In der NS-Zeit wurde Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ideologischen Gründen die Promotion abgesprochen. Dieses Schicksal ereilte auch Forschende an allen Fakultäten der FAU. So zum Beispiel (v.l.n.r.) Dr. jur. Adolf von Harnier Freiherr von Regendorf, Dr. phil. Emanuel Lasker - Bundesarchiv, Dr. phil. Else (Elisabeth) Hölzl (geb. Dannheisser) - Archiv Gaby Franger, Dr. med. Nathan Wolf - Staatsarchiv Schaffhausen Flüchtlinge 1/5, Dr. phil. Lilli Bechmann Rahn (geb. Bechmann), Dr. rer. pol. Julie Meyer Frank (geb. Meyer) - Archiv Gaby Franger, Dr. rer. pol. Joseph E. Drexel - Stadtarchiv Nürnberg. (Bild Emanuel Lasker - Material verändert: Bundesarchiv, Bild 102-00457. Lizenz: CC BY-SA 3.0. Quelle: https://www.bild.bundesarchiv.de/dba/de/search/?query=Bild+102-00457)
FAU bekräftigt Unrechtmäßigkeit von ideologisch motivierten Depromotionen während der NS-Zeit
Während der Zeit des NS-Regimes wurde an vielen deutschen Universitäten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Doktorgrad aus ideologischen Gründen entzogen, etwa im Rahmen einer Ausbürgerung – so auch an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Obwohl die FAU diese Geschehnisse bereits in Gedenkakten und mit Publikationen aufgearbeitet hat, nimmt die Universität die Verabschiedung ihrer diesjährigen Promovierten am 11. Juli 2026 zum Anlass, die Unrechtmäßigkeit dieser ideologisch motivierten Depromotionen durch einen Beschluss der Fakultätsräte und des Senats zu unterstreichen.
„Die in den Jahren von 1933 bis 1945 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen vollzogenen und sich auf die nationalsozialistische Ideologie gründenden Doktorgradentzüge verstießen gegen elementare Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit und bedeuteten eine schwere Verletzung der Menschenrechte. Durch jene ideologisch begründeten Entzugsverfahren verachtete man die wissenschaftlichen Verdienste der Promovierten, vertrieb sie aus der akademischen Gemeinschaft, demütigte sie in ihrem gesellschaftlichen Ansehen und zerstörte ihre beruflichen Perspektiven“, heißt es in diesem Beschluss.
Und weiter: „Mit diesem Rehabilitationsbeschluss stellt die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in aller Deutlichkeit fest, dass jene ideologisch motivierten Unrechtsakte nach freiheitlich-demokratischer Rechtsauffassung von Anfang an nichtig waren und somit unwirksam sind“. Von diesem Unrechtsakt waren unter anderem jüdische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betroffen, denen der Doktorgrad im Kontext ihrer Ausbürgerung aberkannt wurde – unter ihnen der Mathematiker und Schachweltmeister Dr. Emanuel Lasker. Auch aufgrund von Verurteilungen durch den Volksgerichtshof entzog man Wissenschaftlern ihren Titel wie etwa Dr. Joseph Drexel, späterer Gründer der Nürnberger Nachrichten.
FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger ist dieser Schritt ein besonders Anliegen: „Die FAU hat die Hintergründe dieser Aberkennungen und persönliche Lebenswege der Betroffenen bereits publiziert. Mit dem Beschluss der zuständigen Gremien wird die Nichtigkeit dieser Unrechtsakte auch offiziell bekräftigt. Viele der Betroffenen können diesen Moment nicht mehr erleben. Gerade deshalb ist es uns wichtig, ihre Rehabilitation in einem würdigen Rahmen zu vollziehen und für die Öffentlichkeit dauerhaft in unserem Internetauftritt sichtbar zu machen.“
1/12Die FAU bekräftigt Unrechtmäßigkeit von ideologisch motivierten Depromotionen während der NS-Zeit. Im Beisein von Vertretern aus der Schachwelt, darunter Thomas Weischede und Rolf Beran, legte Universitätsarchivar Clemens Wachter den Rehabilitationsbeschluss am Samstag in die Akte von Emanuel Lasker. (Bild: FAU/Harald Sippel).1/11
2/12Die FAU bekräftigt Unrechtmäßigkeit von ideologisch motivierten Depromotionen während der NS-Zeit. Im Beisein von Vertretern aus der Schachwelt, darunter Thomas Weischede und Rolf Beran, legte Universitätsarchivar Clemens Wachter den Rehabilitationsbeschluss am Samstag in die Akte von Emanuel Lasker. (Bild: FAU/Harald Sippel).2/11
3/12Die FAU bekräftigt Unrechtmäßigkeit von ideologisch motivierten Depromotionen während der NS-Zeit. Im Beisein von Vertretern aus der Schachwelt, darunter Thomas Weischede und Rolf Beran, legte Universitätsarchivar Clemens Wachter den Rehabilitationsbeschluss am Samstag in die Akte von Emanuel Lasker. (Bild: FAU/Harald Sippel).3/11
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Die FAU bekräftigt Unrechtmäßigkeit von ideologisch motivierten Depromotionen während der NS-Zeit. Im Beisein von Vertretern aus der Schachwelt, darunter Thomas Weischede und Rolf Beran, legte Universitätsarchivar Clemens Wachter den Rehabilitationsbeschluss am Samstag in die Akte von Emanuel Lasker. (Bild: FAU/Harald Sippel).5/125/11
6/12Die FAU bekräftigt Unrechtmäßigkeit von ideologisch motivierten Depromotionen während der NS-Zeit. Im Beisein von Vertretern aus der Schachwelt, darunter Thomas Weischede und Rolf Beran, legte Universitätsarchivar Clemens Wachter den Rehabilitationsbeschluss am Samstag in die Akte von Emanuel Lasker. (Bild: FAU/Harald Sippel).6/11
Die FAU bekräftigt Unrechtmäßigkeit von ideologisch motivierten Depromotionen während der NS-Zeit. Im Beisein von Vertretern aus der Schachwelt, darunter Thomas Weischede und Rolf Beran, legte Universitätsarchivar Clemens Wachter den Rehabilitationsbeschluss am Samstag in die Akte von Emanuel Lasker. (Bild: FAU/Harald Sippel).10/127/11
Die FAU bekräftigt Unrechtmäßigkeit von ideologisch motivierten Depromotionen während der NS-Zeit. Im Beisein von Vertretern aus der Schachwelt, darunter Thomas Weischede und Rolf Beran, legte Universitätsarchivar Clemens Wachter den Rehabilitationsbeschluss am Samstag in die Akte von Emanuel Lasker. (Bild: FAU/Harald Sippel).11/128/11
Die FAU bekräftigt Unrechtmäßigkeit von ideologisch motivierten Depromotionen während der NS-Zeit. Im Beisein von Vertretern aus der Schachwelt, darunter Thomas Weischede und Rolf Beran, legte Universitätsarchivar Clemens Wachter den Rehabilitationsbeschluss am Samstag in die Akte von Emanuel Lasker. (Bild: FAU/Harald Sippel).12/129/11
10/11Mitteilung des Rektors der Erlanger Universität, Hermann Wintz, an seine Amtskollegen betreffend die Depromotion Emanuel Laskers, 1. Februar 1939 (Universitätsarchiv Erlangen-Nürnberg A1/3a Nr. 946e).10/11
11/11Öffentliche Bekanntgabe der Depromotion Emanuel Laskers durch Publikation im Deutschen Reichsanzeiger, dem seinerzeitigen amtlichen Presseorgan, 1. Februar 1939 (Universitätsarchiv der Erlangen-Nürnberg A1/3a Nr. 946e).11/11