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Prof. Michael J. Puett

Prof. Michael J. Puett, PhD (Bild: Charles Michael)

Prof. Michael J. Puett, PhD (Bild: Charles Michael)

Michael Puett ist Walter C. Klein Professor für Chinesische Geschichte am Department für Ostasiatische Sprachen und Kulturen und Vorsitzender des Komitees für Religionswissenschaften in Harvard.

2011 verbrachte er einige Zeit als Gastwissenschaftler am International Research Consortium for Research in the Humanities “Fate, Freedom and Prognostication in East Asia and Europe” (IKGF) an der FAU. Seitdem ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des IKGF und hält enge Verbindungen zur FAU.

Er ist zudem ein non-resident, long-term Fellow für Studienprogramme in Anthropologie und Geschichte sowie Sprachen und Zivilisationen Ostasiens am Swedish Collegium for Advanced Studies in Uppsala. Außerdem war Michael Puett Gastprofessor in Frankreich und Singapur und Gastforscher am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.

Wissenschaftliche Erfolge

Puett kam 1994 nach Harvard, nachdem er seinen Master und seine Promotion am Department für Anthropologie an der Universität von Chicago abgeschlossen hatte. Sein wissenschaftliches Interesse gilt den Wechselbeziehungen zwischen Religion, Anthropologie, Geschichte und Philosophie. In seiner Forschung versucht Puett die wissenschaftliche Betrachtung Chinas in größere historische und vergleichende Bezugsrahmen zu setzen. Er veröffentlichte fünf Bücher, zahlreiche Artikel sowie Konferenzpapiere über chinesische Frühgeschichte, Rituale sowie Sozial- und politische Theorie. Puett erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen und Preise für seine Lehre und Beratungstätigkeiten, so zum Beispiel den Joseph R. Levenson Memorial Teaching Prize in 2008. Sein Kurs „Classical Chinese Ethical and Political Theory“ ist seit 2012 der BA-Kurs mit den drittmeisten Teilnehmern in ganz Harvard. 2016 wurde Puett ein Foreign Member der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Mit der Ernennung zum FAU-Ambassador 2017 würdigt die FAU einen herausragenden Sinologen, der mit seinem transnationalen Netzwerk die Internationalisierung und Profilierung des Wissenschaftsstandorts Erlangen entscheidend befördern kann.

Professor Puett, welche Ziele möchten Sie als FAU-Ambassador erreichen?

Ich hoffe, dass ich alles tun kann um die ungemein aufregende kosmopolitische Gemeinde, welche die FAU hervorbringt, bekannt zu machen. Zudem möchte ich weiterhin eng mit den vielen außergewöhnlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an der FAU zusammenarbeiten.

Sie waren als Gastwissenschaftler am International Research Consortium for Research in the Humanities „Fate, Freedom and Prognostication in East Asia and Europe” (IKGF) in Erlangen. Warum haben Sie sich für die FAU als Gastuniversität entschieden?

Ich habe mich für die FAU entschieden, da sie eine solch außergewöhnlich lebendige Wissenskultur aufweist. Vor allem das IKGF ist eine wunderbare und sehr internationale Gemeinschaft.

Meine Zeit an der FAU war sehr inspirierend für mich.

Sie haben sich auf China-Studien spezialisiert, insbesondere auf die Beziehungen zwischen Philosophie, Anthropologie, Geschichte und Religion. Was hat ursprünglich Ihr Interesse für diese Themen geweckt?

Ursprünglich habe ich Europäische Geistesgeschichte und Philosophie gelernt. Dann fing ich an mich für chinesische Traditionen zu interessieren, um die Entwicklung einer anderen geistesgeschichtlichen Tradition kennenzulernen.

Ihre Kurse und Vorlesungen gehören zu den beliebtesten in Harvard. Was können Studierende von heute von der Analyse klassischer chinesischer Texte lernen?

Das Studium klassischer chinesischer Texte hilft Studierenden, viele ihrer grundlegenden Annahmen über das Selbst, die Gesellschaft und die politische Welt zu hinterfragen. Ich sag meinen Studierenden immer, dass sie den Argumentationen in den klassischen chinesischen Texten nicht zustimmen müssen, aber dass sie versuchen sollten, die Ideen ernst zu nehmen. So können sie erkennen, dass Ideen, die sie für selbstverständlich halten, nur eine mögliche Denkform sind – und vielleicht nicht immer die beste.

Was sind Ihrer Meinung nach die besonderen Stärken der FAU in einem internationalen Kontext?

Ich finde es großartig, wie kosmopolitisch die FAU ist und ich bewundere die internationale Ausrichtung der Universität.

Das ist etwas, das alle Universitäten der FAU gleichtun sollten.

Was waren Ihre ersten und nachfolgenden Eindrücke der Region rund um Erlangen und Nürnberg?

Einer meiner ersten Eindrücke war, wie nett und gastfreundlich die Menschen hier sind. Dieser Eindruck bestätigt sich bei jedem weiteren Besuch! Die Lebensqualität in Erlangen ist wunderbar. Ich genieße meine Aufenthalte hier jedes Mal.

Was würden Sie Studierenden oder Nachwuchswissenschaftlern sagen, die darüber nachdenken, ob sie ihren Auslandsaufenthalt an der FAU verbringen sollen?

Ich würde ihnen die FAU auf jeden Fall empfehlen! Sie würden an der FAU eine sehr spannende akademische Gemeinschaft vorfinden und Erlangen als einen sehr angenehmen Ort zum Leben kennenlernen.

Gibt es etwas, dass ein Gastwissenschaftler auf jeden Fall für einen Aufenthalt an der FAU mitbringen sollte?

Das einzige was sie mitbringen müssen, ist die Bereitschaft geistige Anregungen und das Leben zu genießen!

Würden Sie uns einige Ihrer Lieblingsplätze an der FAU und in der Region verraten?

Ich liebes es im Schlossgarten zu lesen und gehe häufig abends im Burgberggarten spazieren. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg ist ein weiterer Ort, den ich sehr mag. Und natürlich der Christkindlesmarkt in Nürnberg – der ist beeindruckend!

Gab es neben diesen Plätzen irgendein Ereignis oder eine persönliche Begegnung, die Sie nachhaltig beeindruckt hat?

Mich haben die Unterhaltungen mit dem Kollegium und den Studierenden an der FAU immer tief beeindruckt. Die Wissenskultur an der FAU ist äußerst inspirierend.

Gibt es etwas, das Sie gerne hinzufügen möchten?

Nur, dass ich mich zutiefst geehrt fühle zum FAU-Ambassador ernannt worden zu sein, und wie sehr ich mich darauf freue weiterhin Teil der außergewöhnlichen FAU-Familie zu sein. Vielen Dank nochmal!