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Erlanger Schülerforschungszentrum – von der CNC-Fräse bis zum Feuchtesensor

Thomas Maier hat früher selbst am Erlanger Schülerforschungszentrum teilgenommen und ist jetzt Tutor. (Bild: FAU/Erich Malter)

Eigene Ideen in die Praxis umsetzen

Schülerinnen und Schülern, die sich für Naturwissenschaft und Technik interessieren, bietet das Erlanger Schülerforschungszentrum für Bayern (ESFZ) eine ganz besondere Förderung: In Forschungscamps beschäftigen sich die Jugendlichen mit selbst ausgedachten wissenschaftlichen Projekten. Dafür stellt das Department Physik der FAU sowohl Räume als auch Ausstattung zur Verfügung. Fachkundig begleitet werden die Schüler von FAU-Professoren wie etwa Prof. Dr. Gisela Anton, von Wissenschaftlern wie Dr. Angela Fösel sowie von Studierenden und ehemaligen Teilnehmern des Projektpraktikums.

13-mal selbst dabei

Fragt man Thomas Maier nach seinen Erfahrungen mit dem Schülerforschungszentrum, zieht er kurzerhand sein Portemonnaie aus der Hosentasche. Befördert mit einem gezielten Handgriff ein dickes Bündel visitenkartengroßer Kärtchen heraus und wirft sie mit lässigem Schwung auf den Tisch. „Das sind 13 Namenskarten“, sagt er stolz. Sie bedeuten, dass er als Schüler insgesamt 13-mal am ESFZ teilgenommen hat. So „um die 15 Jahre alt“ war er, als er zum ersten Mal bei einem der ESFZ-Forschungscamps dabei war. Seine Projekte, an denen er gemeinsam mit seinen Schulfreunden Lukas Kamm, der noch Schüler ist, und Stefan Berger getüftelt hat, reichten von einer CNC-Fräse über eine Solaranlage bis hin zur jüngsten Forschungsarbeit, der Entwicklung von Bodenfeuchtesensoren, um Pflanzen zu bewässern. „Wir wollten etwas entwickeln, mit dem man ein Areal gleichmäßig bewässern kann, denn der Wasserverbrauch einer Pflanze kann sehr stark variieren“, erklärt der heute 19-Jährige. Für diese Erfindung haben Maier und Kamm als Vertreter für Deutschland an der INESPO 2015, der International Environment & Sustainability Project Olympiade in Amsterdam, einem internationalen Wettbewerb, übrigens eine Goldmedaille eingeheimst.

Im ESFZ habe Thomas Maier jede Menge „Knowhow und Unterstützung“ vermittelt bekommen. Zum Beispiel, wenn ein Versuch mal fehlgeschlagen ist. Oder Unterstützung in Form von Empfehlungen für die Teilnahme an unterschiedlichen Jungforscherwettbewerben auf regionaler, bundesweiter und europäischer Ebene. Dazu viele Tipps von Physikstudenten, wie man einen Versuchsaufbau gestalten könne. Geschätzt hat Thomas Maier auch den intensiven Austausch unter den ESFZ-Schülern selbst.

Elektrotechnik statt Physik

Heute studiert Thomas Maier an der FAU nicht Physik, sondern Elektrotechnik. „Ich möchte nicht Theoretiker werden, sondern – wie ein Ingenieur – etwas in die Anwendung bringen“, erklärt Maier. Im Studium profitiert er vom ESFZ enorm: „Von vielen Themen habe ich schon einmal gehört. Im Studium fällt mir jetzt einiges leichter und außerdem kenne ich bereits einige wichtige Anlaufstellen und vor allem Dozenten und Studenten“, sagt der Nachwuchswissenschaftler. Außerdem habe er in den Forschungscamps gelernt, wie man Projekte managt und organisiert.

Jetzt Tutor

„Sobald ich den Entschluss gefasst hatte zu studieren, war klar, dass ich ESFZ-Tutor werde“, sagt Maier. Die rundum positiven Erfahrungen am Erlanger Schülerforschungszentrum möchte er unbedingt an junge Schüler weitergeben. In der Elektronikwerkstatt des Physik-Departments mit ihrer modernen Ausstattung an Geräten und Methoden für die Schülerforschungsprojekte fühlt er sich noch immer wie zuhause.

Der nächste große Schritt ist bereits getan. Im Rahmen des Weltraumprojekts Eu:CROPIS, an dem die FAU beteiligt ist und in dem untersucht wird, wie Organismen auf Schwerelosigkeit über einen langen Zeitraum reagieren, wird der von Thomas Maier und Lukas Kamm entwickelte Bodenfeuchtesensor zum Einsatz kommen.

Diesen Beitrag ist eine Vorabveröffentlichung des Textes in der kommenden 100. Ausgabe des FAU-Magazins alexander.

Text: Ilona Hörath

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