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„CyberMentor“ – Onlineprogramm für den MINT-Nachwuchs

(Bild: CyberMentor)

FAU und Unternehmen leisten Beitrag zur Förderung MINT-interessierter Schülerinnen

Obwohl der Anteil von Frauen in sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) in den letzten Jahren stetig angestiegen ist, finden nicht alle Schülerinnen, die sich für Chemie, Programmieren oder Maschinenbau interessieren, den Weg in die entsprechenden Studiengänge oder Berufsausbildungen. Häufig fehlen ihnen die Ansprechpartner – vor allem weibliche Kontaktpersonen. Hier setzt das kostenfreie Online-Mentoring-Programm CyberMentor an, das 2005 in Ulm entwickelt wurde. Seit 2011 dienen die FAU und die Universität Regensburg als Projektstandorte. Das Programm bietet nicht nur Schülerinnen viele Vorteile, sondern ist auch für Unternehmen eine gute Möglichkeit, den Nachwuchs zu fördern, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und Kontakt zu potenziellen Mitarbeiterinnen aufzunehmen. CyberMentor wird von zahlreichen Partnern wie der Siemens AG, der IBM Deutschland GmbH, der SAP Deutschland SE & Co. KG oder der Fraunhofer-Gesellschaft unterstützt.

Rollenvorbilder für Schülerinnen

Auch diese großzügige Unterstützung hat ermöglicht, dass CyberMentor Deutschlands größtes wissenschaftlich begleitetes Online-Mentoring-Programm für Mädchen im MINT-Bereich ist. Es richtet sich an Schülerinnen der fünften bis zwölften Klassen und konnte seit seinem Start deutschlandweit bereits über 5.000 Schülerinnen begeistern. Das Konzept von CyberMentor sieht eine Begleitung der Teilnehmerinnen durch eine Mentorin vor. Die Mentorinnen sind MINT-Akademikerinnen und -Studentinnen ab dem dritten Fachsemester sowie Unternehmerinnen und Arbeitnehmerinnen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Als positive Rollenvorbilder geben sie den Schülerinnen Hinweise zur Studien- und Berufswahl.

Dr. Christiane Mühle, Mentorin bei CyberMentor

Dr. Christiane Mühle, Mentorin bei CyberMentor. (Bild: Carsten Groß)

Dr. Christiane Mühle hat Biochemie in Leipzig studiert, ist Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie an der FAU und engagiert sich als Mentorin für CyberMentor: „Das Mentoring-Programm ist eine sehr gute Idee. So ein Programm hätte ich mir während meiner Schulzeit auch gewünscht. Als Mentorin kann ich nun für jeweils ein Jahr Ansprechpartnerin für eine Schülerin sein und sie dazu anregen, Neues kennenzulernen, auszuprobieren und Fragen zu stellen, die zum Beispiel die Eltern oder Lehrer möglicherweise nicht beantworten können. Dadurch teile ich meine Erfahrungen und mein Wissen, lerne aber auch selber immer wieder Neues dazu  – das ist das Schöne an CyberMentor.“ Als Kommunikationsplattform dienen Dr. Mühle und ihrer Mentee das Online-Forum des Programms sowie der Austausch per Mail und Chat.

„Dass CyberMentor als reines Online-Programm konzipiert ist, ist ein großer Vorteil. Dadurch kann ich meine Mentorentätigkeit problemlos in meinen Alltag integrieren und flexibel auf Fragen und Wünsche der Schülerin eingehen oder gemeinsam mit ihr an einem Projekt arbeiten, zum Beispiel wie man Kristalle züchtet oder Getreidekeimlinge zieht. Auch der variable Arbeitsaufwand von zum Beispiel 30 Minuten pro Woche ist gut mit dem Berufsleben vereinbar“, erklärt Dr. Mühle.

Verschiedene Phasen

Das Programm ist in vier Phasen aufgeteilt. Die erste Phase MINT im Alltag ermöglicht es den Mentorinnen und Schülerinnen sich kennenzulernen und erste Fragen zu beantworten. Während der zweiten Phase MINTaktiv arbeiten die Teams an gemeinsamen Projekten. In der dritten Phase MINTeinander schließen sich mehrere Mentorinnen und Mentees zusammen und arbeiten an interdisziplinären Aufgaben. So können sich Schülerinnen und Mentorinnen fächerübergreifend austauschen. Die vierte und letzte Phase MINTblick lässt Raum, um auf das Mentoringjahr zurückzublicken und es zu reflektieren.

Ziel des Programms ist es, so viele Schülerinnen wie möglich für den MINT-Bereich zu interessieren, um den Anteil an Mädchen und Frauen in den entsprechenden Studiengängen und Berufen zu erhöhen. Die Zahlen sprechen diesbezüglich für sich: 71 Prozent der Teilnehmerinnen entscheiden sich nach Ablauf des Programms für einen MINT-Studiengang oder eine MINT-Ausbildung, 74 Prozent für einen MINT-Fach in der Schule. Insgesamt werden durch CyberMentor jährlich 1.600 MINT-interessierte Frauen und Schülerinnen miteinander vernetzt. Die FAU leistet mit dem Programm somit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Mädchen und Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen und Studiengängen in Deutschland.

Sie möchten sich als Mentorin engagieren oder als Sponsor das Projekt CyberMentor unterstützen? Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des Programms.

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