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FAU aktuell

Förderbescheid für neues FAU-Forschungsprojekt

Stefan Müller (mitte) übergibt den Forschungsbescheid an Prof. Dr. Julio Vera González vom Lehrstuhl für Haut- und Geschlechtskrankheiten der FAU (links) und Dr. Shailendra Gupta von der Universität Rostock. (Pressebild: FAU/Erich Malter)

Kann man Krebs vorhersagen?

Ein neues Forschungsprojekt der FAU wird in den kommenden drei Jahren mit 1,3 Millionen Euro gefördert. Es trägt den Titel „MelEVIR – Melanoma, Extracellular Vesicles and Immune Response“ und wurde von Medizinern und Medizininformatikern ins Leben gerufen. Sie wollen herausfinden, wie wahrscheinlich es ist, dass Patienten wieder an Krebs erkranken, nachdem ihnen ein Tumor entfernt wurde. Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, hat am 13. Juni offiziell die Förderbewilligung übergeben. Zur Übergabe des Förderbescheids an Prof. Dr.  Julio Vera González vom Lehrstuhl für Haut- und Geschlechtskrankheiten und seine Verbundpartner waren auch der Präsident der FAU, Prof. Dr. Joachim Hornegger, und der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Jürgen Schüttler, vor Ort.

Die Erlanger Forscher wollen nun mithilfe der Förderung nach neuen Wegen suchen, winzige Krebsgeschwüre aufzuspüren. Denn auch nach der erfolgreichen operativen Entfernung eines Tumors kann der Krebs noch Jahre später wieder auftreten. Das individuelle Risiko für einen Rückfall ist sehr unterschiedlich und rückt deshalb immer stärker in den Fokus der behandelnden Ärzte. Ein Hauptziel ist die Erkennung von sogenannten Mikrometastasen, die nach der Operation im Patienten verbleiben und mit den aktuellen Diagnosetechniken nicht aufzufinden sind. Bestimmte Biomoleküle im Blut, die auf einen Tumor hindeuten können – so genannte Tumormarker – sind aufgrund der geringen Größe der Mikrometastasen einfach zu niedrig konzentriert, um sie nachweisen zu können. So bleiben die bösartigen Zellhaufen jahrelang unentdeckt, bevor sie zu wachsen beginnen und mitunter in kurzer Zeit eine gefährliche Größe erreichen.

Der Ansatz des neuen Forschungsprojekts: Im Blut von Hautkrebspatienten, die nach einer Tumoroperation weiterhin als Risikopatienten eingestuft wurden, haben sie eine hohe Konzentration sogenannter extrazellulärer Vesikel gefunden. Vesikel sind sehr kleine Tröpfchen, die von einer Membran umhüllt sind und von Zellen ins umliegende Gewebe abgegeben werden. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Vesikel entstehen, wenn Immunzellen gegen Tumorzellen kämpfen. Schon in kleinen Mengen – und damit in einem frühen Stadium des Tumorwachstums – sind Vesikel im Blut nachweisbar. Deshalb wollen die Forscher nun Methoden entwickeln, um Vesikel genauer zu charakterisieren und ihre Zahl zu messen und so das individuelle Risiko der Patienten zu bestimmen, wieder an Krebs zu erkranken.

Kontakt:

Prof. Dr. Julio Vera González (in Englisch)
Tel.: 09131/85-45876
julio.vera-gonzalez@uk-erlangen.de

Prof. Dr. Andreas Baur
Tel.: 09131/85-39534
andreas.baur@uk-erlangen.de

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