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Podiumsdiskussion: Risiko Brustkrebs

Prof. Dr. Peter Dabrock wird am 4. Dezember mit Prof. Dr. Rita Schmutzler vom Uniklinikum-Köln, Nina Weber vom Gesundheitsressort Spiegel Online und Stefanie Houwaart vom BRCA-Netzwerk diskutieren. (Bild: FAU)

Donnerstag, 4. Dezember 2014, 19.30 Uhr, Kollegienhaus, Universitätsstraße 15, Erlangen

Welche Möglichkeiten der Diagnostik und Prävention gibt es bei Brustkrebs? Wie wird ermittelt, welche Maßnahme für wen die beste ist? Diese und weitere Fragen werden im Mittelpunkt eines öffentlichen Vortrags mit Podiumsdiskussion an der FAU am Donnerstag, 4. Dezember, stehen. FAU-Professor Dr. Peter Dabrock, zugleich Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrats, und Prof. Dr. Rita Schmutzler vom Universitätsklinikum Köln werden gemeinsam mit Nina Weber, Gesundheitsressort Spiegel Online, und Stefanie Houwaart vom BRCA-Netzwerk, einer Organisation für von Brustkrebs Betroffene und Angehörige, über den aktuellen Stand der Forschung und Maßnahmen zur Vorbeugung von Brustkrebs informieren und gemeinsam mit dem Publikum debattieren. Beginn ist um 19.30 Uhr im Senatssaal des Kollegienhauses in der Universitätsstraße 15 in Erlangen. „Es ist für uns wichtig, mit Betroffenen und Interessierten ins Gespräch zu kommen. Brustkrebs ist ein Thema, bei dem die Öffentlichkeit mitdiskutieren soll“, betont Dabrock.

Spätestens seit Angelina Jolie im Frühjahr 2013 medienwirksam bekanntgab, dass sie Trägerin eines Hochrisikogens für Brust- und Eierstockkrebs ist und sich vorsorglich das Brustgewebe entfernen ließ, ist Brustkrebs ein öffentliches Dauerthema geworden – mit handfesten Konsequenzen in den Kliniken. „Wir beobachteten einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Beratung zu genetischen Tests und nach prophylaktischen Mastektomien, also der vorsorglichen Entfernung des Brustgewebes“, berichtet Prof. Dr. Rita Schmutzler, Direktorin des Zentrums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs am Universitätsklinikum Köln und Koordinatorin des Deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs. Hier wie an anderen Orten können die Anfragen mit den vorhandenen Kapazitäten kaum bewältigt werden. „Besonders, wenn es in der Familie schon Betroffene gibt, wollen sich viele Frauen Gewissheit über ihr Brustkrebsrisiko verschaffen – und dann auch etwas unternehmen“, sagt Schmutzler. „Dabei sollte man nichts überstürzen, gerade weil die Möglichkeiten der genetischen Diagnostik nicht nur klärend, sondern auch verunsichernd und belastend sein können.“

Welche Maßnahmen für welche Betroffene geeignet sind, ist ein Problem mit vielen Facetten. „Die medizinische Angemessenheit einer Maßnahme ist sicher zentral. Aber es gibt auch noch weitere entscheidende Fragen, beispielsweise: Welche sozialen Effekte hat ein Gentest für die betroffene Person? Soll ein Risiko eher kurzfristig oder eher langfristig ermittelt werden? Und nicht zuletzt: Wie können Leistungen für Risikopatientinnen im Gesundheitssystem finanziert werden?“, erläutert Prof. Dr. Peter Dabrock.

Die Veranstaltung findet im Zusammenhang mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „SYSKON. Re-Konfiguration von Gesundheit und Krankheit. Ethische, psychosoziale, rechtliche und gesundheitsökonomische Herausforderungen durch die Systemmedizin” statt. Das an der FAU angesiedelte Verbundprojekt erhält bis 2017 insgesamt 840.000 Euro, unter anderem für die Erforschung aktueller Herausforderungen und Strategien im Umgang mit Brustkrebsrisiken.

Weitere Informationen:

Dr. Björn Sydow
Tel.: 09131/85-26079
bjoern.sydow@fau.de

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