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Spezialisten für Moleküle

(Bild: FAU/Boris Mijat)

Was genau machen Molekularmediziner?

Ach wenn die Studierenden sich während des Studiums viele Vorlesungen mit den Human- und Zahnmedizinern teilen, verbindet der Studiengang vielmehr die Fragestellungen der Medizin mit denen der Molekularbiologie, Biochemie und Genomik. Das heißt, Molekularmediziner gehen Krankheiten bis in die molekulare Ebene auf den Grund, versuchen das Wissen über ihre Entstehung und ihre Eigenheiten zu erweitern. Sie betreiben also Grundlagenforschung. Und mit diesem immer größer werdenden Wissen, wächst auch die Zahl neuartiger Therapieformen, die sich aus ihren Ergebnissen entwickeln.

Forschung steht an erster Stelle

Niels Bauer studiert Molekulare Medizin im ersten Mastersemester. Sein Studium hat er jedoch mit einem anderen Fach begonnen. Zu Anfang belegte er Biologie, merkte aber bald, dass er sich vor allem für die Biologie des Menschen interessierte. Aber nicht nur sein großes Interesse an Humanbiologie, sondern insbesondere der starke Forschungsaspekt veranlasste ihn, in die Molekulare Medizin zu wechseln. Und das ist der Markenkern des Faches, das an anderen Universitäten auch unter Namen wie Biomedizin firmiert.

Student der Molekularmedizin FAU

Nachdem Niels Bauer sich vor allem für Humanbiologie interessierte, wechselte er zum Studiengang Molekulare Medizin. (Bild: FAU/Boris Mijat)

Grundlagen im Bachelor

„Zu Beginn des Bachelorstudiums gibt es viele Gemeinsamkeiten mit den Medizinern“, erklärt Niels Bauer. „Wir absolvieren einen großen Teil des vorklinischen Studiums gemeinsam.“ Nur, während Medizinstudenten Präparationskurse besuchen, in denen sie Leichen sezieren, besuchen die Bachelorstudenten der Molekularen Medizin Kurse in organischer und physikalischer Chemie oder Physik zusammen mit Biologen und Chemikern. Zum Bachelorstudium gehören auch die verpflichtenden Praktika in Labors, um die notwendige Praxis mit allen dazugehörigen Fertigkeiten zu erlernen.

Forschung im Master

Während des Masters gilt es dann vermehrt zu forschen. „Der Masterstudiengang soll die Absolventen in vier Semestern zu eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit befähigen“, sagt die Studiengangskoordinatorin Simone Reiprich, die dieses Amt erst kürzlich übernommen hat. Hierzu gehört nicht nur, interdisziplinäre Querschnittkurse zu besuchen und noch mehr Laborerfahrung zu sammeln, sei es im Ausland oder in einem Unternehmen, sondern sich mit klassischer und aktueller Forschungsliteratur auseinanderzusetzen.

Student der Molekularmedizin FAU

Besonders attraktiv am Studium für den Masterstudenten: die Schwerpunkte liegen stark auf der Forschung. (Bild: FAU/Boris Mijat)

Klein, aber international

Eine weitere Besonderheit des Fachs ist seine Internationalität. Sie äußert sich darin, dass die Unterrichts- und Prüfungssprache des Masterstudiengangs Englisch ist und damit für qualifizierte internationale Studierende besonders attraktiv. Ein Bachelorabschluss in Molekularer Medizin ist für den Masterstudiengang nicht zwingend Voraussetzung, der Zugang ist auch über ein fachnahes Studium wie Biologie oder Pharmazie möglich. Wer sich für ein Bachelorstudium in der Molekularen Medizin entscheidet, muss sich auf einen von 37 Plätzen bewerben. Die Studienplätze im Master sind dagegen nicht begrenzt, sofern man das sperrig betitelte Qualifikationsfeststellungsverfahren übersteht. Vor allem Interessierte aus einer Nachbardisziplin oder aus dem Ausland sollten sich frühzeitig für das entsprechende Verfahren anmelden.

Was machen die eigentlich?

Wie sieht die Arbeit der Molekularmediziner später nach dem Studium aus und wo findet sie statt? Die Biowissenschaftler und Biowissenschaftlerinnen untersuchen beispielsweise bestimmte Moleküle, von denen sie wissen, dass diese bei einer Krankheit wie Krebs, einen bestimmten Mechanismus auslösen. Ziel ist es dabei, herauszubekommen, wie dem Molekül dies möglich ist. Für die Wissenschaftler gilt daher auch, im Vorfeld entsprechend die aktuelle Forschungsliteratur zu wälzen und sich Gedanken zu dem Experiment zu machen, mit dem sie die Wirkung des Moleküls untersuchen wollen. „Nur wenn wir die richtigen Kontrollen ansetzen, bekommen wir schließlich aussagekräftige Ergebnisse“, erklärt Niels Bauer.

Gebraucht werden diese Spezialisten nicht nur an den Universitäten, sondern auch in Pharmaunternehmen, wo sie forschen und neue Therapien entwickeln. Auch können sie in privaten Labors, Kliniken oder bei einer Behörde tätig sein. „Es gibt sogar die Möglichkeit in Biotechunternehmen oder im Consulting zu arbeiten“, sagt Bauer. Für ihn käme gerade letzteres wohl aber nicht in Frage. „Das ist mir zu weit von der Forschung weg“, meint er. Schließlich war es gerade der Forschungsschwerpunkt, der ihn dazu veranlasste, Molekulare Medizin zu studieren.

Weitere Infos zu diesem und anderen Studiengängen unter www.meinstudium.fau.de/studienangebot


Cover des FAU-Magazins alexander Nr. 106

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Dieser Text erschien zuerst in unserem Magazin alexander. Die aktuelle Ausgabe hat unter anderem folgende Themen: Wissenschaftler unterwegs auf hoher See, sechzig Jahre Europäische Union, der Kammerchor auf Besuch in Krakau und ein Interview mit dem Strategieberater John Bessant.

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