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Schaltstelle zur Entzündungsauflösung identifiziert

Rheumatoide Arthritis führt zu starken chronischen Gelenkentzündungen. FAU-Wissenschaftler haben nun einen Mechanismus entdeckt, mit dem sich die Entzündungen hemmen lassen. (Bild: Medizinische Klinik 3 der FAU)

FAU-Forscher entdecken Mechanismus, der chronische Entzündungen stoppt

Wissenschaftler der FAU haben einen neuen molekularen Vorgang entdeckt, wie sich chronische Entzündungen zurückbilden können. Ihren Ergebnissen nach können diese durch eine körpereigene Immunreaktion gestoppt werden, die üblicherweise durch eine Wurminfektion ausgelöst wird.

Chronische entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, an der deutschlandweit  rund 800.000 Menschen leiden, darunter mehrheitlich Frauen, stellen eine hohe Belastung für die Betroffenen dar. Sie bringen schmerzhafte Entzündungen mit sich und führen im schlimmsten Fall sogar zu einer Zerstörung der Gelenke.

An der FAU erforscht das Team um Prof. Dr. Aline Bozec von der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie (Direktor: Prof. Dr. Georg Schett) am Universitätsklinikum Erlangen, durch welche Mechanismen die Entzündungen aufgelöst werden können – und haben dabei einen ungewöhnlichen Ansatz verfolgt.

Gemeinsam gegen die Entzündung

Aus vorherigen  Studien ist bekannt, dass eine bestimmte Wurminfektion zwei verschiedene Abwehrzellen aktiviert, die T-Helferzellen des Typs 2 (Th2) und sogenannte Eosinophile. Die gleichen Abwehrzellen konnten die Forscher in der Gelenkflüssigkeit von Patienten mit rheumatoider Arthritis nachweisen. In ihrer neuen Studie untersuchten Bozec und Schett nun, wie sich die Wurminfektion auf die Gelenkentzündung auswirkt. Das Ergebnis: Die Infektion führt dazu, dass sich vermehrt Th2-Zellen und Eosinophilen im Gelenk ansammeln – und die wiederum hemmen die chronische Entzündung. „Das faszinierende an den Erkenntnissen ist, dass ein Mechanismus des Immunsystems, der grundlegend für die Abwehr von Wurminfektionen verantwortlich ist, Entzündungen wie Arthritis auflösen kann“, erklärt Prof. Dr. Georg Schett.

Die schützende Wirkung entfaltet sich im Zusammenspiel der beiden Abwehrzelltypen: „Unsere wichtigste Entdeckung ist, dass Th2-Zellen und Eosinophile zusammen zu einem Entzündungsstopp führen“, sagt Aline Bozec. Die Entdeckungen der Erlanger Forscher könnten einen neuen Ansatz zur Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis darstellen, der es ermöglicht, die Entzündungsreaktion dauerhaft abzuschalten.

Die jetzt in Nature Communication veröffentlichte Studie (DOI: http://dx.doi.org/10.1038/NCOMMS11596) ist im Sonderforschungsbereich 1181 aus einer Kooperation zwischen der Medizinischen Klinik 3 und der Infektionsbiologischen Abteilung (Leiter: Prof. Dr. David Vöhringer) des Uni-Klinikums Erlangen entstanden. Der interdisziplinäre SFB 1181 ist 2016 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der FAU als deutschlandweit erstes Konsortium eingerichtet worden, das die Mechanismen der Auflösung von Entzündungen untersucht.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Aline Bozec
Tel.: 09131/85-29032
aline.bozec@uk-erlangen.de

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