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Die Zukunft der Ausstellungspraxis: Museen im 21. Jahrhundert

So sahen die Ausstellungsräume des Germanischen Nationalmuseums früher aus: Willibald Maurer: Waffenhalle im Tiergärtnertorturm, 1853. Bleistift, Feder in Schwarz, laviert auf Papier. 27,4 x 37,7 cm (Bild: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg)

Volkswagenstiftung fördert Promotionskolleg mit dem Germanischen Nationalmuseum

Sind Universitäten und Museen Elfenbeintürme wissenschaftlicher Forschung? Mitnichten! Doch wie erfährt die Öffentlichkeit von neuesten Forschungsergebnissen? Und wie können junge Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler schon während der Promotionsphase praxisnah auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet werden? Ein gemeinsames Forschungskolleg des Instituts für Kunstgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Germanischen Nationalmuseum und mehreren privatwirtschaftlichen Partnern nimmt sich dieser Aufgabe in den kommenden vier Jahren verstärkt an. Ziel ist es, den Wissenstransfer zwischen Forschungsinstitutionen und Gesellschaft zu verbessern, außerdem Wissenschaft und Wirtschaft enger aneinander zu binden. Die VolkswagenStiftung bewilligte dafür jetzt rund 1,6 Mio. Euro für eine Laufzeit bis 2022.

Das Promotionskolleg „Modellierung von Kulturgeschichte am Beispiel des Germanischen Nationalmuseums: Vermittlungskonzepte für das 21. Jahrhundert“ unter der Leitung von Prof. Dr. Christina Strunck (FAU) bietet sieben Promovierenden die Möglichkeit, die Geschichte des Germanischen Nationalmuseums und die historische Entwicklung seiner Sammlungspräsentation näher zu untersuchen. Wie inszenierte das Museum seit seiner Gründung 1852 Kulturgeschichte? Welchen Veränderungen unterlag die Präsentation? Und wie formte sie unser Bild von der Vergangenheit?

Die Modellierung von Kulturgeschichte ist ein grundlegendes Thema der Museen. In den vergangenen 20 Jahren haben Institutionen in ganz Europa verstärkt ihre eigene Entstehungs- und Sammlungsgeschichte aufgearbeitet. Vergleichende Studien zur Entwicklung von Dauerausstellungen sind jedoch selten. Diese Lücke möchte das Forschungskolleg schließen. Welche Exponate waren wann zu sehen und in welchem Kontext standen sie? Welche Schwerpunkte setzte das Museum, welchen Themen räumte es wie viel Platz ein? Und was wurde neu erworben? Präsentation und Ankaufspolitik spiegeln immer gesellschaftliche Vorstellungen und Trends ihrer Zeit, sie prägen und beeinflussen im Gegenzug aber auch die Besucher.

Um die Verzahnung von Theorie und kuratorischer Ausstellungpraxis zu vertiefen, werden ergänzend praxisorientierte Module mit Expertinnen und Experten aus der Privatwirtschaft angeboten. Ein museologisches Trainee-Programm, Workshops zum Erwerb von IT- und Management-Kompetenzen sowie das Experimentieren mit neuen Vermittlungsformaten am Beispiel der Exponate des GNM tragen dazu bei, die Chancen der Promovierenden auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Die Kooperationspartner versprechen sich davon im Gegenzug innovative Ideen zur Nutzung neuer, digitaler Techniken. Begleitende Vortragsreihen und Exkursionen sorgen für Vernetzung in der Museumsarbeit auf internationalem Niveau.

Das Forschungskolleg ist Teil der Initiative „Wissenschaft und berufliche Praxis in der Graduiertenausbildung“, mit der die VolkswagenStiftung strukturverändernde Promotionskonzepte in den Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften fördert. Sie unterstützt Graduiertenkollegs mit Pilotcharakter, in denen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler konkrete Einblicke in künftige Berufsfelder erhalten und sich damit schon während der Promotion für eine außeruniversitäre Tätigkeit qualifizieren. Eine zukunftsweisende Chance.

Kontakt:

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
Prof. Dr. Christina Strunck
christina.strunck@fau.de
Tel. 09131/85-22395

Germanisches Nationalmuseum (GNM)
Dr. Sonja Mißfeldt
Pressesprecherin
presse@gnm.de
Tel. 0911 / 1331-103

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