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Vortragsreihe: Jenseits des Tellerrands – Geschichte und Ethik der Medizin

Kollegienhaus (Blick aus dem Schlossgarten)
Die medizinhistorische Vortragsreihe „Jenseits des Tellerrandes finden ab dem 8. Mai jeweils mittwochs im Alten Senatssaal des Kollegienhauses statt. (Bild: FAU/Erich Malter)

Über die Spanische Grippe, Intersexualität und Widerstand im Nationalsozialismus

Die medizinhistorische Vorlesungsreihe „Jenseits des Tellerrandes“ des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) widmet sich im Mai mit vier öffentlichen Vorlesungen wieder spannenden Themen.

Dabei wird dem Verlauf und den Folgen der Spanischen Grippe nachgegangen, einer weltweiten Seuche vor 100 Jahren, die trotz 50 Millionen Toter kaum in Erinnerung geblieben ist.

An einem Beispiel aus dem 17. Jh. sollen zeitgenössische Umgangsweisen mit Intersexualität aufgezeigt und in die Geschichte der medizinischen Geschlechtsabgrenzung bis heute eingeordnet werden. Denn gesellschaftlich wandelbare Vorstellungen bestimmen, wie die Medizin Menschen wahrnimmt, die unklare Geschlechtsmerkmale aufweisen.

Im Dritten Reich wehrten sich mehrere Erlanger Ärzte gegen Vereinnahmungen durch die Nazis. So der in Erlangen habilitierte, spätere Göttinger Ordinarius für Psychiatrie Gottfried Ewald, der sich weigerte am Euthanasieprogramm teilzunehmen, oder das externe Fakultätsmitglied an der Universitätsfrauenklinik, Werner Lüttge, der sich dem Ansinnen verwehrte, Abtreibungen aus rassistischen Motiven vorzunehmen. Wie sah deren Widerstand aus?

Die Vorträge finden ab 8. Mai jeweils mittwochs im Alten Senatssaal, HS 1.011, des Kollegienhauses, in der Universitätsstraße 15, Erlangen, statt. Beginn ist jeweils 12.15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Programm:

  • 8. Mai: „Die Welt ist an den Massentod gewöhnt …“ – Die Spanische Grippe 1918
    Prof. Dr. Karl-Heinz Leven
  • 15 Mai: Casper und/oder Martha? – Ein Hermaphrodit beim Arzt, 1671
    Dr. Nadine Metzger
  • 22. Mai: Furchtlos und ohne Kompromiss? Ärztlicher Protest gegen die NS-Euthanasie
    Dr. Susanne Ude-Koeller
  • 29. Mai: Widerstand war möglich: Der Erlanger Professor Werner Lüttge und die Zwangsabtreibungen im Nationalsozialismus
    Dr. Wolfgang Frobenius

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Karl-Heinz Leven
Tel.: 09131/85- 22094
karl-heinz.leven@fau.de

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