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Internationale Tagung zum Mythos Wallenstein

Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (1583-1634). Der Stich wird Matthäus Merian dem Älterem zugeschrieben (Bild: Stadtarchiv Altdorf)

Eine der wohl faszinierendsten Figuren des Dreißigjährigen Krieges steht im Mittelpunkt einer Tagung, die vom 6. bis 9. April 2017 in Nürnberg stattfindet: Albrecht von Wallenstein (1583-1634). Seiner schillernden Persönlichkeit, aber auch seinem Mythos im Wandel der Zeiten wollen sich die Forscher auf vielfältige Weise annähern. Organisiert wird die Tagung von Wissenschaftlern der FAU. Förderer ist die Stiftung der NÜRNBERGER Versicherungsgruppe, unterstützt wird die Veranstaltung vom Wallenstein Festspielverein Altdorf e.V. und der Stadt Altdorf.

„Wallenstein ist erstmals Gegenstand eines großen wissenschaftlichen Symposiums“, erläutern die Organisatoren der Tagung, Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Dirk Niefanger sowie die Historiker Prof. Dr. Georg Seiderer und Prof. Dr. Birgit Emich auf der Pressekonferenz am 8. April in Altdorf. „Anhand seiner Person kann man exemplarisch zeigen, wie interdisziplinäre Studien zu neuen und aufregenden Forschungsergebnissen führen.“

In fünf Themenschwerpunkten wollen sich Geistes- und Kulturwissenschaftler aus aller Welt auf der Tagung mit dem Menschen, dem Mythos und der Erinnerung an Wallenstein auseinandersetzen.

  • Die erste Sektion ist dem Krieg gewidmet, der die Schicksale von Fürsten, Heerführern und Soldaten, Bürgern und Bauern bestimmte.
  • Der zweite Themenschwerpunkt der Tagung befasst sich mit zeitgenössischen Darstellungen Wallensteins, wie sie etwa in Bildern, Flugblättern oder Liedern zu finden sind.
  • Die dritte Sektion gilt dem Mensch Wallenstein, dessen Persönlichkeit bereits den Zeitgenossen rätselhaft erschien und dessen steile Karriere sich seinen Fähigkeiten als Feldherr und Organisator verdankte, der bei aller Ratio aber auch in der Astrologie Zuflucht nahm und an seinen Krankheiten verzweifelte.
  • Der vierte Themenschwerpunkt befasst sich mit der modernen Wallenstein-Rezeption in Literatur, Musik und Film. Die Bearbeitungen des Wallensteinstoffes reichen von Friedrich Schiller bis zu Alfred Döblin und Golo Mann, von Bedřich Smetana bis zu Jaromir Weinberger.
  • Die letzte Sektion der Tagung ist der internationalen Erinnerungskultur rund um Wallenstein gewidmet. Dabei gilt ein besonderes Augenmerk der Kommerzialisierung des Wallenstein-Mythos, etwa in der Werbung oder im Tourismus. Ihr soll die museale Darstellung Wallensteins und des Dreißigjährigen Kriegs gegenübergestellt werden. Auch die Auseinandersetzung mit der Figur Wallenstein in regionalen Festspielen wie in Altdorf und in der Living-History-Kultur setzt hier einen eigenen Akzent, der in der Tagung reflektiert werden soll.

Die Forschungsergebnisse werden 2018, wenn sich der Beginn des Dreißigjährigen Krieges zum 400. Mal jährt, in Altdorf, im Rahmen der Wallensteinfestspiele vorgestellt.

Hans-Peter Schmidt, Vorsitzender des Stiftungsrats der NÜRNBERGER Versicherungsgruppe, betont die Bedeutung dieser Veranstaltung für die Europäische Metropolregion Nürnberg: „Mit diesem Symposium unterstreichen wir das Geschichtsbewusstsein und die Wissenschaftskompetenz der Metropolregion. Die Friedrich-Alexander-Universität konnte dafür namhafte Experten aus dem In- und Ausland gewinnen. Wir schlagen mit diesem Thema eine Brücke zu unseren tschechischen Nachbarn.“

Weitere Informationen:

Informationen und Anmeldung: www.wallensteinsymposium.de

Prof. Dr. Georg Seiderer
Professur für Neuere Bayerische und Fränkische Landesgeschichte und Volkskunde
Tel. 09131/85-22789
georg.seiderer@fau.de

Prof. Dr. Birgit Emich
Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit
Tel. 09131/85-22357
birgit.emich@fau.de

Prof. Dr. Dirk Niefanger
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Tel. 09131/85-29355
dirk.niefanger@fau.de

Das Artikelbild zum Download (Rechtsklick) Bildunterschrift: Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (1583-1634). Der Stich wird Matthäus Merian dem Älterem zugeschrieben (Quelle: Stadtarchiv Altdorf).

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