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Initiative „Gesundheitsregionen der Zukunft“

Prof. Dr. Oliver Schöffski ist Leiter des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Gesundheitsmanagement an der FAU. (Bild: FAU)

Mit Vernetzung zu einer besseren Patientenversorgung

Zellersatz, Telemedizin, patientengeführte elektronische Akten, Bekämpfung von multiresistenten Erregern und eine bessere Wahrnehmung und Versorgung von psychischen Erkrankungen: Diese Schwerpunkte haben die „Gesundheitsregionen der Zukunft“. Im Rahmen der gleichnamigen Initiative fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung fünf Regionen, in denen mit Hilfe von Netzwerken die medizinische Versorgung verbessert und Innovationspotenziale genutzt werden sollen. Wissenschaftlich begleitet werden diese sowie weitere Regionen vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI und dem Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Mit der Initiative „Gesundheitsregionen der Zukunft“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2009 in fünf Regionen den Aufbau regionaler Netzwerke mit allen am Innovationsprozess beteiligten Akteuren aus Wissenschaft und Praxis. Dazu gehören Ärztinnen und Ärzte, Krankenhäuser, Patientenverbände und Hersteller von Medizintechnik. Ziele dieser Netzwerke sind eine verbesserte medizinische Versorgung, die Aktivierung von Innovations- und Forschungspotenzialen der Regionen sowie die nachhaltige Stärkung regionaler gesundheitswirtschaftlicher Wertschöpfungsketten.

In fünf Regionen soll die medizinische Versorgung verbessert werden

Die fünf geförderten Gesundheitsregionen konzentrieren sich auf unterschiedliche Themen: In Stuttgart wird im Rahmen eines Projekts zur regenerativen Medizin Zell- und Gewebeersatz entwickelt (REGiNA), im strukturschwachen ländlichen Raum Nordbrandenburgs wird die telemedizinische Versorgung von Herz-Kreislauf-Kranken erforscht (FONTANE), an der Ostseeküste liegt der Fokus auf der Bekämpfung multiresistenter Erreger (HICARE), in Hamburg steht die bessere Versorgung bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder  Essstörungen in Mittelpunkt (psychenet), und im Rhein-Neckar-Raum wird eine patientengeführte elektronische Akte für an Darmkrebs und Diabetes erkrankte Menschen entwickelt (INFOPAT).

Wissenschaftlich begleitet werden die fünf geförderten sowie sechs weitere nicht-geförderte Gesundheitsregionen des Wettbewerbs durch ein Team des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI sowie des Lehrstuhls für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Diese wissenschaftliche Begleitforschung soll die Regionen unter anderem bei der nachhaltigen Umsetzung ihrer Innovationen unterstützen. Dr. Tanja Bratan, Projektmitarbeiterin am Fraunhofer ISI, nennt Beispiele für diese Unterstützung: „Wir bereiten für die Regionen Informationen zu wichtigen Themen auf, beispielsweise zu Möglichkeiten der Finanzierung nach dem Ende der BMBF-Förderung oder der Kommunikation mit verschiedenen Zielgruppen. Weiterhin führen wir Workshops durch, die sowohl der Vermittlung von Informationen als auch dem Austausch zwischen den Regionen dienen.“

Wie können Innovationen in die Regelversorgung gebracht werden?

Im Rahmen der Begleitforschung haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem gemeinsam mit Vertretern der Regionen die Frage untersucht, wie Innovationen in einem komplexen, regulierten System in die Regelversorgung gebracht werden können. Hier wurde ein wesentlicher Zielkonflikt deutlich: Da die Krankenkassen die Erhebung von Zusatzbeiträgen möglichst vermeiden müssen, findet ihre Planung hauptsächlich im Ein-Jahres-Rahmen statt. Die Refinanzierung von Innovationen benötigt jedoch mehrere Jahre, da Wirkungen auf die Gesundheit erst längerfristig zum Tragen kommen. Durch die kurzfristig angelegte Planung ist es also für Krankenkassen schwierig, in Innovationen zu investieren, die sich erst langfristig entwickeln. Dies ist sowohl für Krankenkassen als auch für innovative Regionen unbefriedigend. Um diese Situation etwas zu lindern, müssten von Anfang an gemeinsame Konzepte erarbeitet werden, in denen die Kosten verteilt werden.

Tanja Bratan betont jedoch: „Für die Integration von Innovationen in die Regelversorgung ist nicht allein die finanzielle Sicherung relevant. Weitere wichtige Themen für die Gesundheitsregionen sind die langfristig angelegte Struktur und Kapazität der Netzwerke, die Unterstützung durch die Politik vor Ort sowie die Anpassungsfähigkeit an sich verändernde regionale Bedarfe.“

Oberstes Ziel der Begleitforschung ist es, in den „Gesundheitsregionen der Zukunft“ nachhaltige Strukturen und Projektergebnisse zu erzielen, die nach dem Ende der Projektförderung weiterbestehen −

Informationen zur Initiative „Gesundheitsregionen der Zukunft“ gibt es unter www.bmbf.de/de/12547.php, Näheres zur wissenschaftlichen Begleitforschung unter  www.begleitforschung-gesundheitsregionen.de.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Oliver Schöffski
Tel.: 0911/5302-313
oliver.schoeffski@fau.de

 

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