Alumni

Philipp Stein

Der freundliche Koch aus der Nachbarschaft

Alumni-Interview mit Philipp Stein (Foto: Franziska Sponsel)

Philipp Stein (Foto: Franziska Sponsel)

Nachbarn kochen für Nachbarn mit: Das ist die Idee hinter dem Online-Portal „Open Kitchen“. Hobbyköche bieten dort ihre Gerichte an, Koch-Muffel können für sich eine Portion mitbestellen, die sie dann in der Nachbarschaft abholen. Die Idee dazu hatte Philipp Stein, der an der FAU BWL studiert hat.

Wie kam es zu der Idee zu „Open Kitchen“?

Ich habe früher immer viel gearbeitet und hatte keine Zeit, selbst aufwändig zu kochen, und beim Nachbarn hat es immer so gut gerochen. Deswegen dachte ich mir: Warum kann ich nicht zum Nachbarn gehen und ein paar Portionen für mich mitkochen lassen? Im Prinzip versuchen wir den Gedanken einer WG oder eines Studentenwohnheims aufzugreifen: Einer kocht für viele, am besten der, der am besten kochen kann. Der sollte dann für die kochen, die weniger Zeit haben oder nicht kochen können.

Warum kann ich nicht zum Nachbarn gehen und ein paar Portionen für mich mitkochen lassen?

Gibt es weitere Ziele, die Sie mit „Open Kitchen“ verfolgen?

Ein Ziel von „Open Kitchen“ ist es, dass wir weniger Lebensmittel wegwerfen. In Deutschland werden im Jahr pro Person 81 Kilo Lebensmittel weggeworfen, zwei Drittel davon könnte man einsparen. Denn meistens ist es so, dass man Gemüse und Obst kauft und dann doch nicht kocht und dann wegwirft. Das sind die Hauptabfälle und die versuchen wir mit „Open Kitchen“ deutlich zu reduzieren: Die Leute, die es sowieso nur wegschmeißen, brauchen gar nichts mehr kaufen und dafür kaufen die anderen eben genauso viel, wie sie danach auch mitkochen.

Sie haben an der FAU Wirtschaftswissenschaften studiert. Haben Ihnen die Erfahrungen aus dem Studium bei der Umsetzung Ihrer Idee geholfen?

Geholfen hat das Studium mit Sicherheit, gerade bei der Umsetzung meiner Ideen.

Waren Sie vor „Open Kitchen“ schon beruflich tätig?

Ich habe während des Studiums schon in einer Unternehmensberatung mitgearbeitet und nach dem Studium bin ich dort als Partner eingestiegen und durfte dort direkt als Jungspund die Vorstände von den großen Firmen in Deutschland beraten, zum Beispiel Bertelsmann, Karstadt, Nestle, Schöller.

Nach meinem weiterführenden Studium an der European Business School habe ich eine Vermögensverwaltung für Kunden ab einer Millionen Euro gegründet. Danach habe ich einen Fond aufgesetzt und gemanagt und das Ganze dann vor zwei Jahren verkauft. Jetzt habe ich eineinhalb Jahre Urlaub gemacht und wollte etwas Innovativeres machen.

Planen Sie, „Open Kitchen“ hauptberuflich zu betreiben?

Das kommt natürlich darauf an, wie „Open Kitchen“ angenommen wird. Wenn es klappt, wäre es natürlich schön, meinen Lebensunterhalt mit „Open Kitchen“ zu verdienen. Wenn nicht, würde ich es als Nebenprojekt weiter laufen lassen.

Was raten Sie Studierenden, die mit dem Gedanken spielen, ein Start-Up zu gründen?

Früh anfangen, einfach machen – als Student kann man weniger verlieren – und sich möglichst einen Mentor suchen, der in der Start-Up Szene erfolgreich war, der einem viele Tipps und Tricks geben kann, zum Beispiel bei der Auswahl des Geschäftsmodells.

Und noch einen Tipp für Erstsemester: Was muss man unbedingt im Studium gemacht haben?

Party, Feiern, sich bei openkitchen.com anmelden. Das finden, was einem am meisten Spaß macht.

Vielen Dank für das Interview!

Interview: Mai 2016