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Zukunftsweisende Kooperation

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Prof. Gian Luca Gardini, Ph.D., hat mögliche Kooperationsbereiche für die Beobachterstaaten mit der Pacific Alliance untersucht. (Bild: FAU/Kaletsch Medien)

Deutschland will enger mit der Pacific Alliance zusammenarbeiten. Die FAU übernimmt hierbei im Vorfeld eine wichtige Rolle

Wie könnte eine Kooperation zwischen der Pacific Alliance (PA), einer Freihandelszone zwischen Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru, und ihren 52 Beobachterstaaten, darunter Deutschland, aussehen? Diese Frage hat sich ein Forschungskonsortium, bestehend aus der FAU, der Copenhagen Business School und des European Institute of International Studies in Stockholm, gestellt und eine Agenda dazu entwickelt. Prof. Gian Luca Gardini, Ph. D., Lehrstuhl für International Business and Society Relations mit Schwerpunkt Lateinamerika am Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, hat daran mitgewirkt.

Welche Bereiche hat das Konsortium für eine Zusammenarbeit als aussichtsreich eingestuft und warum?

Wir haben vier mögliche Bereiche identifiziert: Digitalisierung, Unternehmertum und kleine und mittlere Unternehmen, technische Aus- und Weiterbildung sowie Gleichstellung der Geschlechter. Diese Bereiche spiegeln einerseits die Bedürfnisse und Interessen, die von den PA-Mitgliedern während der drei von uns in Berlin, Kopenhagen und Stockholm veranstalteten Seminare geäußert wurden, andererseits das Fachwissen und die Stärken der deutschen, dänischen und schwedischen Systeme und Gesellschaften wider. Diese drei Länder haben unsere Bemühungen auch offiziell unterstützt. Der Bericht liefert Übereinstimmungen zwischen dem Bedarf und dem verfügbaren Angebot. Darüber hinaus stimmen die identifizierten Bereiche für die Zusammenarbeit vollständig mit dem Ansatz der OECD überein, die unsere Arbeit ebenfalls unterstützt. Aus zwei Gründen können diese Bereiche in den Mitgliedsländern einen erheblichen Fortschritt bewirken: Sie fördern sowohl den wirtschaftlichen, als auch den sozialen Fortschritt, was den Einbezug in die und den Zusammenhalt in der Gesellschaft voranbringt; und sie vermeiden die üblichen Vorbehalte und Reibungen einer auf Handel basierenden Kooperationsagenda.

In dem Bericht wird die FAU als Vorreiter auf dem Gebiet der effizienten Nutzung von Energienetzen und -versorgung genannt. Mit welchen konkreten Aspekten kann die FAU die PA unterstützen?

Die FAU spielte bei diesem Projekt eine Schlüsselrolle. Die Effizienz der Energienetze und -versorgung ist ein Schlüsselbereich für die Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaft, da alle Produktions- und Dienstleistungsbereiche betroffen sind. Die Arbeit meines Kollegen Prof. Dr. Alexander Martin vom Lehrstuhl für Wirtschaftsmathematik an der FAU zeigt zum Beispiel, wie mathematische Algorithmen die Energieeffizienz schnell und relativ kostengünstig verbessern können. Die PA-Länder haben ein zunehmendes Interesse an diesem Bereich. Andere Bereiche der Forschung und weitere Aktivitäten der FAU sind für die PA gleichermaßen wertvoll und zeigen, wie die FAU direkt in Projekte der internationalen Zusammenarbeit mit der PA eingebunden werden kann.

Wie soll eine Zusammenarbeit mit der PA vorangetrieben werden?

Das Konsortium arbeitet jetzt an einer zweiten Runde des Projekts, ebenfalls mit Unterstützung der OECD, um mehr Beobachterländer in die Kooperationsagenda einzubeziehen. Zudem wird der Bericht auf dem Gipfel der PA im Juli in Lima vorgelegt. Im Rahmen des bevorstehenden PA Business Summit im nächsten Sommer arbeiten wir auch an einer speziellen Veranstaltung, um den Wirtschaftssektor noch stärker einzubeziehen.


Das FAU-Magazin alexander

Cover FAU-Magazin alexander 110

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Dieser Text erschien zuerst in unserem Magazin alexander. In der Ausgabe Nr. 110 blicken wir auf 100 Jahre WiSo zurück, durch Knochen hindurch und auf Fremd- und Selbstbilder.

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