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Wie viele Pflanzenarten können noch entdeckt werden?

Dr. Walter Welß stellt sich den großen Fragen. (Bild: Katrin Simon)

Welß über die Entdeckung neuer Pflanzenarten

Warum schmeckt das Meer salzig? Wie viele Sandkörner sind an einem Strand? Wo endet das Universum? Und wie sieht dieses Ende dann aus? Wer kennt diese Fragen nicht, auf die man schon immer einmal eine Antwort haben wollte? Wir haben in unserem FAU-Forschungsmagazin friedrich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern „Große Fragen“ gestellt – auch wenn es möglicherweise nicht immer eine Antwort gibt. Wie viele Pflanzenarten können noch entdeckt werden können, beantwortet heute Dr. Walter Welß vom Botanischen Garten Erlangen, ehemals Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie.

 

Prognosen sind immer mit Unsicherheiten verbunden. Betrachten wir daher zunächst den Ist-Zustand. Je nach Artkonzept geht man heute von etwa 300.000 bekannten Pflanzenarten aus. Genau weiß man das nicht, denn dieselben Arten können mehrfach beschrieben worden sein. Im Laufe der Evolution entstehen immer wieder neue Arten, und viele verschwinden, noch ehe die Wissenschaft von ihrer Existenz erfahren hat. Dabei ist das Wissen um den Artenreichtum in der Natur und dessen genetische Vielfalt in unterschiedlichen Ökosystemen, also die Biodiversität, die entscheidende Erkenntnis in der Biologie. Nur was man kennt und mit einem Namen belegt hat, lässt sich weiter erforschen, schützen und auch nutzen. Daher bedarf es gut ausgebildeter, qualifizierter Experten, die in traditioneller Feldforschung bislang wenig beachtete Lebensräume gezielt nach unbekannten Arten durchforschen. Moderne genetische Analysen bringen weitere Informationen zur Erfassung der Komplexität des Artenspektrums. So werden wir auch in Zukunft viel Überraschendes und Neues entdecken – die Gesamtzahl aller Pflanzenarten werden wir aber nie kennen.


Der friedrich – das Forschungsmagazin der FAU

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Der friedrich Nr. 117 öffnet sich beim Klick auf das Bild.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserem Forschungsmagazin friedrich. Die aktuelle Ausgabe wirft einen Blick zurück in die 275-jährige Geschichte der Universität. Darüber hinaus beschäftigen es sich mit Fragen, die die Wissenschaft hier und heute bewegen: Was macht gute Wissenschaft aus? Muss Wissenschaft nützen? Wann ist Scheitern erfolgreich? Die Jubiläumsausgabe wagt aber auch einen Blick in die Zukunft. Denn obwohl wir heutzutage so viel mehr wissen als noch vor 200 Jahren, existieren immer noch jede Menge offener Fragen, auf die es Antworten zu finden gilt.

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Die Großen Fragen

Seit jeher haben die Menschen Fragen gestellt. Fragen nach dem Warum, Fragen nach dem Wie, Fragen nach dem Wohin. Wir haben FAU-Wissenschaftlern 22 große Fragen der Menschheit gestellt. Sie finden Sie alle in unserem Forschungsmagazin friedrich sowie nach und nach online in der Reihe „Die großen Fragen“

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