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Glitzernde Farbeffekte für Olympia

Medienwissenschaftler Roman de Giuli hat an der Eröffnungszeremonie der diesjährigen Winterolympiade mitgewirkt. (Bild: FAU/Melanie De Giuli)

Die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele sind ein festliches Schauspiel, das von vielen Menschen um den Globus mitverfolgt wird. So auch bei den diesjährigen Winterspielen in Pyeongchang. An der Inszenierung der Eröffnungsfeierlichkeiten hat auch der Medienwissenschaftler Roman de Giuli vom Lehrstuhl für Medienwissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) künstlerisch mitgewirkt. Wir haben nachgefragt, wie seine Arbeit an den Eröffnungsfeierlichkeiten aussah.

Sie haben an der Inszenierung der Eröffnungsfeier der diesjährigen Olympischen Spiele mitgewirkt. Was haben Sie dort gemacht beziehungsweise was war Ihre Aufgabe?

Ich habe für den ersten Programmpunkt der Eröffnungsfeier hochauflösendes Videomaterial von fließenden Farben und kleinen, glitzernden Elementen angefertigt.  Die Aufnahmen wurden in der Nachbearbeitung mit virtuellen Elementen kombiniert und so aufbereitet, dass Sie auf den Boden des Stadions projiziert werden konnten.

Wie kamen Sie dazu, bei solch einem Fest von internationalem Rang mitzuwirken? Und wie sieht die Arbeit dafür aus?

Ich habe in den letzten Jahren unterschiedliche Visualisierungsmethoden mit Farben, Fluiden und Pigmenten entwickelt. Hierzu habe ich in regelmäßigen Abständen kleine Experimentalfilme veröffentlicht welche international für Aufsehen gesorgt haben und vielfach kuratiert wurden beziehungsweise auf Festivals gelaufen sind. Und so sind Agenturen auf meine Arbeit aufmerksam geworden, vorwiegend aus Amerika und Asien. Die Agentur Giantstep aus Südkorea hat mich dann im August 2017 kontaktiert und wir haben das Konzept für einen Programmpunkt der Eröffnungsfeier erarbeitet. Ich selber musste dafür gar nicht vor Ort sein, die Agentur ist mit fünf Leuten eine Woche nach Nürnberg gekommen, um alle Aufnahmen mit mir gemeinsam zu machen.

Sie haben ein spezielles filmisches Verfahren genutzt. Könnten Sie uns erklären, was Makrokinematografie ist und wie sie funktioniert?

Besondere Visualisierungen sind mit der Makrokinematographie möglich. Aufgrund vorheriger Arbeiten wurde de Giuli für die
Eröffnungszeremonie angefragt. (Bild: FAU/Eddi Bachmann)

Die Makrokinematografie nutzt zur Aufnahme von Videos hochauflösende Kameras, Makroobjektive und sogenannte Motion-Control-Systeme. Das Ziel ist es, Bewegungsphänomene, Oberflächen und Texturen, die physikalisch auf sehr kleinem Raum stattfinden, in großen Abbildungsmaßstäben filmisch/cineastisch zu erfassen. Vieles davon ist mit bloßen Auge kaum zu erkennen. Aber durch die Vergrößerung offenbaren sich im Kleinen oftmals große Räume und Welten mit viel Potential für visuelle Erzählungen. Und das führt immer wieder zu einem neuen und spektakulären Seherlebnis.

Informationen:

Roman de Giuli
Tel.: 09131/85-29236
roman.degiuli@fau.de

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