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FAU aktuell

Ein Labor für zukunftsweisende Ideen

Jedes Jahr werden an der Innovation Research Lab Exhibition innovative Projekte vorgestellt. (Bild: FAU/Christina Dworak)

FAU und Siemens Healthineers fördern innovative Ideen von Forschern aus aller Welt

Ein Durchblutungs- und Nervenstimulator für Diabetespatienten, eine kostengünstige Handprothese oder ein Fingerhut, der das punktgenaue Kühlen von Hautpartien ermöglicht – das sind nur einige der innovativen Projekte, die von internationalen und FAU-Finalisten am 23. August 2017 auf der Innovation Research Lab Exhibition im Medical Valley Center Erlangen präsentiert wurden. Das Event wurde vom Innovation Research Lab (IRL) des Zentralinstituts für Medizintechnik (ZIMT) der FAU und Siemens Healthineers organisiert und lädt jährlich Nachwuchswissenschaftler aus allen Disziplinen dazu ein, in einem Wettbewerb ihre Ideen in Bereichen wie Medizintechnik und Produktdesign einer hochkarätigen internationalen Jury zu präsentieren. Die Teilnehmer kamen von mehr als 20 renommierten Institutionen wie der John Hopkins University, dem Georgia Institute of Technology, der Polytechnischen Universität Bukarest oder der Başkent Universität, Türkei. Die drei besten Teams 2017 erhielten ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro und die Möglichkeit, in einem der Innovation Think Tank Labs bei Siemens Healthineers ihr Projekt weiter zu entwickeln. Der erste Platz ging dabei an das Team der Başkent Universität, Türkei, der zweite Platz an das FAU-Team mit dem Projekt „System for automatic Reanimation – Combination of defibrillation and a automatic thorax compression system“ und auf den dritten Platz kam das Team der Polytechnischen Universität Bukarest. Die Projekte des erst- und drittplatzierten Teams werden im Folgenden näher vorgestellt.

Lösungen für konkrete Probleme in der Medizintechnik

Die FAU-Studierenden Milos Wieczorek, Johannes Hajer, Rabab Saleh und Tamara Todorovic präsentieren ihren Stimulator für Diabetespatienten. (Bild: FAU/Christina Dworak)

Die FAU-Studierenden Milos Wieczorek, Johannes Hajer, Rabab Saleh und Tamara Todorovic (v.l.n.r.) präsentieren ihren Stimulator für Diabetespatienten. (Bild: FAU/Christina Dworak)

Das Besondere an den Projekten und Prototypen, die während der Ausstellung präsentiert werden, ist, dass sie alle Lösungen für Probleme anbieten, mit denen Mediziner aber auch Patienten tagtäglich konfrontiert werden. Die FAU-Studierenden Rabab Saleh, Tamara Todorovic, Milos Wieczorek und Johannes Hajer haben beispielsweise einen Nerven- und Kreislaufstimulator für Diabetes-Patienten entwickelt. Der bei dieser Krankheit veränderte Blutzuckerspiegel schädigt die Nerven, sodass häufig Motorik, Sensorik und das vegetative Nervensystem gestört sind. Somit ist auch die Durchblutung der Extremitäten in der Regel beeinträchtigt. Das von Rabab, Tamara, Milos und Johannes entwickelte Gerät stimuliert durch Unterdruck und Massagekugeln die Durchblutung und regt die Nerven an. So werden die genannten Symptome gelindert.

Die FAU-Studierenden Julius Engel, Andrea Stefke und Andreas Scheuerer (v.l.n.r) haben einen Fingerhut entwickelt, mit dem kleine Hautpartien gezielt gekühlt werden können. (Bild: FAU/Christina Dworak)

Die FAU-Studierenden Julius Engel, Andrea Stefke und Andreas Scheuerer (v.l.n.r) haben einen Fingerhut entwickelt, mit dem kleine Hautpartien gezielt gekühlt werden können. (Bild: FAU/Christina Dworak)

