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Teilbrustbestrahlung mit Multikatheter-Brachytherapie bringt beste Ergebnisse

Prof. Dr. Vratislav Strnad. (Bild: Uni-Klinikum Erlangen)

Neue Brustkrebsstudie zeigt: Multikatheter-Brachytherapie über fünf Tage ist der Gesamtbrustbestrahlung über sieben Wochen nicht unterlegen und gewebeschonender

Gute Nachricht für Brustkrebs-Patientinnen: In einer europaweiten Studie in 16 europäischen Krebszentren unter Leitung von Prof. Dr. Vratislav Strnad aus der Strahlenklinik des Universitätsklinikums Erlangen konnte bewiesen werden, dass bei Patientinnen mit einem Mammafrühkarzinom die großvolumige intensive Gesamtbrustbestrahlung der gewebeschonenden Multikatheter-Brachytherapie nicht überlegen ist. Bei der Multikatheter-Brachytherapie wird die Strahlenquelle mithilfe von Nadeln und Minikathetern direkt in den Tumor eingeführt. „Die Therapieergebnisse bei Patientinnen, die mit der organ- und gewebeschonenden Brachytherapie in fünf Tagen behandelt wurden, waren mindestens genauso gut wie bei einer Vergleichsgruppe von Patientinnen, die über sieben Wochen mehrere intensive und nebenwirkungsreichere Gesamtbrustbestrahlungen erhalten haben“, sagt Prof. Strnad.

Im Rahmen der Studie wurden die Ergebnisse bei rund 1.200 Patientinnen fünf Jahre nach ihrer Therapie ausgewertet. „Der Vorteil der Multikatheter-Brachytherapie liegt neben der kurzen Therapiedauer vor allem darin, dass Herz, Lunge und Haut bei dieser Strahlentherapie deutlich weniger belastet werden als bei der konventionellen Strahlentherapie“, erläutert Prof. Strnad. Bisher habe es weltweit keine überzeugende Studie gegeben, die eindeutig belegt, dass die Ergebnisse der Teilbrustbestrahlung gegenüber der Gesamtbrustbestrahlung mindestens gleichwertig sind.

Bei 99 Prozent der Patientinnen blieb die erkrankte Brust tumorfrei

Die Studie unter Leitung von Prof. Strnad zeigt nun, dass bei der Teilbrustbestrahlung 95,03 Prozent der Patientinnen fünf Jahre nach der Therapie ohne weitere Krebserkrankung überlebt haben und bei der Gesamtbrustbestrahlung 94,4 Prozent. Darüber hinaus – unabhängig von der Methode der Bestrahlung – blieb bei 99 Prozent der Patientinnen die erkrankte Brust tumorfrei. Bei beiden Therapievarianten wurde zuvor immer eine brusterhaltende Operation durchgeführt. Die Therapievariante wurde in der Studie für die Patientinnen nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. In die Studie eingeschlossen wurden nur Frauen, die über 40 Jahre alt waren, deren Mammafrühkarzinom kleiner als 3 Zentimeter war und die keine Metastasen hatten. Prof. Strnad wird die Studienresultate erstmals am Montag, 19. Oktober 2015, auf dem größten radioonkologischen Kongress, dem „ASTRO‘s Annual Meeting“, mit über 10.000 Teilnehmern in San Antonio (USA) vorstellen.

Unter dem Titel „Accelerated partial breast irradiation (APBI) using sole interstitial multicatheter brachytherapy versus whole breast irradiation with boost after breast conserving surgery for low risk invasive and in-situ carcinoma of the female breast” werden die Ergebnisse der multizentrischen randomisierten Phase-III-Studie auch in der kommenden Ausgabe des für Mediziner weltweit führenden Fachmagazins „The Lancet” veröffentlicht.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Vratislav Strnad
Tel.: 09131/85-33419
vratislav.strnad@uk-erlangen.de

Johannes Eissing
Tel.: 09131/85-36102
presse@uk-erlangen.de

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