Wenn der eigene Krankenhausbesuch zukünftigen Patienten hilft

Eine Fernberatung für Epilepsiekranke soll schneller für die nötige Hilfe sorgen können. (Bild: Uni-Klinikum Erlangen)
Bild: Uniklinikum Erlangen

Bayerische Initiative untersucht, wie Patienten von digitaler Medizin profitieren

Was wäre, wenn Krankenhäuser und Arztpraxen aus jedem Kontakt mit einem Patienten neue Erkenntnisse für zukünftige Diagnosen und Therapien anderer Patienten ziehen und damit die Gesundheitsversorgung insgesamt optimieren könnten? Noch dazu automatisiert? An diesem Ziel arbeiten Mediziner und Medizinische Informatiker der FAU zusammen mit Wissenschaftlern anderer bayerischer Hochschulen im Zentrum Digitalisierung Bayern (ZD.B). Zum Auftakt ihrer Arbeit veranstaltet die Themenplattform „Digitale Gesundheit/Medizin“ am 4. und 5. April in Erlangen ein hochkarätig besetztes Symposium. Die kostenlose Anmeldung ist ab sofort online möglich.

Gleich zu Anfang der Konferenz geht es zum Beispiel darum, wie elektronische und mobile Anwendungen in der Medizin sowohl Patienten als auch der Forschung zu Gute kommen können oder wie sich aus einer detaillierten Dokumentation von Krankheitsverläufen und deren Behandlung Wissen für neue innovative Behandlungskonzepte generieren lässt. In weiteren Vorträgen werden die digitalen Prozesse in der Medizin, die Möglichkeiten und Grenzen der Teletherapie sowie die Vorteile eines einheitlichen Medikationsplans, der die Sicherheit von Patienten deutlich erhöht, vorgestellt. Am zweiten Tag stehen unter anderem die Themen Qualität und Nutzen von Gesundheits-Apps oder Anwendungsfelder medizinischer Daten in Zeiten von Cloud Computing und Big Data auf dem Programm.

Das Symposium soll Anknüpfungspunkte zwischen Unternehmen und Wissenschaft zu Schlüsselthemen der Digitalisierung des Gesundheitswesens fördern. Zugleich ist die Veranstaltung die erste große Veranstaltung der Themenplattform „Digitale Gesundheit/Medizin“. Im ZD.B werden weitere Plattformen aufgebaut und zwar zu „Vernetzter Mobilität“, „IT-Sicherheit“, „Digitaler Produktion“ sowie „Digitalisierung im Energiebereich“. Sie sind das Bindeglied zwischen Hochschulforschung, außeruniversitärer Forschung und industrieller Forschung und Entwicklung.

Außerdem werden im Rahmen der Digitalisierungsoffensive des Freistaats bayernweit 20 neue Professuren eingerichtet. Die FAU ist mit je einer Professur zum Thema „e-Health/m-Health“ und „Digital Industrial Service Systems“ vertreten. Im Bereich der digitalen Medizin entstehen daneben noch Professuren an der Technischen Universität München, der Universität Augsburg und der OTH Amberg-Weiden.

Das komplette Programm der Tagung sowie alle Informationen zur kostenfreien Anmeldung sind unter www.imi.med.fau.de/2016/02/symposium-die-themenplattform-digitale-gesundheitmedizin-nimmt-fahrt-auf zu finden.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch
Tel.: 09131/85-26721
ulli.prokosch@imi.med.uni-erlangen.de