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Eine Reise in die Vergangenheit mit Dr. Ingrid Euchner-Wamser und Dr. Günter Wamser

Eine junge Frau und ein junger Mann sitzen auf einem Stein un blicken in die Kamera.
Schon zu Beginn des Studiums haben sich Dr. Ingrid Euchner-Wamser und Dr. Günter Wamser kennen gelernt... (Bild: Günter Wamser)

Alumni berichten von ihrer Zeit an der FAU

Wie sah das Leben an der FAU vor 25 Jahren aus? Was hat sich seitdem alles verändert? Und was ist es für ein Gefühl, nach langer Zeit wieder zurück an seine Heimatuniversität zu kommen? Diese Fragen beantworten unsere Alumni, die im Oktober 2019 anlässlich der Ehrung der Promovierten und Jubilare ihre Alma Mater nach langer Zeit wieder besucht haben. Dr. Ingrid Euchner-Wamser und Dr. Günter Wamser erzählen, wie das Leben an der FAU früher aussah und was ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist.

Sie haben 1994 an der Medizinischen Fakultät promoviert. Wie hat es sich angefühlt nach 25 Jahren wieder zurück an Ihre Alma Mater zu kehren?

Frau Euchner-Wamser: Es war eine große Überraschung, als ich von der FAU eine Einladung zur silbernen Promotionsfeier erhalten habe. Da ich dieses Jubiläum gar nicht mehr im Kopf hatte, war es umso schöner, als wir diesen Tag in der Heinrich-Lades-Halle – in der ich 1993 mein Staatsexamen abgelegt hatte – feierten. Ich war überrascht, dass das Gebäude von außen noch genauso wie früher aussah – nur innen war alles mit Licht und im FAU-Design festlich aufgepeppt.

Herr Wamser: Es kamen viele Erinnerungen an ehemalige Professorinnen und Professoren sowie an Kommilitoninnen und Kommilitonen hoch – als hätte ich erst gestern studiert.

Was ist Ihnen aus Ihrer Zeit an der FAU besonders in Erinnerung geblieben?

Herr Wamser: Die gemeinsam verbrachte Freizeit abends und am Wochenende war sehr wichtig. Dabei waren kleine und große Feiern ein festes Element im Studentenleben: der Fasching der Anatomie oder im E-Werk waren legendär. Genauso lebendig ist noch die Erinnerung an das frühmorgendliche Ausharren mit Isomatte und Thermoskanne auf dem Schlossplatz, um eine der begehrten Karten für das Schlossgartenfest zu ergattern.

Frau Euchner-Wamser: Ich weiß noch, dass ich in einem Studentenzimmer am Lorlebergplatz gewohnt habe. Mein ehemaliger Professor – Prof. Dr. Hermann Otto Handwerker – fuhr dort oft mit dem Fahrrad vorbei. Er hat mir immer freundlich gewunken, wenn ich zufällig zur gleichen Zeit aus dem Haus kam.

Es hat sich wie mein zweites zu Hause angefühlt.

Weshalb haben Sie sich für eine Promotion an der FAU entschieden?

Eine junge Frau in einem Labor, die in die Kamera blickt.

…und sich gegenseitig im Studium und bei ihrer Promotion unterstützt. (Bild: Günter Wamser)

Frau Euchner-Wamser: Als Medizinerin überlegt man sich bereits ab dem Physikum, ob und in welchem Bereich man eine Promotion beginnen möchte. Es war damals üblich parallel zu seinem Studium zu promovieren, auch wenn sich dadurch die Gesamtstudienzeit verlängert hat. Ich wollte unbedingt meine Doktorarbeit bei meinem Lieblingsprofessor Prof. Handwerker schreiben. Diese Entscheidung habe ich nie bereut. Ich wurde am Institut so gut aufgenommen, dass es für mich wie ein zweites Zuhause war. Prof. Handwerker ermöglichte es mir sogar, ein Jahr in den USA zu forschen. Er hat mich immer in allem gefördert und ich lud ihn später auch zu meiner Hochzeit ein.

