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Forstwirtschaft oder Naturschutz?

Symbolbild: Panthermedia

FAU-Studierende untersuchen Nutzungskonflikte in Naturschutzgebiet Brucker Lache

Podiumsdiskussion Mittwoch, 28. Januar, 15 Uhr, Walderlebniszentrum Tennenlohe

Forstarbeiten sollen die Nachhaltigkeit des Waldes fördern. Dennoch können sie Schäden in der Natur versuchen. Dabei finden solche Arbeiten nicht nur in wirtschaftlich genutzten Wäldern, sondern auch in Naturschutzgebieten statt – beispielsweise in der Brucker Lache, einem Waldgebiet im Erlanger Stadtgebiet. In einem Projektseminar haben Studierende vom Institut für Geographie der FAU untersucht, welche Konflikte zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz dabei entstehen.

Den Wald weiterentwickeln und Nadelwälder wieder in Mischwälder verwandeln: Das ist die Aufgabe von Forstarbeiten in Naturschutzgebieten. Durch den Einsatz großer Maschinen zur Ernte und zum Abtransport von Holz können jedoch Schäden in der Natur entstehen. Diesen Widerspruch von der gegenwärtigen forstlichen Nutzung und Naturschutz untersuchten 20 FAU-Studierende im Wintersemester 2014/15 in einem Projektseminar am Beispiel Brucker Lache. Die Teilnehmer beschäftigten sich mit den rechtlichen Grundlagen, wie Naturschutz- und Waldgesetz, sowie den beteiligten Instanzen und Behörden, beispielsweise Forstverwaltung und Naturschutzämter, und deren Interessen. Wie sind forstwirtschaftliche Eingriffe gesetzlich geregelt? Welche Auswirkungen hat die Forstwirtschaft in dem Naturschutzgebiet Brucker Lache? Welche Möglichkeiten der Einflussnahme bestehen für die Bürger?

Ein Ergebnis: Naturschutz und Forstwirtschaft lassen sich nicht leicht mit einander vereinbaren. „Die Studierenden haben festgestellt, dass in der Brucker Lache rund 24 Kilometer Rückegassen  – unbefestigte Wege, auf denen Bäume maschinell transportiert werden – angelegt wurden“, erklärt Seminarleiter Dr. Thomas Sokoliuk. Diese können zu Bodenverdichtung führen, wodurch weniger Luft und Wasser durch den Boden in die Pflanzen gelangen. Außerdem, so das Ergebnis der Studierenden, würden durch die ganzjährige forstliche Nutzung zudem Vögel in ihrer Brutzeit gestört.

Ihre Ergebnisse präsentieren die Seminarteilnehmer der Öffentlichkeit am Mittwoch, 28. Januar, um 15 Uhr, im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion im Walderlebniszentrum Tennenlohe, Weinstraße 100, in Erlangen. Im Anschluss diskutieren Dr. Peter Pröbstle vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Erlangen, Roland Blank, Forstbetriebsleiter Bayerische Staatsforsten, und Claus Rammler (Regierung von Mittelfranken/Naturschutz, Ansbach) zusammen mit Seminarleiter Dr. Sokoliuk die Ergebnisse und stehen für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Weitere Informationen:

Dr. Thomas Sokoliuk
Tel.: 09131/85-26684
thomas.sokoliuk@fau.de

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