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Spezialzentrum für seltene bösartige Tumoren gegründet

So wie die rote Schleife ein Symbol für die Solidarität mit AIDS-Erkrankten und HIV-Infizierten ist, steht ihr gelbes Pendant im Zeichen von Sarkomerkrankungen. (Bild: Michael Rabenstein/Uni-Klinikum Erlangen)

Uni-Klinikum Erlangen etabliert Sarkomzentrum und wird damit Anlaufstelle für Betroffene im gesamten nordbayerischen Raum

Sarkome gehören zu den eher seltenen Krebsarten – in Deutschland erkranken jährlich etwa 2.000 Menschen an den bösartigen Tumoren des Weichgewebes oder des Knochens. Um betroffene Patienten umfassend und adäquat behandeln zu können, hat das Universitätsklinikum Erlangen seine jahrelange Erfahrung nun in einem Sarkomzentrum gebündelt. Der Leiter des neu gegründeten Zentrums, Prof. Dr. Robert Grützmann, erklärt: „Die vielen Strukturen, Tumorboards und spezialisierten Behandlungsverfahren, die wir in den vergangenen Jahren etabliert haben, bilden die ideale Basis für das Sarkomzentrum.“

Zentrale Kooperationspartner des interdisziplinären Zentrums sind neben der Chirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Robert Grützmann) die Medizinische Kliniken 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie (Direktor: Prof. Dr. Markus F. Neurath), die Medizinische Klinik 5 – Hämatologie und Internistische Onkologie (Direktor: Prof. Dr. Andreas Mackensen), das Pathologische (Direktor: Prof. Dr. Arndt Hartmann) sowie das Radiologische Institut (Direktor: Prof. Dr. Michael Uder) und die Strahlenklinik (Direktor: Prof. Dr. Rainer Fietkau) des Uni-Klinikums Erlangen. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit Gynäkologen, Dermatologen, Nuklearmedizinern, Kinderonkologen sowie mit Psychoonkologen, dem Sozialdienst, Physiotherapeuten, Palliativmedizinern, Humangenetikern und Studieneinheiten. Von großer Bedeutung ist außerdem das Mitwirken von Plastischen Chirurgen und Gefäßchirurgen.

Dass im Erlanger Sarkomzentrum viele Spezialisten vereinigt sind, zeigt sich auch darin, dass die Ausarbeitung der weltweit ersten S3-Leitlinie – also der Empfehlung höchster wissenschaftlicher Qualität – derzeit unter Beteiligung von drei Medizinern des Uni-Klinikums Erlangen erfolgt: Neben Prof. Dr. Robert Grützmann gehören Dr. Rolf Janka, Radiologie, und Prof. Dr. Abbas Agaimy, Pathologie dazu.

Gute Chancen auf Heilung

Das Zusammenwirken verschiedener medizinischer Disziplinen ist deshalb wichtig, weil Sarkome an jeder Körperstelle auftreten können und schon die Diagnose schwierig ist, da sich die Tumoren oft als harmlos aussehende Schwellung zeigen. Sarkom ist der Oberbegriff für ca. 100 verschiedene Tumorarten. Viele treten als Folge von Mutationen auf, ohne dass ein Auslöser für diese ausgemacht werden kann. Dabei verändert sich das Erbgut der Zellen und ihr Wachstum gerät außer Kontrolle. Anders als bei anderen Krebsarten gibt es daher auch keine klassischen Risikofaktoren, die es im Vorfeld zu vermeiden gilt. Wird der Krebs frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut. Die Patienten des Sarkomzentrum Erlangen werden im täglich stattfindenden Tumorboard interdisziplinär besprochen, um die optimale Therapie für jeden Patienten individuell auszuwählen. Die Behandlung für jeden Einzelfall ist komplex sowie multimodal und kann deshalb nur in einem spezialisierten Zentrum erarbeitet und durchgeführt werden.

Zertifizierte Qualität

Aufgrund des seltenen Vorkommens von Sarkomen gibt es deutschlandweit nur wenige Spezialzentren. Das Sarkomzentrum des Uni-Klinikums Erlangen ist zudem eines von wenigen, das bereits einen Zertifizierungsprozess der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) durchläuft. Eine Begehung durch die Auditoren hat bereits stattgefunden und Anfang 2019 wird das Verfahren voraussichtlich positiv abgeschlossen.

Ausführliche Informationen zum Sarkomzentrum:

http://www.sarkomzentrum.uk-erlangen.de.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Robert Grützmann
Tel.: 09131/85-33855
robert.gruetzmann@uk-erlangen.de

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