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English Studies: Mehr als nur irgendetwas mit Englisch

„Ich liebe es reflektiert zu lesen und die Texte zu analysieren." – FAU-Studentin Nathalie erzählt über ihr Studium. (Bild: FAU/Rebecca Kleine Möllhoff)

Eine Studentin erzählt über ihr Studium

An der FAU gibt es zahlreiche englischsprachige Masterstudiengänge, die auch bei den deutschsprachigen Studierenden sehr beliebt sind. Nathalie Kaufmann studiert im fünften Semester den Master English Studies. In einem Interview berichtet sie gemeinsam mit der Studiengangskoordinatorin Dr. Sandra Dinter, worum es in ihrem Studium geht, welche Voraussetzungen für das Fach notwendig sind und weshalb English Studies mehr als nur irgendetwas mit Englisch ist.

Nathalie, du bist im fünften Mastersemester. Wie lang ist denn die Regelstudienzeit für das Fach?

Nathalie Kaufmann: Normalerweise sind das wie bei jedem Master vier Semester. Jedoch ist es an der FAU möglich in Teilzeit zu studieren. Ich studiere nebenbei noch Buchwissenschaft und Italo-Romanistik im Bachelor. Für den Bachelor sind sechs Semester vorgesehen und für den Master in Teilzeit acht Semester. Dass ich diese dreier Kombination hier studieren kann, war einer der Hauptgründe, weshalb ich mich für die FAU entschieden habe.

Worum geht es in dem Studiengang English Studies?

Dr. Sandra Dinter: Das Studium hat eine literatur- und kulturwissenschaftliche sowie linguistische Ausrichtung. Abhängig davon, was den Studierenden besser liegt, können sie ihren Schwerpunkt in der Linguistik oder in der Kultur- und Literaturwissenschaft setzen. Wir haben aber auch eine dritte Option ohne Schwerpunkt, in der Studierende Module aus diesen beiden Bereichen kombinieren können. In der Linguistik liegt der Fokus vor allem auf Themen wie Valenztheorie und Konstruktionsgrammatik, Spracherwerb, Kollokationsforschung sowie Sprachgeschichte. Dabei werden moderne sprachwissenschaftliche Methoden, wie zum Beispiel die Analyse von Korpusdaten, angewendet. In der Literatur- und Kulturwissenschaft untersuchen wir literarische und kulturelle Texte von der Renaissance bis zur Gegenwart, die wir sowohl aus theoretischer als auch historischer Perspektive betrachten und in unseren Seminaren diskutieren.

Nathalie Kaufmann: Viele denken, dass wir immer nur mit Texten in Form von literarischen Werken arbeiten. Wir beschäftigen uns aber auch mit Werbung, Filmen oder anderen Objekten. Anhand dieser verschiedenen Materialien können so beispielsweise historische Frauenbilder kritisch betrachtet werden.

Was müssen Studierende für dieses Studium mitbringen?

Dr. Sandra Dinter: Die formellen Zugangskriterien für einen Master in English Studies liegen derzeit – Stand Wintersemester 2018/19 – bei einer Bachelorabschlussnote von 2,5 oder besser. Es können sich jedoch auch Studierende mit einer Abschlussnote bis 3,3 bewerben. Sofern sie sich für das Studium fachlich eignen, werden sie für ein Interview vor Ort oder per Telefon eingeladen. Auch wird vorausgesetzt, dass man seinen Bachelor mindestens in einem vergleichbaren Fach absolviert hat. Da der gesamte Master auf Englisch stattfindet, sind sehr gute Englischkenntnisse – mindestens C 1 des europäischen Referenzrahmens – notwendig. Darüber hinaus sollten die Studierenden natürlich Lust und Freude am Lesen, Diskutieren und Recherchieren mitbringen.

Nathalie, was macht dir an dem Studiengang besonders Spaß?

Nathalie Kaufmann: Da ich schon immer total gerne gelesen habe, beschäftige ich mich gerne mit literarischen Texten. Ich liebe es reflektiert zu lesen und die Texte zu analysieren, wie man das in der Literatur- und Kulturwissenschaft ebenso macht. Dadurch hat sich auch meine Herangehensweise an Bücher verändert.

Hast du dafür ein konkretes Beispiel?

