Neu an der FAU: Prof. Dr. Sarah Kittel-Schneider

Prof. Dr. Sarah Kittel-Schneider, Lehrstuhl für Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik, eine Frau mittleren Alters mit halblangen dunklen Haaren.
Prof. Dr. Sarah Kittel-Schneider, Lehrstuhl für Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik. (Bild: FAU/Georg Pöhlein)

Die FAU zählt mit über 270 Studiengängen zu den 15 größten und forschungsstärksten Universitäten Deutschlands. Über 6.000 Mitarbeitende und mehr als 39.000 Studierende prägen eine Kultur der Innovation, Vielfalt und Leidenschaft.

Lernen Sie hier unsere neu berufenen Professorinnen und Professoren kennen, die mit frischen Ideen und kreativen Ansätzen die Forschung vorantreiben. Entdecken Sie die Menschen hinter den Forschungsprojekten und erfahren Sie mehr über ihre individuellen Werdegänge, Visionen und Motivationen für die akademische Zukunft.

Prof. Dr. Sarah Kittel-Schneider – Professur für Psychiatrie und Psychotherapie

Als Kind behandelte sie ihre Stofftiere mit Infusionstherapien, heute ist sie Professorin für Psychiatrie und Psychotherapie – Sarah Kittel-Schneider stellt sich vor.

Was ist Ihr Forschungsschwerpunkt?

Diagnostik, Prävention und Behandlung von psychischen Erkrankungen und deren somatischen Komorbiditäten über Lebensspanne mit dem Fokus auf ADHS und Stimmungserkrankungen (Depression, bipolare Störung). Besonders interessieren mich die vulnerablen Phasen, wie die Adoleszenz/junges Erwachsenenalter, Peripartum und Perimenopause. Methodisch kommen hier sowohl psychologische als auch biologische Verfahren und Messmethoden zum Einsatz. Interventionell bin ich insbesondere auch an Ansätzen interessiert, welche die Mikrobiota-Darm-Hirnachse als Ziel haben. Mein weiteres Forschungsgebiet ist die Modellierung dieser Erkrankungen mit patienten-generierten humanen pluripotenten Stammzellen und daraus Drug-Screening-Werkzeugen zu entwickeln.

Warum genau dieses Thema/diese Themen?

Meine wissenschaftliche und klinische Vision ist es, Risikopersonen bereits in frühen Stadien zu identifizieren um durch Prävention oder Frühintervention die Prognose der psychischen Erkrankung zu verbessern und die Entwicklung von Komorbidität zu reduzieren. Da die Entwicklung von innovativen insbesondere medikamentösen Therapien in den letzten Jahren eher stagniert ist, sehe ich großes Potential in patientengenerierten Zellmodellen als Werkzeug für präzisere und erfolgreichere Entwicklung neuer Medikamente für definierte Subgruppen von Betroffenen.

Ihre letzte Station vor der FAU?

Zuletzt war ich Lehrstuhlinhaberin für Psychiatrie am University College Cork in Irland und Consultant General Adult Psychiatry im Mental Health Service South Lee Cork.

Wo haben Sie studiert und welche Fächer?

Humanmedizin an der Bayerischen Maximilians-Universität in Würzburg, das Chirurgie Tertial des Praktischen Jahrs habe ich im Department of Surgery, King Edward VIII. Hospital und an der University of KwaZulu Natal in Durban, South Africa, absolviert.

Welche Veranstaltungen/Aktivitäten möchten Sie in und um Erlangen gerne besuchen?

Natürlich die Bergkirchweih und den Lichtmessmarkt und ich freue mich auch wieder über regelmäßige Weihnachtsmarktbesuche, da es das in Irland nicht gibt. Ansonsten werde ich auf dem DTM-Rennen am Norisring in Nürnberg zu finden sein und je nach Line Up auch beim Rock im Park. Daneben freue ich mich auf Wandern in der Fränkischen Schweiz.

Ihr nützlichstes Professor/-innen-Utensil?

Mein Outlook Kalender, der mein externes Gehirn ist.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Ich wollte schon im Kindergarten Ärztin werden und habe meine Stofftiere mit Infusionstherapien behandelt. Das Zubehör dazu hat mir mein Vater mitgebracht, der damals Assistenzarzt war.

Haben Sie ein Vorbild? Wenn ja, hat das Ihre akademische/berufliche Laufbahn beeinflusst?

Ich habe kein Vorbild aus dem beruflichen Leben, aber ich habe viele starke Frauen in meiner Familie, die meine Vorbilder waren beziehungsweise noch immer sind, insbesondere meine mittlerweile verstorbene Mutter und Großmutter. Beide haben mich insofern beeinflusst, auch in schwierigen Situationen nicht aufzugeben, immer kritisch zu hinterfragen und seinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn der nicht immer konform mit traditionellen Vorstellungen ist.

Haben Sie ein geheimes Talent?

Nicht unbedingt ein Talent, aber ein besonderes Hobby: Technisches Tauchen und Höhlentauchen.

Was wollten Sie schon immer mal tun?

Ich wollte als Teenager unbedingt einen Bungee-Jump und einen Fallschirmsprung machen, davon bin ich aber mittlerweile abgekommen. Sehr gerne würde ich allerdings mal einen Tauchgang zur SS Rosalie Moller, dem „Schwesternschiff“ der Thistlegorm, im Roten Meer machen.