Mit Antikörpern gegen den Krebs

Prof. Dr. Falk Nimmerjahn, Lehrstuhlinhaber für Genetik und Sprecher des Departments für Biologie der FAU (Bild: FAU/David Hartfiel)

Teil 7 der Serie über Kooperationen der FAU mit Unternehmen

Die Wissenschaftler an der FAU arbeiten in ihren Projekten nicht nur mit anderen Forschern weltweit zusammen, sondern auch mit Unternehmen. Im siebten Teil unserer Serie erzählt Prof. Dr. rer. nat. Falk Nimmerjahn, Lehrstuhlinhaber für Genetik und Sprecher des Departments für Biologie der FAU, über seine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Biopharma-Unternehmen Bristol-Myers Squibb (BMS).

Worum geht es in ihrem Forschungsprojekt?

In dem Projekt geht es um die Untersuchung von neuen immunmodulatorischen Antikörpern für die Krebstherapie. Diese neuen Therapeutika stimulieren gezielt das Immunsystem, damit es entartete Zellen besser eliminiert. Allerdings können diese Medikamente auch starke Nebenwirkungen haben, die zum Teil sogar lebensbedrohliche Konsequenzen haben können. Daher ist das Ziel des Projektes sowohl die Wirkungen als auch die Nebenwirkungen der Medikamente besser zu verstehen, um in Zukunft gezielt die positiven Effekte zu unterstützen.

Wer ist Ihr Projektpartner?

Projektpartner ist die Forschungsabteilung des Unternehmens Bristol-Myers Squibb in Amerika.

Warum eine Kooperation mit diesem Unternehmen?

Unsere Arbeitsgruppe hat in den letzten Jahren mehrere wichtige Studien zur Wirkweise von therapeutischen Antikörpern in der Krebstherapie veröffentlicht. Im Rahmen dieser Versuche haben wir zeigen können, welche Immunzellen wichtig für die tumorzerstörende Wirkung dieser Antikörper sind und welche Rezeptoren auf der Zelloberfläche dafür verantwortlich sind. Somit können nun Strategien entwickelt werden, die therapeutischen Antikörper gezielt mit diesen Rezeptoren interagieren zu lassen. Diese Antikörper erhalten wir von Bristol-Myers Squibb.

Wie sind die Aufgaben verteilt?

Die Firma stellt uns mehrere Varianten ihrer Antikörper zur Verfügung und wir analysieren das Bindeverhalten an verschiedene humane Immunzellen und deren Rezeptoren. Unsere Hoffnung ist es, künftig die Wirkung dieser Antikörper in humanen Tumormodellen zu untersuchen. Dann könnten im Idealfall valide Vorhersagen über Wirkungen und Nebenwirkungen im Menschen erfolgen.

Zu der Kooperation kam es…

Unsere langjährige Erfahrung in der Funktionsweise von Antikörpern und Vorträge auf internationalen Kongressen haben die Aufmerksamkeit von BMS auf unsere Arbeit gelenkt.

Warum dieses Unternehmen?

BMS ist eine sehr forschungsaktive Firma mit großem Interesse an der Weiterentwicklung von Medikamenten. Daher ist diese Firma auch regelmäßig auf den Kongressen anwesend, auf denen auch unsere Arbeitsgruppe vertreten ist.

Welche Besonderheiten birgt die Zusammenarbeit mit einer Firma dieser Größe?

Ein Vorteil der Zusammenarbeit mit einem großen Projektpartner auf diesem Feld ist die Möglichkeit, langfristige und finanziell gut ausgestattete Kooperationen zu etablieren.

 

Vielen Dank für das Interview, Prof. Dr. Nimmerjahn.

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