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Lucas Fassnacht über seinen Roman „#KillTheRich. Wer Neid sät, wird Hass ernten“

Ein Mann mit grauem Shirt und Jeans steht locker an einem Baum gelehnt und blickt in die Kamera. im Hintergrund ist ein Blumenbeet aus roten Tulpen sowie ein altes Gebäude zu sehen.
Literatur, Film oder auf der Bühne: FAU-Alumnus Lucas Fassnacht ist in vielen Metiers zu Hause. (Bild: FAU/Rebecca Kleine Möllhoff)

Talentiert, kreativ und ein Faible für Sprache

Lucas Fassnacht ist aus der Erlanger Kulturszene nicht mehr wegzudenken. Inzwischen ist der FAU-Alumnus auch in der deutschen Literaturszene in aller Munde. Seit September steht sein Roman „#KillTheRich. Wer Neid sät, wird Hass ernten“ in den Buchhandlungen.

Lucas Fassnacht hat viele Talente. Die einen kennen ihn als Poetry-Slammer auf dem Erlanger Poetenfest, die anderen als Initiator der Bühnenreihe „Lesen für Bier“, wo er gemeinsam mit anderen Künstlerinnen und Künstlern für Unterhaltung sorgt. Zweifellos hat Lucas Fassnacht ein Faible für Sprache. Deswegen studierte er von 2008 bis 2016 Altgriechisch, Germanistik und Sprachwissenschaften an der FAU. Um sich in der Erlanger Kulturszene einen Namen zu machen, braucht es jedoch mehr als nur ein gutes Sprachgefühl – eine große Portion Kreativität gehört ebenso dazu. Dass es ihm daran nicht mangelt, bewies der Alumnus schon während seines Studiums: „Für das Theater-Festival ARENA habe ich Plakate mitentworfen und eine Kalendersoftware konzipiert, damit sich die Helferinnen und Helfer besser koordinieren können“, erinnert sich der ehemalige Student zurück. „Den Kalender verwendet das ARENA-Team sogar heute noch.“

Von der Bühne auf die Kinoleinwand

Auch auf der Bühne sprüht Lucas Fassnacht vor Ideen. Inzwischen hat sich der 31-Jährige bereits auf zahlreichen Poetry-Slams und Slam-Meisterschaften in ganz Deutschland ausgetobt. „Es ist immer wieder aufregend vor einer großen Menschenmenge aufzutreten“, sagt er. Setzt er dann zum Slammen an, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Woher er dabei die Ideen für seine selbstverfassten Texte nimmt, weiß der Künstler selbst nicht so genau: „Immer wenn ich einen Satz im Kopf habe, der cool klingt, jongliere ich solange mit den Wörtern, bis es sich einfach gut anhört“, beschreibt er seine Vorgehensweise. Sein Talent teilt er auch mit anderen und gibt regelmäßig Schreib-Workshops. „In jedem steckt das Potenzial, schöne Texte zu verfassen. Man braucht nur das passende Werkzeug und die notwendige Unterstützung “, sagt er. Dass dies der Fall ist, zeigt Lucas Fassnacht in „Südstadthelden“ – einem Dokumentarfilm, der diesen Oktober auf dem Human Rights Film Festival in Nürnberg Premiere hatte. „Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Scharrer-Mittelschule habe ich an Texten gearbeitet und die Jugendlichen dann schrittweise auf Poetry-Slams vor großem Publikum vorbereitet“, erzählt er. „Das war nicht immer leicht, aber ich wollte den Jugendlichen zeigen, was in ihnen steckt.“

Arm gegen Reich

Dass Schreiben seine Leidenschaft ist, wusste Lucas Fassnacht schon immer. „Schon während meines Studiums habe ich kleinere Werke veröffentlicht“, sagt er. Doch an seinen ersten großen Roman wagte er sich erst 2016: „Die Idee für mein Buch hatte ich bereits 2013. Hätte ich damals schon mit dem Schreiben begonnen, würde ich wahrscheinlich heute noch studieren.“ Drei Jahre später hat er sich dann seinem Buchprojekt wortwörtlich verschrieben. Das Ergebnis ist ein knapp 700-seitiger Thriller mit dem Titel „#KillTheRich. Wer Neid sät, wird Hass ernten“. „In meiner Geschichte geht es um das Problem der immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich und darum, was passiert, wenn es mal so richtig knallt“, verrät der Autor. Darin bewirkt ein einziger Social-Media-Post, dass sich die Armen gegen die Reichen auflehnen. Was folgt, sind entgleisende Ordnungsstrukturen und bürgerkriegsähnliche Zustände – ein Szenario, das gar nicht so abwegig erscheint und aufgrund der realitätsnahen Erzählung den Schlagzeilen von morgen gleichen könnte. „Ich wollte das Buch so nah wie möglich an die Wirklichkeit anlehnen. Viele Menschen aus der aktuellen Politik wie Le Pen, Trump oder Putin spielen in meiner Erzählung eine Rolle.“ Die Fiktion möglichst real wirken zu lassen, war dabei eine der größten Herausforderungen für ihn: „Ich musste meinen Roman etliche Male überarbeiten, um stets die neuesten politischen Entwicklungen mitzuberücksichtigen“, erklärt er. „Das ist viel Arbeit, deshalb werden die Charaktere in meinem nächsten Werk fiktiv sein“, sagt er lachend. Wie sein nächstes Buch heißt, verrät der Schriftsteller noch nicht. Gewiss ist jedoch, dass es sich wieder um ein gesellschaftsrelevantes Thema drehen wird. Denn darüber schreibt Lucas Fassnacht am liebsten.

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