Wie man gezielt kleine Hautpartien vor der Behandlung mit einer Spritze abkühlen und so betäuben kann, dafür interessierten sich die FAU-Studierenden und Nachwuchswissenschaftler Andreas Scheuerer, Julius Engl, Andrea Stefke. Vor allem bei kosmetischen Behandlungen im Gesicht führen herkömmliche Eissprays dazu, dass zu große Hautpartien gekühlt werden. Andreas, Julius und Andrea haben deswegen eine Art Fingerhut mit eingearbeiteter Metallspitze entwickelt, mit dessen Hilfe Hautpartien gezielt vereist werden können. Damit sich der Fingerhut während der Behandlung nicht erwärmt, haben sie zusätzlich eine Kühlbox entworfen, die bis zu sechs Fingerhüte aufbewahren kann. Tobias Zobel, Geschäftsführer des ZIMT, betreute das Projekt.

Die Gewinner der Innovation Research Lab Exhibition 2017: Das Team der Boğaziçi University aus der Türkei. Sie möchten mit ihrem interaktiven Terminal die Navigation in großen Krankenhauskomplexen erleichtern.(Bild: FAU/Christina Dworak)

Die Gewinner der Innovation Research Lab Exhibition 2017: Das Team der Başkent Universität aus der Türkei. Sie möchten mit ihrem interaktiven Terminal die Navigation in großen Krankenhauskomplexen erleichtern. (Bild: FAU/Christina Dworak)

Auch die internationalen Studierenden überzeugten mit innovativen Ideen: Das Team der Polytechnischen Universität Bukarest stellte sich der Herausforderung, eine kostengünstige myoelektrische Handprothese herzustellen. Myoelektrische Prothesen werden durch Kontraktion der Muskeln im verbliebenen Teil der Extremität gesteuert und sind dadurch sehr funktional. Allerdings sind sie häufig auch sehr schwer und teuer. Die Prothese der Studierenden aus Bukarest hingegen wiegt insgesamt nur 500 Gramm, kostet lediglich 250 Euro und kann sogar einen Touchscreen bedienen. Das Team der türkischen Başkent Universität wiederum möchte die Orientierung in großen Krankenhauskomplexen für Patienten und Besucher erleichtern, indem sie ein Terminal in Form eines Touchscreens entwickelt haben, das wie eine Art Navigationshilfe funktioniert. Besucher und Patienten können sich unter anderem anzeigen lassen, wo sich die nächste Toilette befindet oder gewünschte Wegbeschreibungen ausdrucken.

Sie kamen dieses Jahr auf Platz 3: Anamaria Dumitrescu und Cristian-Alexandru Tănase von der Polytechnischen Universität Bukarest entwicklelten eine kostengünstige, leichte Handprothese, mit der man sogar Touchscreens bedienen kann. (Bild: FAU/Christina Dworak)

Sie kamen dieses Jahr auf Platz 3: Anamaria Dumitrescu und Cristian-Alexandru Tănase von der Polytechnischen Universität Bukarest entwickelten eine kostengünstige, leichte Handprothese, mit der man sogar Touchscreens bedienen kann. (Bild: FAU/Christina Dworak)

Die Innovation Research Lab Exhibition 2017 in Bildern:

Das Innovation Research Lab als Ausgangspunkt zukunftsweisender Forschung

Damit solche kreativen Ideen und Projekte überhaupt entstehen können, braucht es ein entsprechendes Umfeld. Mit dem IRL haben die FAU und Siemens Healthineers unter der Führung von Sultan Haider, Gründer und Direktor der weltweiten Innovation Think Tank Labs, genau solch ein Umfeld geschaffen. Hier arbeiten Professoren, Studierende, Wissenschaftler, Startups und die Industrie gemeinsam an technischen und prozessorientierten Ideen und Projekten, um die Medizintechnik weiter voranzubringen. Um ihr kreatives Potential zu fördern, Ideen zu konkretisieren und visuell darzustellen, besuchen die Teilnehmer des Labors Seminare zu Innovation Management und Innovation Leadership. Ergänzt wird das Angebot durch Vorlesungen und praktische Trainings zum Thema interdisziplinäre Innovation. Somit bietet das Innovation Research Lab der FAU ideale Bedingungen, um in einem internationalen und multidisziplinären Umfeld an den Ideen von Morgen zu forschen und zu arbeiten.

Weitere Informationen zum Innovation Research Lab stehen auf der Seite des Labors zur Verfügung.

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