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Medikationsdaten können Leben retten

v.l.n.r.: Prof. Dr. Harald Dormann (Chefarzt der zentralen Notaufnahme im Klinikum Fürth), Dr. Franz Jobst (Ärztegenossenschaft Mittelfranken e.G.), Ilse Aigner (Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und Stellvertretende Ministerpräsidentin), Walter Greul (geschäftsführender Gesellschafter, ASTRUM IT GmbH), Prof. Dr. Joachim Hornegger (Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Ralph Steidl (Geschäftsführer, ASTRUM IT GmbH). (Bild: ASTRUM IT GmbH)

Forscher entwickeln Plattform zur Vernetzung von Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken

Fehlt Ärzten, die einen neuen Patienten behandeln – zum Beispiel im Notfall – die Information, welche Medikamente der Patient bereits einnimmt, kann es zu folgenschweren Fehlmedikationen kommen: Medikationsfehler oder nicht erkannte Nebenwirkungen sind inzwischen eine häufigere Todesursache als Verkehrsunfälle. Um diese Informationslücken zu schließen, entwickelten Forscher der FAU gemeinsam mit dem Erlanger Software-Unternehmen ASTRUM IT, dem Klinikum Fürth, der Ärztegenossenschaft Mittelfranken und Hellmann Consult ein System zum digitalen Austausch von Medikationsdaten zwischen Ärzten, Krankenhäusern, Apotheken und anderen Gesundheitsdienstleistern. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat das Projekt mit einem Millionenbetrag gefördert. Am 29. Juli erhielt Staatsministerin Ilse Aigner bei ihrem Besuch in Erlangen den Abschlussbericht aus der Hand von Walter Greul, geschäftsführender Gesellschafter von Astrum IT.

„Welche Medikamente nehmen Sie denn?“ Viele Patienten können diese Frage eines behandelnden Arztes, zum Beispiel bei Einlieferung in eine Klinik, nicht präzise beantworten – sei es, weil sie die Medikationsliste nicht im Kopf haben oder weil sie nicht ansprechbar sind. Das kann fatale Folgen haben: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen gelten weltweit als eine der häufigsten Todesursachen; etwa jede zehnte Krankenhauseinweisung und jeder zwölfte Krankenhaustodesfall werden durch Medikamente verursacht. Dabei sind medikamentenbedingte Not- oder gar Todesfälle prinzipiell vermeidbar.

Pharmakologen der FAU haben gemeinsam mit Projektpartnern eine Lösung entwickelt, die dazu einen wichtigen Beitrag leistet: Im Rahmen des Forschungsprojektes „eMediPlan – Sektorübergreifende Kommunikation von Medikationsdaten“ werden Niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser informationstechnologisch so vernetzt, dass Medikationsdaten digital übermittelt werden können. So können die Ärzte in Echtzeit auf die notwendigen Informationen zur Behandlung ihrer Patienten zugreifen.

Zum Abschluss und als Förderin des Forschungsprojektes besuchte Staatsministerin Ilse Aigner am 29. Juli den Firmensitz von ASTRUM IT in Erlangen-Tennenlohe, um das Konsortium zu seiner erfolgreichen Arbeit zu beglückwünschen. „Mit eMediPlan ist eine Produktinnovation im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit entstanden“, erläutert Ralph Steidl, Geschäftsführer der ASTRUM IT und Projektleiter. „Die Informationen aus dem System in Verbindung mit dem Wissen des Arztes ermöglichen eine bis zu 25 Prozent höhere Erkennungsrate von unerwünschten Arzneimittelwirkungen.“ Das System wird derzeit bereits im Folgeprojekt „MetropolMediplan 2016“ in einer von deutschlandweit drei Modellregionen zur Erprobung und Weiterentwicklung des bundeseinheitlichen Medikationsplans eingesetzt.

Auch in diesem Projekt wissen die Tennenloher Software-Entwickler nicht nur die räumliche Nähe zur FAU zu schätzen, sondern begrüßen auch generell das fruchtbare Forschungsumfeld. Bereits in früheren Forschungsprojekten hat das Unternehmen erfolgreich mit Lehrstühlen der FAU zusammengearbeitet. „Im Sinne der Vernetzung, nicht nur zwischen Arztpraxen, sondern auch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schätzen wir als mittelständisches Unternehmen die Zusammenarbeit mit der Universität sehr und freuen uns, mit eMediPlan ein weiteres tolles Projekt gemeinsam mit der Uni umzusetzen,“ so Steidl.

 

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