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Bauchspeicheldrüsenkrebs – neue Erkenntnisse ermöglichen Behandlungsfortschritt

Krebszellen (Bild: Colourbox.de)

Ergebnisse internationaler Forschungsarbeit sollen Überlebenschancen der Patienten deutlich verbessern

Ein internationaler Forschungsverbund mit Erlanger Beteiligung hat einen wichtigen Durchbruch bei der Klassifikation von Bauchspeicheldrüsenkrebs erzielt und damit neue Möglichkeiten eröffnet, diese Krankheit besser zu behandeln. Die Studie unter Mitwirkung von Prof. Dr. Robert Grützmann, Direktor der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen der FAU, und Prof. Dr. Christian Pilarsky hat jetzt vier wichtige Subtypen von Bauchspeicheldrüsenkrebs identifiziert. Jeder hat eigene besondere klinische Charakteristika mit unterschiedlichen Überlebenschancen für Betroffene. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist derzeit die vierthäufigste Ursache für Krebstod in westlichen Gesellschaften.

Derzeit haben Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs eine schlechte Prognose

In dem Manuskript, das gerade in der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde (Nature, Volume 531, Issue 7592), sind die vier Subtypen als Plattenepithelkarzinom, Pankreas-Vorläufer, Immunogen und ADEX (aberrantly differentiated endocrine exocrine) benannt. Diese Gruppen wurden nach Schlüsselaspekten der Tumoren einschließlich ihres Mutationsprofils, der Expression von Genen und epigenetischen Veränderungen bestimmt. „Derzeit haben Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs eine schlechte Prognose mit einer Fünfjahresüberlebensrate von weniger als 5 Prozent“, sagte Prof. Grützmann.

Bis zu 20 Jahre lang „stumm“

Die Krankheit schreite innerhalb der Bauchspeicheldrüse bis zu 20 Jahre lang „stumm“ voran, bis die Patienten letztlich mit Symptomen in die Klinik kämen. „Von denjenigen, bei denen die Erkrankung diagnostiziert wird, kann derzeit leider nur eine kleine Zahl kurativ behandelt werden“, so der Erlanger Chirurg. Lediglich eine Operation im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzepts könne ein längeres Überleben ermöglichen. Bislang gebe es aber keine spezifische Therapie für unterschiedliche Bauchspeicheldrüsenkrebsarten.

Es ist dringend notwendig, weiter zu optimieren

Prof. Grützmann, der auch den Lehrstuhl für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg innehat, forderte: „Es ist dringend notwendig, die molekulare Analyse von Bauchspeicheldrüsenkrebs weiter zu optimieren, um Patienten gezielter therapieren zu können. Die vier Subtypen, die wir identifiziert haben, stellen eine neue Einteilung der Krankheit dar. Dies ermöglicht neue Erkenntnisse über individualisierte Therapien.“ Prof. Pilarsky, der ab 1. April 2016 die chirurgische Forschung am Universitätsklinikum Erlangen verstärken wird, versicherte: „Wir werden uns intensiv um die Umsetzung dieser Erkenntnisse in den Klinikalltag bemühen, da diese auch Ausgangspunkte für neue therapeutische Strategien darstellen können.“

Weitere Informationen für Patienten unter Tel.: 0800/85 100 85 (kostenlose Hotline des CCC Erlangen-EMN).

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Robert Grützmann
Tel.: 09131/85-33201
chir-direktion@uk-erlangen.de

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