Innovative Gleichstellungsforschung

Gruppenfoto
Gruppenfoto der Preisträger nach Übergabe des Renate Wittern-Sterzel-Gleichstellungspreises durch Vizepräsident Prof. Dr. Friedrich Paulsen. Im Bild (v.li): Prof. Dr. Alexander Brem, Christine Wimschneider und Peter Bican (alle Lehrstuhl für Technologiemanagement), Prof. Dr. Annette Keilhauer (Interdisziplinäres Zentrum Gender – Differenz – Diversität (IZGDD)), Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel (1. FAU-Frauenbeauftragte und Namensgeberin des Preises), Vizepräsident Prof. Dr. Friedrich Paulsen. (Bild: FAU/Harald Sippel)

Renate-Wittern-Sterzel-Preis 2018 verliehen

Gleich doppelt so großer Grund zur Freude an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU): Sowohl die Romanistin Prof. Dr. Annette Keilhauer, Sprecherin des Interdisziplinären Zentrums Gender – Differenz – Diversität (IZGDD) und Universitätsfrauenbeauftragte, als auch Prof. Dr. Alexander Brem, Leiter des Lehrstuhls für Technologiemanagement, sind dieses Jahr für ihr interdisziplinäres Wirken im Bereich Gender und Diversität mit dem Renate-Wittern-Sterzel-Preis für Gleichstellung der FAU ausgezeichnet worden.

Das im Januar 2017 gegründete Interdisziplinäre Zentrum Gender – Differenz – Diversität (IZGDD), deren Sprecherin Prof. Dr. Annette Keilhauer ist, versteht sich als Zusammenschluss und Ausbau vorhandener Schwerpunkte in einer Reihe von Einzeldisziplinen der FAU. Es hat bereits eine Vielzahl an öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten vorzuweisen, womit es schon jetzt eine große Sichtbarkeit erlangt hat. Mit dem Ziel, mittels interdisziplinärer Kooperationen und Projekte die Gender- und Diversitätsforschung an der FAU zu bündeln und neue Forschungsfelder in diesen Bereichen zu erschließen, kommt dem IZGDD ein Alleinstellungsmerkmal an der FAU zu. Das Zentrum leistet einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung und interdisziplinären Vernetzung der an der FAU bereits existierenden Forschung und Lehre im Bereich Gender und Diversität und treibt aktuell die Vertiefung dieses Forschungskomplexes voran, auch über die Fakultäten hinweg und mit Unterstützung nationaler und internationaler Expertinnen und Experten.

Das Preisgeld fließt in die Durchführung von drei interdisziplinären, jeweils zweitägigen Workshops zu zentralen Forschungsthemen des IZGDD, zu denen ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der internationalen Fachdiskussion sowie einschlägiger wissenschaftlicher Nachwuchs eingeladen werden. Dieses Format wurde bereits in der Vorbereitungsphase zur Gründung des IZGDD erprobt und soll verstetigt und zugleich erweitert werden.

Prof. Dr. Alexander Brem, Christine Wimschneider und Peter M. Bican vom Lehrstuhl für Technologiemanagement der FAU haben mit ihrem dreiteiligen Projekt „Technology Management in Practice – Gender Differences in Innovation“ überzeugend dargestellt, wie Fragestellungen aus den Themenbereichen Wirtschaft, Marketing und Geschlechterunterschiede miteinander interagieren und innovative Synergien bilden. Die interdisziplinären Teams aus Studierenden (insb. BWL, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau) haben fächerspezifische wissenschaftliche Schwerpunkte mit innovativen genderrelevanten Aspekten verknüpft und hieraus konkrete, alltagsrelevante Handlungsempfehlungen für Industrie und Technik abgeleitet. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur fächerübergreifenden Vernetzung und Kooperation an der FAU sowie zur praxisorientierten Integration von Genderaspekten in die Bereiche Wirtschaft und Technik. Die Konzeption des Projekts fördert die Sichtbarmachung des Themas Gender in einem traditionell als „männlich“ eingestuften Fächerspektrum und trägt damit zu einer erhöhten Sensibilisierung für geschlechtsspezifische Fragestellungen im MINT-Bereich bei. Die geplante Erweiterung und Schärfung des Projekts verspricht einen langfristig angelegten, innovativen, fakultätsübergreifenden Forschungsansatz an der FAU für die Bereiche Forschung, Gender und Lehre.
Das Preisgeld soll der Fortschreibung und Weiterentwicklung des Projektes dienen, indem die bisher gewonnenen Erkenntnisse in die Lehr- und Forschungsbereiche der Antragstellenden weitergehend integriert werden.

Für den Renate-Wittern-Sterzel-Preis können jährlich Mitglieder oder Einrichtungen der Universität vorgeschlagen werden, die sich um die Gleichstellung von Frauen und Männern an der FAU verdient gemacht haben. Mit dem Preis wird ein besonders gelungenes Gleichstellungsprojekt an der FAU gewürdigt und öffentlich ausgezeichnet. Verbunden damit ist ein Preisgeld von 10.000 Euro. Dieses dient der Fortschreibung bestehender oder der Entwicklung neuer Gleichstellungsaktivitäten an der FAU. Über die Verleihung des Preises entscheidet die Hochschulleitung auf der Grundlage der Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft Chancengleichheit.

Die Auszeichnung trägt den Namen der Initiatorin des Preises. Damit würdigt die Universität das langjährige Wirken der inzwischen im Ruhestand befindlichen Prof. Dr. phil. Dr. med. habil. Renate-Wittern-Sterzel, ehemals tätig am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, die sich engagiert und sehr erfolgreich in ihren verschiedensten Ämtern und Funktionen – mitunter als erste Frauenbeauftragte und erste Prorektorin der Universität – für die Gleichstellung von Frauen und Männern an der Universität eingesetzt hat.