Bayerische Forschungsverbünde

Wissenschaft, Politik und Wirtschaft – gemeinsam stark

Bayerische Forschungsverbünde sind in Projekten organisiert, bestehen meist drei oder sechs Jahre und schließen mehrere Standorte in Bayern ein. Ein Forschungsverbund wird entweder aus aktuellem Anlass oder als direkte Investition in die Zukunft zur Sicherung des Forschungs- und Wirtschaftsstandorts Bayern gegründet. Mit im Boot sind deshalb auch Partner aus der Wirtschaft, die mitarbeiten und nicht nur finanzieren. Das Private-Public-Partnership sichert die zügige Umsetzung der wissenschaftlichen Ergebnisse. Öffentliche Fördermittelgeber sind die Bayerische Forschungsstiftung und die bayerischen Ministerien, insbesondere das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Laufende Forschungsverbünde

Im Forschungsvorhaben Multi-Core Safe and Software-intensive Systems Improvement Community (FORMUS³IC) sollen durch einen ganzheitlichen Ansatz die durch heterogene Multi-/Many-Core Architekturen entstehenden Herausforderungen für Automotive und Avionics gelöst werden. Das zu entwickelnde ganzheitliche Lösungskonzept spiegelt sich in der Berücksichtigung der verschiedenen Ebenen des Hardware-Software Co-Designs wider. Damit sollen neben Lösungen für aktuelle Probleme in erster Linie Beiträge für die effiziente Nutzung heterogener Multi- und Many-Core-Systeme geleistet werden.

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Das Thema Care (Fürsorge) wird vor dem Hintergrund intensiver gesellschaftlicher Dynamiken wie dem demografischen Wandel oder von Globalisierungsprozessen zunehmend zu einer zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderung. Insbesondere im Lichte sich wandelnder Geschlechterverhältnisse rückt dabei die Frage, wer und in welcher Weise für wen Care leistet, zunehmend in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Auseinandersetzungen.

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Der Freistaat Bayern legt seit Jahren einen Forschungsschwerpunkt auf die Schonung zur Neige gehender Rohstoffe und auf eine Senkung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen, um damit die Grundlage eines langfristigen wirtschaftlichen Wachstums im Freistaat zu sichern. Vor allem der Schutz der Umwelt ist nicht nur eine Frage der globalen und generationsübergreifenden Gerechtigkeit, sondern auch eine ökologische Notwendigkeit. Für den Wirtschaftsstandort Bayern ist es daher von besonderer Wichtigkeit innovative und umweltfreundliche Produktionsverfahren zu etablieren.

Biotechnologische Verfahren bieten ein enormes Potenzial, die Biologisierung der Industrie zu fördern. Speziell die Industrielle (weiße) Biotechnologie (IBT) – eine dynamische Schlüsseltechnologie – besitzt große Potenziale, entscheidende Beiträge für die Ressourcenschonung und den Umweltschutz zu liefern. Mit Hilfe von sechs anwendungsbezogenen Projekten und einem Koordinationsprojekt wird im Projektverbund „Ressourcenschonende Biotechnologie in Bayern – BayBiotech“ die Ressourcenschonung vorangetrieben. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie geleistet und ein ökologischer Mehrwert geschaffen.

Der erste Themenschwerpunkt hat „Ressourcenschonung“ allgemeiner zum Ziel. In drei Fachprojekten werden Fragestellungen bearbeitet, die in verschiedensten Industriesektoren Anwendung finden können; langfristig können sie ökonomische und ökologische Vorteile gegenüber klassischen chemischen Herstellungsverfahren unterschiedlichster Produkte bieten.

Erdölbasierte Kunststoffe sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und finden sich in allen Lebensbereichen. Lebensmittelverpackungen, Tragetaschen, Spielzeug Kunststoffen und nahezu alle Gegenstände des Alltags enthalten Teile aus Kunststoffen. Dabei wird vor allem die schlechte Abbaubarkeit und Langlebigkeit des Materials in der Natur zum Problem. Riesige Mengen an Kunststoffabfällen bedrohen nicht nur die Ökosysteme, sondern auch die Gesundheit von Mensch und Tier. Im Themenschwerpunkt „Biopolymere“ wird in drei Fachprojekten die biotechnologische Herstellung von biologisch abbaubaren „Biokunststoffen“ untersucht.

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Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Menschheit – ein globales Phänomen mit regionalen Auswirkungen, auch für Bayern. Zur Begrenzung der Folgen sind Minderungsmaßnahmen und Anpassungsstrategien notwendig. Die anwendungsbezogene Forschung kann dazu Lösungsansätze schaffen. Aktuell finanziert das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz den Projektverbund „BayKlimaFit – Strategien zur Anpassung von Kulturpflanzen an den Klimawandel“.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind in Bayern bereits allgegenwärtige Realität. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass unsere Kulturpflanzen teilweise extremem Stress bei stark wechselnden Umweltbedingungen ausgesetzt sind und diesem widerstehen müssen. Ziel des Projektverbunds ist es, wichtige Erkenntnisse für die Anpassung von Kulturpflanzen an den Klimawandel zu gewinnen und einen Beitrag zur Bayerischen Klima-Anpassungsstrategie zu leisten.

Die Relevanz und Aktualität des Themas sowie die hohe Kompetenz bayerischer Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Pflanzenforschung ist durch die Beteiligung exzellenter Forscher und Arbeitsgruppen aus ganz Bayern dokumentiert. Der Projektverbund soll Antworten geben, welche Mechanismen die Anpassung von Pflanzen an den Klimawandel und an die sich daraus ergebenden neuen Umweltbedingungen erlauben.

Gelingt es, die molekularen Mechanismen zu verstehen, die Pflanzen nutzen, um sich gegen abiotischen Stress wie Staunässe, Kälte, Trockenheit oder Hitze zu wappnen, können effiziente Strategien zur Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit entwickelt werden. Die Forschungsergebnisse von BayKlimaFit sollen dabei helfen, wichtige heimische Nutz- und Kulturpflanzen robuster gegen extreme Wetterereignisse zu machen und damit besser an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels anzupassen.

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