachweisen, dass maßgeblich an der Entstehung von allergischen Asthma beteiligt ist: das Protein BATF.

BATF (basischer Leuzin-Zipper Transkriptionsfaktor) ist bereits aus früheren Studien als essenzieller Faktor für die Entstehung von TH17-Zellen bekannt. Diese TH17-Zellen gehören zu den sogenannten T-Zellen, die im menschlichen Immunsystem dafür verantwortlich sind, Fremdkörper wie beispielsweise Bakterien zu bekämpfen. Bei allergischem Asthma allerdings wenden sich die TH17-Zellen gegen den eigenen Körper: Sie schütten Botenstoffe aus, die dafür sorgen, dass weitere Entzündungszellen in die Atemwege einwandern.

In ihrer Studie wiesen die Wissenschaftler nun einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Anteil an BATF in den Zellen und allergischem Asthma nach. In Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen untersuchten die FAU-Wissenschaftler im Rahmen der europaweiten Studie PreDicta, die die Zusammenhänge zwischen Atemwegsinfektionen und einer Verschlimmerung von Asthma erforscht, asthmatische Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren. Dabei stellten Prof. Finotto und ihr Team ein erhöhtes Vorkommen von BATF fest. Daraufhin setzten sie ihre Experimente in Modellversuchen fort, in denen das BATF jedoch fehlte. Das Ergebnis: In den Modellversuchen waren die Asthmasymptome, wie beispielsweise die Entzündung der Lunge, stark verringert. Die Erlanger Wissenschaftler hoffen nun, dass aufbauend auf diesen Ergebnissen zukünftig Medikamente entwickelt werden können, die Asthma dauerhaft heilen.

Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler kürzlich in der Fachzeitschrift „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ veröffentlicht: doi:10.1016/j.jaci.2013.09.049

Weitere Informationen:

Nina Sopel, M. Sc.
Tel.: 09131/85-35907
nina.sopel@uk-erlangen.de

 

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