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Was das Internet der Dinge für die Industrie bedeutet

Die Beteiligten des CKI-Programms diskutieren über ein zukunftsträchtiges Thema, tauschen Ideen aus, bringen neue Projekte auf den Weg. An der FAU in diesem Jahr im Fokus: das Industrial Internet of Things. Im Bild zu sehen (v.l.): Prof. Dr. Reinhard Lerch, Dekan der Technischen Fakultät und Leiter des CKI Office an der FAU, Dr. Roland Busch, Siemens-Vorstandsmitglied, CTO und COO, Prof. Dr. Joachim Hornegger, FAU-Präsident (Bild: FAU/Glasow).

FAU und Siemens tauschen sich über offene Forschungsfragen und neue Projekte aus

Effizient und exklusiv – so lässt sich das Center of Knowledge Interchange (CKI), eine Kooperation zwischen FAU und Siemens am besten beschreiben. Effizient – weil die Wege zwischen FAU und Siemens kurz und unkompliziert sind, und exklusiv – weil das Unternehmen eine solche Zusammenarbeit weltweit lediglich mit acht Universitäten pflegt, darunter die University of California in Berkeley, das Georgia Institute of Technology oder die Tsinghua University in Peking. Nun haben sich beide Partner zur CKI-Konferenz in Erlangen getroffen, mit dabei als hochkarätiger Keynote-Redner: Siemens-Vorstandsmitglied Dr. Roland Busch.

Einmal jährlich treffen sich an jeder der acht Universitäten die Beteiligten des CKI-Programms. Sie diskutieren über ein zukunftsträchtiges Thema, tauschen Ideen aus, bringen neue Projekte auf den Weg. An der FAU in diesem Jahr im Fokus: das Industrial Internet of Things. Wie auch beim Internet of Things – zu Deutsch Internet der Dinge – ist damit die Vernetzung von Objekten untereinander sowie über das Internet gemeint. Das Augenmerk bei dieser Variante liegt dabei auf Geräten und Maschinen in Unternehmen – und bildet somit die Grundlage für die Industrie 4.0.

An der FAU beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ganz unterschiedlichen Aspekten des Themas, gemeinsam ist dabei die Anwendungsorientierung. Daher ist auch die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie essenziell. Besonders beispielhaft dafür: die enge Kooperation von FAU und Siemens, die vor vier Jahren in die Gründung des CKI mündete. Das CKI basiert auf zwei Pfeilern: Zum einen werden dadurch gemeinsame Forschungsprojekte schneller realisiert und besser organisiert, der Austausch von Wissen und neuen Technologien auf den verschiedenen Forschungsgebieten vereinfacht. Zum anderen werden Talente gefördert, Studierende und Promovierende erhalten die notwendige Praxisnähe.

Praxis für Studierende

So bietet der Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS) seinen Studierenden ein ganz spezielles Praktikum zum „Durchgängigen Engineering“. Mechatronische Systeme, die zum Beispiel in der Produktion zum Einsatz kommen, sind einerseits höchst komplex aufgebaut, sollen aber andererseits schnell, effizient und damit kostengünstig entwickelt und hergestellt werden. Eine große Rolle spielt dabei ein zentrales Datenmanagement, um Zusatzaufwand und Datenverluste zu vermeiden. Die Studierenden lernen in dem Praktikum das Vorgehen vom ersten Konzeptentwurf bis zur virtuellen Inbetriebnahme einer Produktionsanlage. Unterstützt wird der Lehrstuhl dabei von Siemens mit einer passenden Software sowie regelmäßigen Fachtreffen, die den intensiven Austausch fördern.

Ein ganz anderes Thema behandelt ein neues Forschungsprojekt aus der Informatik, das dank des CKI auf den Weg gebracht wurde: das Verladen von Containern in Häfen und Terminals. Ziel ist es, Container automatisiert auf Züge oder LKW zu verladen. Das Problem dabei: Am Kran selbst gibt es nur wenige Möglichkeiten, die dafür nötigen Sensoren zu platzieren. Hinzu kommen die großen Distanzen – bis zu 30 Meter –, über die eine exakte und sichere Position zum Absetzen bestimmt werden müssen. Ein weiteres aktuelles Beispiel für die erfolgreiche Kooperation: Zusammen mit Siemens Healthineers analysieren FAU-Informatiker Daten von Computertomographen (CT). Sie interessieren sich dabei nicht für die Patientenbilder, die die Geräte auch gar nicht übermitteln, sondern für Daten, die von den CTs laufend im Hintergrund protokolliert werden. Haben sie solche Protokolle und Informationen von sehr vielen Computertomographen aus Krankenhäusern und Praxen weltweit, können ganz unterschiedliche Auswertungen vorgenommen werden. Es lassen sich zum Beispiel Fehlfunktionen vorhersagen, um die Lebenszeit der Geräte zu maximieren und ungeplante Stillzeiten zu minimieren. Durch die Analyse der tatsächlichen Nutzung der Geräte, können die Nutzerfreundlichkeit und der Kundenservice optimiert werden. Die besondere Herausforderung besteht – wie bei anderen Big-Data-Anwendungen – in der Kunst, die großen Datenmengen so aufzubereiten, dass sich relevante Informationen herausfiltern lassen.

Ausführliche Informationen zum CKI gibt es online.

Weitere Informationen:

CKI Office FAU
Dominik Gedeon
Tel.: 09131/85-23361
cki@fau.de

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