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Beeindruckender Blick in den Himmel

eROSITA-Himmelsdurchmusterung
Die erste vollständige eROSITA-Himmelsdurchmusterung wurde über einen Zeitraum von sechs Monaten durchgeführt. Hierbei rotierte das Teleskop kontinuierlich, was eine gleichmäßige Belichtung von etwa 150-200 Sekunden über den größten Teil des Himmels lieferte. (Bild: Jeremy Sanders, Hermann Brunner und das eSASS-Team (MPE); Eugene Churazov, Marat Gilfanov (im Namen von IKI))

Röntgenteleskop eROSITA liefert eine neue Himmelskarte

Nach 182 Tagen hat das Röntgenteleskop eROSITA an Bord der Raumsonde „Spectrum-X-Gamma“ seine erste vollständige Durchmusterung des Himmels abgeschlossen. Diese neue Karte des heißen, energiereichen Universums enthält mehr als eine Million Objekte – damit verdoppelt sich in etwa die Zahl der bekannten Röntgenquellen, die in der bislang 60-jährigen Geschichte der Röntgenastronomie entdeckt wurden. Forschende der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) sind stark an diesen Arbeiten beteiligt.

Galaxienhaufen, Galaxien, Sterne und Supernovae

Die erste vollständige Himmelsdurchmusterung von eROSITA ist etwa viermal tiefer als die vorherige Karte des gesamten Röntgenhimmels durch das ROSAT-Teleskop vor 30 Jahren und liefert etwa zehnmal mehr Quellen: etwa so viele, wie von allen bisherigen Röntgenteleskopen zusammen entdeckt wurden. Und während die meisten Klassen astronomischer Objekte Röntgenstrahlen aussenden, sieht das heiße und energiereiche Universum ganz anders aus als durch optische oder Radioteleskope. Außerhalb unserer Heimatgalaxie sind die meisten eROSITA-Quellen aktive Kerne von Galaxien in kosmologischen Entfernungen, bei denen supermassereiche Schwarze Löcher Materie akkretieren. Daneben gibt es auch Galaxienhaufen, die als ausgedehnte Röntgenhalos erscheinen und dank des heißen Gases leuchten, das in den riesigen Ansammlungen aus dunkler Materie eingeschlossen ist. Das Bild des gesamten Himmels enthüllt aber auch die Struktur des heißen Gases in der Milchstraße selbst bis ins kleinste Detail sowie das zirkumgalaktische Medium, das sie umgibt und dessen Eigenschaften für das Verständnis der Entstehungsgeschichte unserer Galaxis von entscheidender Bedeutung sind. Die eROSITA-Röntgenkarte zeigt aber noch mehr: Sterne mit starken, magnetisch aktiven heißen Koronen, Röntgendoppelsterne, die Neutronensterne, Schwarze Löcher oder Weiße Zwerge enthalten, und spektakuläre Supernova-Überreste in unserer eigenen und anderen nahen Galaxien wie den beiden Magellanschen Wolken.

Ermöglicht hat dies unter anderem auch das Team um die FAU-Astronomen Prof. Dr. Jörn Wilms und Prof. Dr. Manami Sasaki vom Erlangen Centre for Astroparticle Physics (ECAP) und der Dr. Karl-Remeis-Sternwarte in Bamberg. Sie sind an der Entwicklung des Experiments und seinem Betrieb beteiligt, bei dem sich Forscherinnen und Forscher aus mehreren deutschen Universitäten unter Führung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammengeschlossen hatten. Der FAU-Beitrag ist neben der Prozessierung des Datenstroms des Satelliten vor seiner weiteren Verarbeitung und der Überwachung der Datenübertragung insbesondere die schnelle Analyse der Daten, die eROSITA täglich an die Erde schickt, um neue helle Quellen zu finden.

Weitere Informationen zur eROSITA-Mission:

https://www.fau.de/2019/06/news/wissenschaft/computerprogramme-fuer-ein-himmlisches-auge/

https://www.fau.de/2019/07/news/wissenschaft/kosmischen-giganten-auf-der-spur/

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Jörn Wilms
Dr. Karl-Remeis-Sternwarte Bamberg – Astronomisches Institut
Tel.: 0951/95222-13
joern.wilms@sternwarte.uni-erlangen.de

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