Herr Wamser: Ich wollte unbedingt eine experimentelle Arbeit machen. Freunde hatten mir Prof. Fleig aus der Medizinischen Klinik III empfohlen, der für seine gute Betreuung bekannt war. Am Institut gab es dann nach einem Chefwechsel eine Art Aufbruchsstimmung – neue Labore wurden gegründet und ein lebhafter Austausch bereicherte die wissenschaftliche Arbeit. Im Laufe der Jahre erlebte ich zwar einige Rückschläge und Frustrationen, doch stand mir meine damalige Freundin und jetzige Frau immer zur Seite. Wir haben uns zu Beginn des Studiums kennen gelernt, waren im gleichen Semester und arbeiteten zur gleichen Zeit an der Promotion.

Wie haben Sie sich denn kennengelernt?

Frau Euchner-Wamser: Wir haben uns schon vom Sehen aus dem ersten Semester gekannt. Aber näher gekommen sind wir uns dann im zweiten Semester während des Präp-Kurses in der Anatomie an einer Leiche. Das ungewohnte Arbeitsumfeld schweißt einfach zusammen.

Herr Wamser: Kennengelernt haben wir uns gleich am Anfang des Studiums. Ein richtiges Paar wurden wir dann im Laufe des zweiten Semesters während des Anatomiekurses bei den intensiven Präparationsarbeiten.

Wie sah Ihr Studenten- und Doktorandenleben früher aus?

Frau Euchner-Wamser: Ende der 80er Jahre dauerten die Ausdrucke von XY-plots – das sind medizinische Grafiken – so lange, dass man es sich in der Zwischenzeit im Schlossgarten auf einer Decke gemütlich machen konnte. Nach 20 Minuten waren die Ausdrucke dann fertig. Zum Glück lag die Physiologie direkt am Schlossgarten.

Herr Wamser: Das Studium war geprägt von einem großen Lernpensum. Wir lernten häufig in Gruppen und fragten uns zur Vorbereitung auf mündliche Prüfungen gegenseitig ab. Unser Hauptarbeitsplatz war die Unibib. Ein kleines Ritual war das Kaffeetrinken im benachbarten Coffeeshop.

Erlangen ist eine lebendige Stadt.

Inwiefern hat Sie Ihre Zeit an der FAU für Ihr Berufsleben geprägt?

Frau Euchner-Wamser: Ich wurde als Medizinerin immer wieder gefragt, ob es sinnvoll sei, parallel zu den klinischen Semestern zu promovieren. Auch im späteren Arbeitsleben findet vieles gleichzeitig statt. Als leitende Oberärztin in der Anästhesie ist die Durchführung der Narkose meine Primärarbeit. Nebenbei organisiere ich jetzt die OP-Koordination oder Personaleinsatzplanung. Im Studium sowie im Arbeitsleben fordert und formt es die Persönlichkeit, Dinge parallel durchzuführen und zu Ende zu bringen. Ebenso ist es eine Herausforderung das Arbeits- und Familienleben unter einen Hut zu bringen. Auch dafür war die Promotion neben dem Studium sehr lehrreich.

Herr Wamser: An der FAU konnte ich neben dem Studium und der Promotion auch meine Freizeit genießen. Erlangen ist eine lebendige Stadt mit vielen kulturellen Angeboten und Nähe zur Fränkischen Schweiz. Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, neben der Arbeit noch einen entsprechenden Ausgleich zu haben.

Eine Frau (mitte) und zwei Männer sind festlich gekleidet und halten blaue Mappen.

Im Oktober 2019 kehrten sie nach 25 Jahren wieder an ihre Alma Mater zurück und wurden von FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger (rechts) mit einer Jubiläumsurkunde geehrte. (Bild: FAU/Giulia Iannicelli)

 

Vielen Dank für das Interview!

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