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Arbeitstagung: Diskriminierung – (k)ein Thema in der Universität?!

Eine Dame mit roten Haaren sitzt an ihrem Arbeitsplatz und blickt in die Kamera.
„Diskriminierung betrifft uns alle. Deswegen ist es wichtig, dass wir uns mit dem Thema auseinander setzen", sagt Dr. Ebru Tepecik, Mitarbeiterin am Büro für Gender und Diversity. (Bild: FAU/Rebecca Kleine Möllhoff)

Dr. Ebru Tepecik vom Büro für Gender und Diversity berichtet

Sei es aufgrund der Hautfarbe, der sozialen Herkunft oder des Geschlechts – direkte und indirekte Diskriminierung ist weit verbreitet und begegnet uns auch an Hochschulen. Um an der FAU diskriminierende Strukturen aufzudecken und dagegen vorzugehen, veranstaltet das Büro für Gender und Diversity am 20. Februar eine Arbeitstagung mit dem Titel „Diskriminierung (k)ein Thema in der Universität?! – Antidiskriminierungspolitiken- und Strukturen an Hochschulen“. Dr. Ebru Tepecik, Organisatorin der Tagung, erzählt, worum es in der Tagung geht und weshalb Diskriminierung auch an der FAU thematisiert werden muss.

Antidiskriminierung als Verpflichtung und strategisches Handlungsfeld

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, weshalb wir uns an der FAU mit dem Thema Diskriminierung überhaupt beschäftigen. Auf Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, des Grundgesetzes sowie anderer Gesetzestexte sind wir dazu verpflichtet gegen Diskriminierung vorzugehen. Zusätzlich hat die FAU in ihrem Leitbild die Förderung von Chancengleichheit und Vielfalt verankert und 2012 die Charta der Vielfalt unterzeichnet, in der sie sich zum Engagement für ein vorurteils- und diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld verpflichtet. Im Rahmen des Aufgabenbereichs Diversity Management ist Antidiskriminierung ein strategisches Handlungsfeld. Die Zielsetzung, Vielfalt an der FAU zu fördern und die Entfaltung der individuellen Potenziale von Hochschulangehörigen zu ermöglichen, ist nur durch einen achtsamen Diskriminierungsschutz zu realisieren.

Austauschforum „Antidiskriminierung“

Um einen entsprechenden Diskriminierungsschutz zu leisten, müssen wir uns mit dem Thema aktiv auseinandersetzen. Aus diesem Grund gibt es seit 2018 das Austauschforum „Antidiskriminierung“, in welchem zentrale und dezentrale Beratungsstellen und Ansprechpersonen sowie Interessensvertretungen der FAU – beispielsweise die Schwerbehindertenvertretung, Frauenbeauftragte oder der Personalrat – vertreten sind. Welche Beschwerdemöglichkeiten haben FAU-Angehörige, die Diskriminierung erfahren haben? Welche Beratungsangebote gibt es im Umgang mit Diskriminierung? Brauchen wir an der FAU eine zentrale Antidiskriminierungsberatungsstelle? Welche Maßnahmen und Fortbildungen können wir anbieten, um Beratende zu sensibilisieren und zu qualifizieren? All diese Fragen werden im Rahmen des Austauschforums „Antidiskriminierung“, das vom Büro für Gender und Diversity koordiniert wird, kritisch diskutiert, um neue Maßnahmen wie zum Beispiel die bevorstehende Arbeitstagung umzusetzen.

Es passiert jeden Tag und überall

Mit der Arbeitstagung möchten wir zentrale Fragestellungen aus dem Austauschforum diskutieren und die künftige Antidiskriminierungsarbeit an der FAU durch fachliche Expertise weiterentwickeln. Die Tagung richtet sich deshalb an alle FAU-Angehörige – unabhängig ob Studierende, Forschende oder Beschäftigte aus der Universitätsverwaltung. Diskriminierung betrifft uns alle auf die eine oder andere Weise. Einige haben sie schon einmal erlebt, andere fungieren als Ansprechpersonen in Kontaktstellen und wieder andere setzen sich damit im Rahmen ihrer Forschung und Lehre auseinander. Ziel ist es, das große Potenzial an Wissen, Erfahrungen und Engagement zu nutzen, um so die Antidiskriminierungsarbeit an der FAU weiterzuentwickeln und die Menschen darin zu sensibilisieren, Diskriminierung im näheren Umfeld zu erkennen und dagegen aktiv zu werden.

Ein vielfältiges Programm

Für die Tagung haben wir hochrangige Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen eingeladen, die wertvolle Praxiserfahrungen und fachlichen Input rund um den Umgang mit Diskriminierung an Hochschulen mitbringen. Unter den Referentinnen und Referenten sind zum Beispiel Prof. Dr. Heiner Bielefeldt, der für seine fachliche und international anerkannte Expertise bekannt ist, oder Nathalie Schlenzka, Mitarbeiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Die Tagung gliedert sich in zwei Teile. Nach einer fachlichen Einführung bestehend aus zwei Vorträgen geht es im zweiten Teil mit praxisorientierten und interaktiv gestalteten Arbeitsforen weiter. In drei verschiedenen Workshops beschäftigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit verschiedenen Fragestellungen bezüglich der Gestaltung und Umsetzung von Beschwerdestrukturen und Antidiskriminierungsberatungen an Hochschulen und wie das Thema Diskriminierung enttabuisiert und effektiv kommuniziert werden kann. Außerdem gibt es zu dem Thema ein Musikvideo, das von der Beauftragten für Diskriminierungsfragen der Stadt Nürnberg im Auftrag gegeben wurde und auf der Tagung kommentiert wird.


Weitere Infos:

Wann: am 20. Februar 2020, 9 bis 17 Uhr
Wo: Bismarckstraße 1a, Kleiner Hörsaal 00.017, in Erlangen

Eine Kostenfreie Anmeldung für alle Studierenden und Beschäftigten ist bis zum 10. Februar 2020 möglich. Die Teilnahmezahl ist begrenzt, melden Sie sich deswegen bitte frühzeitig für die Arbeitstagung an.

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