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„Game In Flame“: Molekulare Entzündungsmechanismen spielerisch verstehen

„Game In Flame“ ist ein Strategiespiel, das einen Blick in die faszinierende Welt der körpereigenen Abwehr bietet. Spielerisch werden die Stärken und Schwächen von Zellen des Immunsystems, die Wirkung von Medikamenten zur Bekämpfung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen im Gelenk, Darm und der Lunge erklärt. (Bild: ercas.die agentur)

Browserspiel erklärt den Mechanismus chronischer Entzündungen

„Game In Flame“ ist ein Strategiespiel, das einen Blick in die faszinierende Welt der körpereigenen Abwehr bietet. Spielerisch werden die Stärken und Schwächen von Zellen des Immunsystems, die Wirkung von Medikamenten zur Bekämpfung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen im Gelenk, Darm und der Lunge erklärt. Das Browserspiel ist im Rahmen des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1181 „Schaltstellen zur Auflösung von Entzündung“ und des Schwerpunktprogramms (SPP) „1468 IMMUNOBONE“ unter der Leitung der Medizinischen Klinik 3 des Universitätsklinikums Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erstellt worden, um die neuesten Erkenntnisse der Forschung über die raffinierten Tricks des Immunsystems zu erklären und zugleich das Bewusstsein von Betroffenen für die Wichtigkeit der Therapietreue zu schärfen. Auf das Spiel kann jeder kostenfrei unter www.gameinflame.de  zugreifen.

Millionen Menschen leiden an chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn oder Asthma. Davon sind viele junge Menschen betroffen, die neben starken Schmerzen erhebliche Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität ertragen müssen. Chronisch entzündliche Erkrankungen sind bisher nicht heilbar. Positiv ist, dass bereits über die Hälfte der Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen aufgrund von gezielten, immunmodulierenden Medikamenten und entsprechender Therapietreue (Compliance) keine Krankheitsanzeichen mehr haben.

Wissen trägt zu positiven Verhaltensänderungen bei

Das Lernspiel Game In Flame erklärt die guten und schlechten Seiten von Entzündungen und ihren zellulären Mitspielern im Gelenk, im Darm und in der Lunge. Die erste nun online gestellte Welt spielt im Gelenk des Menschen, es gilt einen Gichtanfall zu behandeln bzw. zu verhindern. Dafür müssen weiße Blutkörperchen, sogenannte neutrophile Granulozyten, im Gelenk strategisch klug positioniert werden: Diese gehören zu der ersten Abwehrfront des Immunsystems und verteidigen den Körper gegen Eindringlinge. Sie können Wasserstoffperoxid ausstoßen und mit Netzen aus DNA Gefahrenstoffe wie Harnsäurekristalle und Bakterien fangen oder einfach „auffressen“. Um innerhalb von sechs Leveln Herr über die Entzündungsreaktion zu werden, stehen den Spielern zudem Medikamente als Sonderwaffen zur Verfügung. Mit ein paar Klicks bietet ein „Immuxikon“ den Spielern jederzeit Informationen über die Eigenschaften und Funktionen der zellulären Mitspieler sowie Medikamente im Körper und im Spiel. „Wir möchten mit dem Spiel Jung und Alt über unsere Wissenschaft im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1181 informieren. Aufgrund der hohen Anzahl von Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen wünschen wir uns, dass noch mehr Betroffene verstehen, was in ihrem Körper passiert und was sie tun können, um ihre Erkrankung zu beherrschen“, erklärt Prof. Dr. Georg Schett, Sprecher des SFB 1181 und des SPP 1468.

In den kommenden Monaten wird das Lernspiel um zwei weitere Spielwelten erweitert. Zum einen geht es dann um einen Entzündungsmechanismus im Darm, der durch eine Fehlregulierung zu Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa führt. Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Markus Neurath von der Medizinischen Klinik 1 müssen hier die Entzündungsreaktion und entsprechende Immunzellen im Darm bekämpft werden, um die Zerstörung der Epithelbarriere zu verhindern. Zum anderen wird im Sommer die dritte Entzündungswelt online gehen, in der die Spieler durch den gezielten Einsatz von Antikörpern in der Lunge einen Asthmaanfall stoppen müssen. Im Juli soll das digitale Spiel auch als App für mobile iOS- und android-Geräte zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen:

Sandra Jeleazcov
Tel.: 09131/85-39109
sandra.jeleazcov@uk-erlangen.de

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