Nathalie Kaufmann: Mein Lieblings-Beispiel ist „Atonement“ – auf Deutsch „Abbitte“ – von Ian McEwan. Ich habe vor Ewigkeiten dazu den Film gesehen und dann hinterher das Buch dazu gelesen. Ich fand die Art und Weise, wie das Buch geschrieben ist so faszinierend, dass ich ganz automatisch angefangen habe, mir viele Notizen zu machen. Als mich meine Mitbewohnerin dabei einmal beobachtet hat, hat sie mich dann nur ganz verwundert angeschaut und den Kopf geschüttelt.

Wie viel Zeit nimmt dein Studium in Anspruch?

Nathalie Kaufmann: Das ist schwer zu sagen. Es hängt davon ab, welche Kurse man belegt. Eines ist jedoch sicher: Es ist sehr leseintensiv. Gefühlt müssen wir jede Woche ein Buch sowie die dazugehörigen Sekundärtexte lesen. Ein paar Stunden Vor- und Nachbereitung pro Kurs muss man schon einkalkulieren.

Was findest du an deinem Studium besonders herausfordernd?

Nathalie Kaufmann: Die Sekundärliteratur ist manchmal langwierig und schwer zu lesen. Manche Sätze muss man sich gleich dreimal durchlesen, um sie zu verstehen. Herausfordernd sind für mich auch die Hausarbeiten. Es fällt mir manchmal schwer, eine These aufzustellen und zu dieser stimmige Argumente zu finden.

Wie viele Studierende seid ihr in den Kursen?

Nathalie Kaufmann: Das ist ganz unterschiedlich. In den Einführungskursen, waren wir eine recht kleine Gruppe. Wir waren fünf Studierende mit dem Schwerpunkt Literatur- und Kulturwissenschaft. Später hatten wir aber auch gemeinsam mit Lehramt- oder Bachelorstudierenden Hauptseminare.

Dr. Sandra Dinter: Im Wintersemester 2018/19 waren 20 bis 25 Studierende als Erstsemester eingeschrieben, darunter Studierende aus Schottland, Bangladesch, Russland oder Brasilien. Das Betreuungsverhältnis unserer Studierenden ist sehr intensiv und es besteht auch ein sehr persönlicher Kontakt zwischen Studierenden und Dozenten. Ich zum Beispiel kenne alle Studierenden persönlich. Es findet auch jedes Semester ein Stammtischtreffen statt, wo sich die Studierenden untereinander sowie mit den Dozenten austauschen.

Ist denn auch ein Auslandssemster vorgesehen?

Dr. Sandra Dinter: Ein Auslandsemester ist obligatorisch nicht vorgesehen, aber selbstverständlich möglich. Es gibt die Möglichkeit das „Wild-Card-Modul“ zu belegen. In diesem können Studierende entweder Lehrveranstaltungen aus anderen Fächern wie der Romanistik oder Amerikanistik besuchen oder Praktika im In- und Ausland machen, die angerechnet werden.

Nathalie Kaufmann: Das Gute daran ist, dass es ein relativ freies Modul ist. Neben den Praktika und Lehrveranstaltungen ist es auch möglich, sich einen Job als studentische Hilfskraft anrechnen zu lassen. Ich arbeite nebenbei noch in der Romanistik und habe mir meinen Hiwi-Job anrechnen lassen.

Weißt du schon, was du nach deinem Studium machen möchtest?

Nathalie Kaufmann: Ich möchte ziemlich sicher im Verlagswesen arbeiten. Deshalb studiere ich nebenher auch noch Buchwissenschaft. Ich würde aber auch gerne noch einmal ein Praktikum in einer Kulturinstitution machen und da ein bisschen reinschnuppern.

Dr. Sandra Dinter: Mit English Studies stehen den Studierenden viele Möglichkeiten offen. Sie können zum Beispiel im Bereich Kulturmanagement oder im Radio und Fernsehen arbeiten. Auch der pädagogische Bereich in der Erwachsenenbildung oder in der Hochschulbildung als Dozent ist möglich. Und eine akademische Karriere an der Universität steht ihnen selbstverständlich auch immer offen.


Neugierig geworden? Dann schauen Sie doch auf die Webseite des Masterstudiengangs oder lassen Sie sich beraten.

Kontakt:

English Studies mit dem Schwerpunkt Literatur- und Kulturwissenschaft
Dr. Sandra Dinter
Tel.: 09131/85-29144
sandra.dinter@fau.de

English Studies mit dem Schwerpunkt Linguistik
Dr. Susanne Dyka
Tel.: 09131/85-22939
susanne.dyka@fau.de

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