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DNAzym hilft bei Darmentzündung

Bild: Colourbox.de

Forscher aus Erlangen und Marburg finden einen Weg, Colitis ulcerosa zu hemmen

Colitis ulcerosa besser zu verstehen, dabei sind Mediziner der FAU und ihre Fachkollegen an der Philipps-Universität Marburg jetzt einen wichtigen Schritt vorangekommen. Sie haben herausgefunden, dass ein bestimmtes Protein die krankhafte Entzündung im Darm maßgeblich steuert.

Colitis ulcerosa ist eine chronische und meist in Schüben verlaufende entzündliche Erkrankung des Dickdarms. In Deutschland wird die Zahl der betroffenen Patienten auf etwa 170.000 geschätzt. Die genauen Ursachen für diese Darmerkrankung sind trotz langjähriger weltweiter Forschungsbemühungen bis jetzt nur unvollständig verstanden. Bekannt ist, dass T-Zellen, die Krankheitserreger abwehren können, eine besondere Rolle bei der Regulierung des Immunsystems des Darms spielen, genauso wie die so genannten Transkriptionsfaktoren, die von diesen Immunabwehrzellen gebildet werden.

Die Forscher an der Medizinischen Klinik 1 des Universitätsklinikums Erlangen und ihre Marburger Kollegen haben jetzt den Transkriptionsfaktor GATA3 als einen entscheidenden Schrittmacher bei Colitis ulcerosa identifiziert. „Wir konnten nachweisen, dass die Abwehrzellen von Patienten vermehrt das Protein GATA3 ausschütten“, erklärt Vanessa Popp, Mitarbeiterin im Team von Prof. Dr. Markus Neurath an der FAU.

Und noch mehr: Den Wissenschaftlern gelang es, Abwehrzellen daran zu hindern, das Protein GATA3 zu bilden und so Entzündungsreaktion und die Produktion von weiteren entzündungsrelevanten Eiweißen, den Zytokinen, zu mindern. Dazu nutzen sie so genannte DNAzyme, künstliche DNA-Moleküle. Diese Entdeckung könnte zu einem neuen Therapieansatz zur Behandlung von Colitis ulcerosa führen.

Der Einfluss des Transkriptionsfaktors GATA3 auf Entzündungsreaktionen war bereits aus früheren Studien bekannt – allerdings nur in der Lunge. Unbekannt dagegen war allerdings, dass der Transkriptionsfaktor auch bei Colitis ulcerosa eine so entscheidende Rolle spielt. Diese Entdeckung liefert einen außerordentlich wichtigen Anhaltspunkt für einen möglichen Therapieansatz, der zunächst im Versuch getestet wurde: „Durch die Blockade der Produktion von GATA3 im Modellsystem konnten wir sowohl präventiv als auch während der akuten Phase der Erkrankung die Entzündung minimieren“, sagt Professor Neurath.

Die Forschungsergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Gastroenterology“ veröffentlicht – doi: 10.1053/j.gastro.2016.09.005.

Kontakt:

Universität Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Markus Neurath
Tel: 09131/85-35200
markus.neurath@uk-erlangen.de 

Universität Marburg
Professor Dr. Harald Renz
Tel.: 06421 58-66234/-5
renzh@med.uni-marburg.de

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