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Mittelschule trifft auf Wissenschaft

Schüler hinter Forscher mit Mirkoskop
Mittelschüler für Wissenschaft begeistern, das ist das Ziel des FAU-Projekts "Geniale Wissenschaft". (Bild: FAU/Giulia Iannicelli)

Kooperationsprojekt der FAU will Mittelschüler für Wissenschaft begeistern

Die Distanz scheint erheblich. Jugendliche an Mittelschulen und Wissenschaftler haben üblicherweise nur wenige Berührungspunkte. Weil sich ein Umdenken auf beiden Seiten lohnt, haben das Schulmuseum Nürnberg und das Zentralinstitut für Wissenschaftsreflexion und Schlüsselqualifikationen (ZiWiS), zwei Einrichtungen der FAU, das Projekt „Geniale Wissenschaft – selbst erleben“ ins Leben gerufen: Schülerinnen und Schüler aus Mittelschulen der Region beschäftigen sich ein Schuljahr lang mit wissenschaftlichen Themen und treffen renommierte Forscherpersönlichkeiten, darunter Leibniz- und Nobelpreisträger. Gefördert wird das Projekt von der Robert Bosch Stiftung und dem Innovationsfonds Lehre der FAU.

Forscherin zeigt Schülern etwas

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b der Scharrer-Mittelschule in Nürnberg erarbeiten für ein Schuljahr in wöchentlichen Workshops ein wissenschaftliches Thema und treffen dann auf einen renommierten Forscher der FAU in diesem Feld. (Bild: FAU/Sebastian Schuol)

Desinteresse, Skepsis und Ablehnung zwischen Mittelschülern und Wissenschaft sind scheinbar festgelegt. Immer wieder wird eine Spaltung der Gesellschaft in vermeintlich bildungsnahe und bildungsferne Schichten diskutiert. Dabei steckt hier ein echtes Potenzial: Unter diesen Schülerinnen und Schülern finden sich nicht nur unerkannte Begabungspotenziale, sie bilden vielmehr einen wesentlichen Teil der Gesellschaft, als künftige Steuerzahler, Wähler oder auch als Eltern, die die Einstellung späterer Schülergenerationen prägen. Für Mathias Rösch vom Schulmuseum ist die entsprechende Projektarbeit ein lohnendes Unterfangen: „Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder sehr positive Erfahrungen in Projekten gemacht, die Wissenschaft an Jugendliche aus vermeintlich bildungsfernen Schichten vermitteln. Wenn Forschung hautnah erlebt – und verstanden –  wird, stärkt das nicht nur das Selbstwertgefühl, es kann sich zugleich ein neues, positives Bild von Wissenschaft entwickeln.“

Schüler erleben Forschung

Mit ihrem Projekt setzen das Schulmuseum und das ZiWiS daher auf das persönliche Erleben, die persönliche Begegnung: Unterstützt durch ein Team von sechs studentischen Hilfskräften beschäftigen sich zwei 8. und eine 9. Klasse aus drei Nürnberger Mittelschulen mit Forscherpersönlichkeiten und deren wissenschaftlichen Themen, wie beispielsweise Friedensforschung, Relativitätstheorie, Wasserstoff als Energieträger, Genforschung und Mythenforschung. Anschließend besuchen die Jugendlichen „ihre“ Forscher und deren Institute, dazu weitere Einrichtungen wie die Universitätsbibliothek und die Mensa und erleben somit auch den universitären Alltag. Zusätzlich können die Schüler am Lehrstuhl für Schulpädagogik mit Schwerpunkt Mittelschule der FAU zusammen mit Prof. Dr. Thomas Eberle dann selbst in die Rolle von Wissenschaftlern wechseln, ein kurzes eigenes Forschungsprojekt durchführen und dabei wissenschaftliche Arbeitsweisen kennenlernen, von Hypothesenentwicklung über Datenerhebung bis zur Auswertung.

Gruppe auf Sofa hinter Tischkicker

Hier treffen die Schüler Prof. Dr. Vahid Sandoghdar, Lehrstuhl für Experimentalphysik und einer der Direktoren des Max Planck Instituts für die Physik des Lichts (rechts). (Bild: FAU/Giulia Iannicelli)

Wie ticken Leibniz- und Nobelpreisträger?

Dieses Treffen mit erfolgreichen Forschern ist der Höhepunkt des Projekts. Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Peter Wasserscheid, Lehrstuhl für Chemische Reaktionstechnik, Humboldt-Professor Prof.  Dr. Vahid Sandoghdar, Lehrstuhl für Experimentalphysik und einer der Direktoren des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts (MPL), sowie der Musikwissenschaftler und Lehrstuhlinhaber an der Nürnberger Hochschule für Musik, Prof. Dr. Martin Ullrich, haben die Schüler bereits im März in ihren jeweiligen Laboren besucht. Dabei erhielten die Schüler einen Einblick, wie die Forscher arbeiten, was sie antreibt und welche ungeklärten Fragen sie derzeit beschäftigen. Im April und Mai folgen Besuche bei der FAU-Amerikanistin und Leibniz-Preisträgerin Prof. Dr. Heike Paul, bei Prof. Dr. Gerd Leuchs, FAU-Lehrstuhlinhaber für Experimentalphysik (Optik) und einer der Direktoren des MPL, bei der Genforscherin und Nobelpreisträgerin Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Vollhard von der Eberhard Karls Universität Tübingen und bei Prof. Dr. Hanno Sahlmann vom Lehrstuhl für Theoretische Physik III (Quantengravitation) der FAU. Weitere Besuche zu den Themen „Massenvernichtungswaffen“ und „Friedensforschung“ sind in Planung.

Versuchsaufbau

(Bild: FAU/Sebastian Schuol)

Studierende sensibilisieren

Das Projekt hat nicht nur Schüler im Fokus, sondern auch Studierende, insbesondere in den Lehramtsstudiengängen. Diese Zielgruppe hat es in der Hand, in ihren späteren Berufen Jugendliche für Wissenschaft zu begeistern und entsprechende Vermittlungsstrategien zu entwickeln. „Darüber hinaus ist es wichtig, möglichst viele Studierende über Themen wie Bildungsgerechtigkeit und soziale Einflussfaktoren bei der Wissensproduktion zu informieren. Wir betreiben hier auch Wissenschaftsreflexion“, sagt Sebastian Schuol vom ZiWiS. Das Projekt bietet verschiedene Seminare an und lässt FAU-Studierende, darunter auch ehemalige Mittelschüler, die im Projekt als Role-Models helfen, von Anfang an die einzelnen Schülergruppen moderieren.

Für das Projekt abstimmen: Open Call 2025 der Stadt Nürnberg

Bis zum 5. Mai 2019 können Sie für das Projekt beim Open Call 2025 der Stadt Nürnberg abstimmen. Die Anträge mit den meisten Stimmen erhalten von der Stadt Nürnberg eine finanzielle Unterstützung des Projektes.

Weitere Informationen:

Schulmuseum Nürnberg
Lisa Bauereisen
Tel.: 0911/5302-574
lisa.bauereisen@fau.de

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